Noch mehr Kernspaltung!

Der weitblickende Visionär und Anführer der freien Welt, George Bush, befürwortet einen Ausbau der Nutzung der Kernenergie zur Lösung aller Energieprobleme der Welt. Auch große Politiker Deutschlands haben sich dafür ausgesprochen, den Ausstieg aus der Kernenergie nicht nur aufzugeben, sondern wieder umzukehren und neue Reaktoren zu bauen.

Ihre Argumente, dass man nämlich weder den Russen noch den Arabern vertauen kann und dass es doch unlogisch ist, ausgerechnet die sichersten Kernkraftwerke der Welt zuerst abzuschalten, sind nicht von der Hand zu weisen!

Auch ich habe mir Gedanken zu dem Thema gemacht und würde gerne noch etwas weiter gehen. Ich bin zutiefst beunruhigt, weil meine Versorgung mit billiger, sauberer Energie von den Fähigkeiten und dem guten Willen unserer Politiker abhängt. Denen kann man nämlich erst recht nicht vertrauen! Deshalb vordere ich: Kernkraft für alle!

Seit 50 Jahren kann man man Kernkraftwerke in winzige U-Boote einbauen. Einem dezentralen Einsatz der Kernenergie, ja sogar mobilen Anwendungen, steht also technisch nichts im Wege. Das könnte die ultimative Unabhängigkeit bedeuten: Das Nuclear Mobile Home. Eine Füllung Uran reich ein Leben lang. Nie mehr tanken! Nie mehr frieren! Nie mehr Treibhauseffekt! Warum kann ich sowas noch nicht kaufen?!

Atombomben für Deutschland

Hatte heute morgen beim Radiohören einen kleinen Aufreger:

Rupert Scholz (Ex-Verteidigungsminister, CDU) hat angeregt, darüber nachzudenken, die gute alte Bundeswehr mit Atombomben auszurüsten. Wem das noch nicht blöde genug ist, der muss ich jetzt noch die Begründung anhören:

Man müsste sich ja gegen atombombenbewaffnete Terroristen verteidigen können.

Vermutlich hat ihn der gute Chirac auf den Trichter gebracht. Also noch mal Klartext:

Wenn man mit Atombomen eine Sache nicht kann, dann ist das Terrorismus bekämpfen!

Ferona Feldbusch Effekt

Es gibt Frauen, die sehr appetitlich aussehen, aber jedwede Attraktivität verlieren, sobald sie anfangen zu sprechen. Ich nenne das mal den Ferona Feldbusch Effekt (FFE).

Den FFE gibt es in zwei Formen, den FFE erster und zweiter Art:

Beim FFE der ersten Art, ist es allein der der Klang der Stimme, der einem alles vergehen läßt, während beim FFE der zweiten Art der Inhalt des Gesprochenen abstößt.

Manchmal vereinigen sich FFE der ersten und zweiten Art sogar in ein und derselben Person!

Headbanger

Seit einem Jahr trage ich beim Skifahren einen Helm. Das ist in Anbetracht der Geschwindigkeiten mit denen man unterwegs ist auch durchaus sinnvoll (persönlicher Rekord: 101 km/h). Ich hatte allerdings erwartet, dass sich diese Kopfbedeckung in einer Extremsituation, wie einer Kollision mit einem Snowboarder oder einem anderen Hindernis als nützlich erweisen würde. Aber nun hat sie sich in einer scheinbar harmlosen Situation bezahlt gemacht: Auf der letzten Abfahrt des Tages habe ich bei schlechtem Licht highspeed-carvend ein unpräpariertes Stück Piste übersehen. Als erfahrener Skifahrer (PowerOfBalance) konnte ich das trotz der hohen Geschwindigkeit zwar zunächst ausbalancieren, aber leider ging wegen der Unebenheiten bei einem Ski die Bindung auf. Ich hatte noch Zeit, so etwas wie ‚Oh-Oh‘ zu denken, bevor ich mich in einer Schneewolke auflöste (von außen betrachtet). Subjektiv gesehen verschwand der Horizont plötzlich Richtung Süden aus meinem Blickfeld, und ich knallte sehr heftig auf den Hinterkopf. Das war selbst mit Helm eine sehr unangenehme Erfahrung, die mir noch etwa 36 Stunden lang Kopfschmerzen bereitet hat. Ohne es genau zu wissen, möchte ich mal behaupten, dass diese Szene ohne Helm das Ende zumindest  meines Skiurlaubs gewesen wäre.

Verglichen mit der restlichen Skiausrüstung ist so ein Helm keine gewaltige Investition und Sicherheit geht vor. Also: Nie ohne!

Die Farbe Blau

Aus den Corporate Design Richtlinien der TU-Dresden:

Die Farbe Blau besitzt über Grenzen und Kulturen hinweg ein positives Image. Nach der Farbpsychologie suggeriert sie Verläßlichkeit, Vertrauen, Seriosität und Glaubwürdigkeit, schafft Raum und Perspektive. Sie ist eine Hauptfarbe der Arbeit und des Geistes.

Besser hätte ich es auch nicht formulieren können 😉

Gestrandet

Ein ganz normaler Montagmorgen, auf dem Weg zur Arbeit. Ich bin ein bisschen später dran als sonst. Nicht viel, eine Viertelstunde, vielleicht zwanzig Minuten. Auf dem Weg muss ich wie immer die Hauptstraße überqueren. Der Verkehr ist dicht. Sehr dicht. Doch nach einer knappen Minute bietet sich mir eine kleine Lücke im Verkehr, die ich entschlossen nutze. So erreiche ich die Verkehrsinsel in der Mitte der Straße. Stoßstange an Stoßstange wälzt sich die Blechlawine zu beiden Seiten meiner kleinen Fußgängerschutzzone dahin, langsam und gleichmäßig, ohne dass größere Lücken entstehen, aber grade schnell genug, dass ich es nicht wage, einfach zwischen zwei Fahrzeuge zu treten.

Etwa zehn Minuten später werde ich nervös. Es hat den Anschein als könnte das ewig so weitergehen. Ich versuche den Fahrern der vorbeifahrenden Fahrzeuge meine Situation durch Winken klar zu machen, damit sie mir eine Lücke lassen. Ich ernte gleichgültige Blicke, mitleidige Blicke, wütende und genervte Blicke. Ein Choleriker in einem übergroßen BMW zeigt mir einen Vogel. Einige winken freundlich zurück. Keiner bremst.

Seit einer halben Stunde sitze ich fest. Ich werde einen Termin verpassen. Das Handy! Unzähligen Menschen hat es schon aus verzweifelten Notsituationen geholfen und nun auch mir. Leider benutze ich das Gerät so selten wie möglich und lege keinen Wert darauf, den Akku gefüllt zu halten. Die Batterieanzeige signalisiert einen minimalen Füllstand. Ich muss die vorhandene Energie weise einsetzen. Soll ich den Termin absagen, oder Hilfe herbeirufen?

Da meine schnelle Befreiung den Termin noch retten könnte, entscheide ich mich für den Notruf. Ich könnte mich an einen Autofahrenden Bekannten wenden, allerdings entbehrt meine Situation nicht einer gewissen Absurdidät. Ich kann eine Verkehrsinsel nicht verlassen, weil zu dichter Verkehr herrscht. Lächerlich. Das würde ich mir noch jahrelang anhören müssen. Also werde ich es mit professioneller Hilfe versuchen, denn ich habe ein Ass im Ärmel: Meine goldgelbe ADAC-Plus Mitgliedskarte. Die gelben Engel werden mich nicht im Stich lassen! Ich gebe meine Position durch und teile auch meine Einschätzung für die beste Einflugrichtung des Hubschraubers mit. Die Frau am anderen Ende der Leitung klingt nicht so freundlich, wie sie sollte, wenn man bedenkt, wieviel Geld ich denen Jahr für Jahr überweise. Sie will meine Mitgliedsnummer gar nicht wissen und sagt, dass ich sie nicht verarschen soll. Mein zweiter Versuch landet leider wieder bei der selben Dame. Sie sagt, ich soll nicht mehr anrufen und droht mit Anzeige. Ich will sie noch bitten, mich gleich verhaften zu lassen, damit ich von der Insel runterkomme, aber dann ist der Akku endgültig leer. Ich bin allein. Inmitten der Zivilisation, umgeben von Menschen in Autos, fühle ich mich einsam und verlassen. Was würde Robinson Crusoe jetzt machen? Da es nicht absehbar ist, wann ich die Insel verlassen kann, richte ich mich auf eine Längere Wartezeit ein. Was benötige ich? Ich nehme den Notitzblock aus der Tasche und mache eine Liste:

1.Wasser
2.Nahrung
3.Unterschlupf
4.Rettung

Punkt eins ist nicht trivial. Ich habe nichts zu Trinken bei mir und ein kurzer Rundgang um die Insel hat ergeben, dass es keine Frischwasserquelle gibt. In nordöstlicher Richtung steht allerdings eine kleine dreckige Pfütze. Vielleicht könnte ich in der Kapuze meiner Jacke Regenwasser auffangen? Die Sonne lacht über meine komische Idee. Ich stelle Punkt eins erstmal zurück und beginne eine gründliche Suche in meinem Rucksack. Schließlich finde ich ein Hustenbonbon von 2002. Nach mehreren drastischen Temperaturwechseln ist es eine sehr innige Verbindung mit seiner Plastikverpackung eingegangen. Mit zunehmender Hektik zupfe ich daran herum, bis ich es schließlich soweit offen habe, dass ich mit den Zähnen gierig die klebrigen Reste vom Plastik kratzen kann. Ich schlucke hastig. Soviel zu Punkt zwei.
Punkt drei ist ebenfalls kurz abzuhandeln: Auf meiner Insel gibt es lediglich ein „Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts vorbei„-Schild und eine Straßenlaterne. Die beiden stehen zu weit auseinander, um dazwischen meine Jacke als Zeltplane aufzuspannen. Die Frage, ob ich meinen Rucksack zum Schlafen besser über den Kopf oder über die Füße ziehen sollte, stelle ich einstweilen bis zum Einbruch der Dunkelheit zurück.
Also wieder zu Punkt vier. Da mich die moderne Technik auf der Suche nach Hilfe im Stich gelassen hat, versuche ich es mit konventionellen Mitteln. Ich schreibe SOS auf meinen A5 Notitzblock und halte das Schild den vorbeifahrenden Autos entgegen. Entweder sind sie zu schnell oder sie nehmen mich nicht ernst. Vielleicht fragen sich einige auch, wo dieses SOS liegt, wo ich so unbedingt hin will. Jedenfalls: Keiner hält.
Ich bin verloren. Ich werde auf dieser Verkehrsinsel zu Grunde gehen und entweder verdursten oder erfrieren. Ich beginne damit, Abschiedsbriefe zu schreiben.
Ein lautes Scheppern unterbricht mich. Wenige hundert Meter südlich hat es eine Auffahrunfall gegeben. Die Blechlawine wir eingebremst und kommt endlich zum Stillstand. Ich bin frei! Auf der anderen Straßenseite falle ich einem wildfremden Menschen um den Hals und küsse den Boden. Doch was soll ich nun den Kollegen erzählen, wegen dem geplatzten Termin? Ich werde einfach sagen:„Ich konnte nicht verhindern aufgehalten zu werden.“ Das ist ja nichtmal gelogen.

Idiotenhügel

Praktisch in jedem Skigebiet gibt es einen Idiotenhügel mit babylift. Viele leute glauben, der Idiotenhügel heißt so, weil da die fahren, die es noch nicht so gut können. Ich bin da anderer Ansicht. Dann würde man es Anfängerhügel nennen.

Der Zuckerzwischenfall

Jemand hat heute morgen eine offene Packung Würfelzucker auf die Mikrowelle gestellt. Bei genauerem Hinsehen, hat er die Packung auf die Tür der Mikrowelle gestellt. Ich habe nicht genauer hingesehen, als ich mein Mittagessen warm machen wollte. Die Mikrowelle steht auf Augenhöhe. Seit mindestens 20 Jahren habe ich nicht mehr so süß ausgesehen.

Ich glaube, ich werde den Zucker jetzt jeden Tag so hinstellen, denn von meinem Schreibtisch aus, hab ich die Mikrowelle genau im Blick und lachen ist gesund!