Der Terassentürzwischenfall

Ich weiß, ich weiß man soll nicht am Wochenende arbeiten. Wenn es besonders wichtig ist, oder ich nichts besseres zu tun habe (was deprimierend genug ist), tue ich es trotzdem.

Ich sitze also einsam und verlassen im Büro klicke irgendwas am Computer und bemerke plötzlich, dass ganz feiner Regen am Fenster vorbeigeweht wird. Gleichzeitig schaut die Sonne durch ein kleines blaues Loch in den Wolken. Aha, denkt man sich, das gibt bestimmt einen ausgesprochen ansprechenden Regenbogen. Kurz überlegt, wo kommt die Sonne her, wo geht sie hin und wo ist dann der Regenbogen… und nicht wie auf die Terasse gestürzt.

Der Regenbogen war großartig, hell, breit und bunt, wie es sein soll. Nach ein par Augenblicken naturschauspielgenießens wurde mir dann kalt und ich wollte wieder rein. Doch die Tür ließ sich nicht öffnen.

Außerhalb der Arbeitszeiten werden auf unserer Dachterasse (4. Stock) die Türen automatisch verrigelt. Damit ein professioneller Fasadenkletterer oder ein fallschirmspringender Einbrecher es nicht unnötig einfach haben.

Eigentlich sollte sich die Tür mit unserem standardschlüssel öffnen lassen. Eigentlich. Der Schlüssel passte zwar in den Schließzylinder und konnte da auch irgendwas ausrichten, die Klinke blieb aber blockiert und die Tür ging nicht auf.
Panik!
Die Warhscheinlichkeit, dass am späten Sonntagnachmittag noch jemand an der Dachterrasse der 4. Etage vorbeikommt ist beliebig klein. Und da ich mein Handy normalerweise nicht am Körper trage, hätte ich in großen Schwierigkeiten sein können.
Aber ich hatte Glück und der Schlüssel funktionierte in der anderen Tür. Was sagt uns das? Man soll eben nicht am Wochenende arbeiten!
Fröhlichen Montag!

In stiller Trauer…

…nehme ich Abschied von meiner Yucca-Palme. Sie war die erste und einzige Grünpflanze, mit der ich meine Wohnung teilte. Ich gab ihr Nahrung und Obdach und sie brachte Leben in meine tristen vier Wände. Zweieinhalb Jahre lang. Doch jetzt ist sie tot. Dabei habe ich wirklich alles versucht: Zuviel gießen, zuwenig gießen, gar nicht düngen, ganz viel düngen, Licht, kein Licht, ignorieren oder lange, ernste Gespräche zwischen Mann und Baum. Ich hab sogar versucht, einen Ableger zu züchten. Aber es war alles umsonst. Ich habe dieses prächtige Gewächs in Kompost verwandelt. Ich bin das Gegenteil eines grünen Daumens. Nicht mal das robusteste Unkraut ist dagegen gewappnet. Und falls ich jemals auf die Idee komme, mir Haustiere oder gar Kinder zuzulegen, redet es mir bitte wieder aus!

Ende der Yucca

Halb leer, oder halb voll?

Neulich hatte ich eine Diskussion darüber, dass man die Menschen in zwei Gruppen einteilen kann:

  1. Die, die sagen würden, das Glas ist halb voll (Optimisten).
  2. Die, die sagen würden, das Glas ist halb leer (Pessimisten).

Es fällt mir aber schwer, mich so ohne weiteres in eine dieser Gruppen stecken, da meine Weltanschauung etwas differenzierter ist.

Ich neige durchaus dazu, über den abnehmenden Füllstand meines Glases zu lamentieren, tue das aber in der Hoffnung, nein in der Gewissheit, dass gleich wieder jemand vorbeikommt und mir ordentlich was nachschenkt. Ich bin ein Makrooptimist mit Mikro(zweck)pessimistischen Einschlägen. Und ihr?

Gelegentliche Aufheiterungen

Andernorts in Deutschland soll ja bereits der Frühling ausgebrochen sein, aber im Erzgebirge herrscht noch tiefster Winter. Also habe ich am Sonntag die vielleicht letzte Chance genutzt um nochmal ein bisschen Wintersport zu treiben.

Der Ort meiner Wahl heisst Geising und liegt ca. 600m hoch. Der Skilift geht vielleicht noch 100m höher. Die Wettervorhersage ging in etwas so wie: …Bedekt, überwiegend trocken, gelegentliche Aufheiterungen... In Dresden war alles grau in grau.

Also habe ich mich, spät dran, gegen Sonnencreme und Sonnenbrille entschieden, entgegen besseren Wissens aus langjähriger Erfahrung beim Skifahren. Die einzigen Ausreden, die ich habe sind die Wettervorhersage und die Einschätzung, dass das hier ja gar kein richtiges Gebirge ist.

Jedenfalls, angekommen auf dem Berg, war keine Wolke mehr am Himmel. Der freundliche Mann im Skiverleih belehrte mich, dass man Sonnencreme in der Drogerie kaufen kann (natürlich nicht sonntags) und so musste ich die schneeverstärkte Märzsonne ungeschützt ertragen.

Fünf Stunden später war das Ergebniss mein Sonnenbrand des Jahrhunderts.

Einige Kollegen titulieren mich als Tomate, die sensibleren gucken mich betroffen an und fragen, ob das sehr weh tut.

Es geht. Solange ich mein Gesicht in entspannter Gelassenheit verharren lasse, spüre ich nur ein dumpfes Glühen, das an einigen, besonders verstrahlten Stellen, in ein leichtes Brennen übergeht.

Besonderes masochistisches Vergnügen bereitet das morgendliche Rasieren. Dazwischen bade ich abwechselnd in Bepanthensalbe und Apresmilch. Hoffentlich kann man den Hautkrebs heilen, bis der Ausbricht.

Ich wünsche mir eine gute Besserung und euch einen fröhlichen Montag!

Flime der Woche

Diese Woche war ich erst zweimal im Kino, günstiger Weise, jeweils zum Kinotag.

Beide Filme waren auf ihre Art ziemlich extrem: Pink Panther und Underworld-Evolution.

Pink Panther ist die Rückkehr des hirnfreien Slapstick Kinos und läßt sich wahrscheinlich am besten mit den Nakte Kanone Filmen vergleichen. Es gibt Gags am laufenden Band, und wenn man die Augen direkt mit den Lachmuskeln verbinden kann, gerät man fast in Lebensgefahr. Wer auf geistreichen Humor Wert legt, sollte sich was anders anschauen. (6/10)

Underworld – Evolution ist ein Action-Fantasy-Horror-Film. Im ersten Teil ging es um eine Krieg zwischen Vampieren und Werwölfen, im zweiten Teil geht es um…. Hmm, keine Ahnung, ich bin verwirrt. Sagen wir mal es geht um ‚die heiße Vampirbraut im hautengen Gummi-Leder-Outfit, mit ihrem Supermonster-Lover (Werwolf&Vampir) gegen den Rest‘. Trotz der etwas wirren Story und komplizierten Beziehungen zwischen den Figuren, ist der Film spannend von Anfang bis Ende und bietet reichlich Gemetzel. (7/10)

Unterwegs

Jetzt muss ich auchmal ein bisschen angeben:

Ich sitze grade im Hotel Sonnalp in Kirchberg in Tirol, habe meinen Aldi-Laptop auf den Knien und verbreite diesen Unsinn per Wlan…

Die Veranstaltung könnte man als bezahlten Skiurlaub verbringen, wenn nur mein Gewissen nicht wäre.

Der Tagesablauf sieht aus wie folgt:

Aufstehen, 7:30. Reichliches Frühstücksbuffet. (Kein Spaß, sondern All You Can Eat: Es gibt kein Mittagessen)

Dann gibst die Morgensessions von 8:30 bis 12:00.

Schnell umziehen und auf die Piste, bis kurz nach vier.

Duschen Abendessen (4 Gänge, sehr gut).

Ab 18:30 Abendsession mindestens bis 21:00. 2x Die Woche Postersession bis Open end.

Wenn danach noch Kraft vorhanden ist, Zusammenfassungen der interessantesten Talks schreiben.

Kein Wunder, dass ich mehr tot als lebendig bin.

Viele Grüße!

Update: Auf besonderen Wunsch gibts doch noch ein Foto vom angenehmsten Teil der Veranstaltung:

Winzig groß

Neulich hat mich eine Kollegin um Unterstüzung bei einer kleinen Rechenaufgabe gebeten, weil das Ergebnis etwas überraschend war. Die Frage war sinngemäß: Wenn man ein Loch mit der Grundfläche 50µm x 100µm mit 5µl einer Flüssigkeit füllen will, wie tief muss dann das Loch sein. 5µl sind  nur 5 Millionstel eines Liters, aber ergeben immernoch ein (sehr kleines) sichtbares Tröpfchen.
Das dieses Tröpfchen aber in dem besagten Loch einen ganzen Meter hoch stehen würde, habe ich auch erst beim zweiten Nachrechnen geglaubt. Jetzt fragt sich nurnoch, wie man ein 1m tiefes Loch auf einen Wafer bekommt…