Grau ist alle Theorie

Aus Sun et al. Materials Science and Engineering A 390 (2005) 366–371:

Yao and Lordi [6], by using MD simulation, predicted the tensile stiffness of SWNTs at 1.0 TPa that increased with the decreasing nanotube diameter. Ozaki et al. [7] predicted that the stiffness of SWNTs was sensitive only to the nanotube helicity instead of the diameter. In contrast, Liu [8] found that the nanotube stiffness was independent of both the helicity and the diameter.

Ihr seid nur ein Möbellieferant….

Arne sei Dank und durch viel Glück hatte ich eine Karte für das Deutschland:Schweden FIFA-WM-2006tm Achtelfinaletm. Es war großartig! Das erste Highlight war, die Erfahrung zu machen, wie es ist, sich mit zwei oder mehr anderen vor einem Spiegel zu drängeln, um sich zu schminken.

stFan

Danach wurde es leider ein bisschen stressig, denn die U-Bahn war selbst zwei Stunden vor Anstoss mit dem Andrang der Fans (komisch es kamen wohl WIRKLICH alle die Karten hatten, wer rechnet den mit sowas?) völlig überfordert und es kam zu dramatischen Szenen auf den Bahnsteigen. Wir schafften es mit dem Trick, erstmal zwei Stationen in die Gegenrichtung zu fahren. Dort waren die Bahnen noch leer genug, dass man ohne Gewalt zusteigen konnte. Die Gewalt wurde einem dann aber spätestens am Marienplatz angetan, wo in den völlig überfüllten Zug noch 100 Menschen einstiegen.

Auch vor dem Stadion herrschte dichtes Gedränge, und zeitweise ging gar nichts, so dass wir schon fürchten mussten, den Anstoss zu verpassen. Die „Sicherheitskontrolle“ war das entscheidende Nadelöhr. Aber offensichtlich ging es dort nicht um Sicherheit, sondern darum das Mitbringen von unlizensierten Getränken und Lebensmitteln zu verhindern. Ich hatte jedenfalls mein Mobiltelefon in der Hand und nicht in der Hosentasche (um das Abfummeln zu erleichtern). Zufällig hat sich meine Toitschlandflagge um die Hand gewickelt und das Telefon wurde nicht bemerkt. Es hätte auch eine Handgranate sein können…

Fast zeitgleich mit den Mannschaften sind wir dann ins Stadion eingelaufen und auf unseren Plätzen angekommen. Das Stadion in München ist wirklich schön (von innen wenigstens) und man kann eigentlich von allen Plätzen gut sehen. Die Stimmung war gänsehauterzeugend und besonders nach den Toren gradezu euphorisch.

achtelfinale

Hinter uns saßen drei Schweden, die gegen Ende ein bisschen weinen mussten. Angesichts der enttäuschenden Leistung der Schweden kann man das nachvollziehen. Das einzige was dem Spiel nämlich fehlte war Spannung. Die ersten zwei nennenswerten Angriffe der deutschen Mannschaft gingen durch den Strafraum der Schweden wie ein heißes Messer durch warme Butter. Nach 12 Minuten stand es 2:0, und Prinz Poldi war der König von Schweden. Als kurz dananch ein Schwede nach einer etwas zu strengen gelb-roten Karte vom Platz musste, war die Sache eigentlich gelaufen. Und dann machten sich die Schweden endgültig lächerlich, als sie Anfang der zweiten Hälfte einen Elfmeter über das Tor versemmelten. Nur die Latte verhinderte zweimal, dass sich diese Blamage auch im Ergebnis niederschlug. Wenn es doch nur genauso einfach wäre, die Möbel von IKEA aufzubauen….

Der Ausflug ins Münchner Stadion war jedenfalls ein historisches Erlebnis, und wenn wir tatsächlich WELTMEISTER werden, werde ich noch meinen Enkeln davon erzählen.

Die beste Einleitung der Welt

Ich bin inzwischen über den ersten Satz meiner Einleitung hinausgekommen. Ich kann schon soviel sagen: Sie muß großartig werden.

Eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit braucht vor allem drei Dinge: Eine großartige Einleitung (beim Paper reicht ein großartiges Abstract, die Einleitung kann auch bla sein), eine schöne Zusammenfassung (beim Paper als Conclusions getarnt) und dazwischen ein paar spektakuläre Bilder.

Ich glaube, die Einleitung ist entscheidend. Sie muss den Leser dazu bringen, sich wenigstens die Bilder anzugucken. Sie muss dem Leser etwas sagen, was er schon weiß, ohne ihn zu langweilen, sie muss dann etwas bringen, was der Leser noch nicht weiß, um ihn zu überraschen und neugierig zu machen, und am Ende den Eindruck erwecken, dass dieses Werk DIE Antwort enthält, oder zumindest enthalten könnte: Das Tor zur Glückseeligkeit, den neuen Klettverschluss oder wenigstens die Krebsheilung. Wenn der eine oder andere Leser bei der Einleitung schon ein bisschen weinen muss, kann das nicht schaden.

Mein aktueller Entwurf ist schon nicht schlecht, enthält vielversprechende Ansätze, ist aber noch nicht ganz da, wo er hin muss. Vor allem ist er noch zu kurz. Also beende ich diesen Ausflug in die Theorie des Schreibens, und wende mich wieder der Praxis zu (Dummerweise hab ich das Gefühl, dass dieser Blogeintrag von mehr Menschen gelesen werden wird, als meine mühevoll erstelle Doktorarbeit…).

Anfangen zu schreiben

Seit fast drei Jahren bastel ich an meiner Doktorarbeit. D. h. ich mache Experimente und sammle Daten. Jetzt ist es aber an der Zeit das ganze zu einer schönen Diss zusammenzuschreiben. Mein Plan war, Anfang Juni damit zu beginnen. Gut, da hatte ich Urlaub, im Moment ist Praktikum und das Projekt läuft ja auch noch weiter…

Jedenfalls kommt man in einer ehrlichen Einschätzung nicht drum herum, zuzugeben, dass ich etwas zwei Wochen hinter dem Zeitplan hänge.

Erst musste natürlich die Schreibumgebung eingerichtet werden. Miktex updaten, Winedt konfigurieren, Wörterbücher suchen etc., aber heute habe ich mit der Einleitung angefangen:

Unter den unzähligen wissenschaftlichen Disziplinen gibt es zwei, die in diesen Tagen besondere Aufmerksamkeit auch außerhalb der Wissenschaft erregen: Die Nanotechnik und die Biotechnologie

Das ist alles bisher. Nicht so doll. Aber immerhin! Das tragische dabei ist nur, dass ich neulich unter der Dusche eine großartige Einleitung formuliert hatte. Mit Witz und Charme, fachlich sachlich ohne langweilig zu wirken.

Leider hatte ich unter der Dusche nichts zum Schreiben dabei. Also fange ich nochmal an. Fällt mir bestimmt bald wieder ein. Vielleicht diesmal auf der Toilette, da hab ich wenigstens Papier.

Fliegen, bizarr…

Der Nachteil vom Fliegen ist, dass man sehr das Gefühl für Zeit und Raum, und damit die Orientierung verliert. Auf meiner letzten Flugreise hatte ich, obwohl sie relativ kurz war 1.5 bizarre Erlebnisse in der Richtung:

Rückflug Blogna-Frankfurt-Dresden. Ich lese, das Buch ist spannend. Das Flugzeug landet, parkt irendwo im im Nirgendwo auf dem Vorfeld. Geblendet von der Sonne stolpere ich die Treppe, nein, die Gängwey, hinunter und werde in einen stickigen, übervollen Bus gequetscht. Der fährt minutenlang im Kreis, um den letzten Rest der Orientierung zu verwischen und entläßt mich in einer dunklen Ecke. Treppe rauf. Ich brauche noch eine Bordkarte für den Anschlussflug. Ich sehe ein Lufthansa Transfercenter. Verlassen! Wenige Menschen sind zusehen. Einige wissen scheinbar, wohin sie wollen, andere sind offensichtlich verirrt. Wo bin ich? Terminal 1, Bereich B. Manchmal findet sich doch etwas brauchbares unter den weitgehend nutzlosen Informationen, die mein Gehirn bevölkern: Lufthansa Flüge starten in Frankfurt meistens von Terminal 1A, bietet es mir an… Wie komme ich da hin? Ein winziges Schild hängt an der Decke, auf dem nichts weiter steht als A. Ich laufe darauf zu. Von dort erblicke ich ein Schlid mit A und einem schrägen Pfeil. Die Schnitzeljagd hat begonnen. Von Schlild zu Schild hangle ich mich durchs Gebäude, eine enge, versiffte Treppe hinunter und raus aus der Realität. Ich stehe in einem niedrigen Tunnel. Etwa 7m breit und 700m lang beherbergt er zwei Fußgängerbeschleunigungsbänder und dazwischen ein bischen Platz für Fußgänger mit viel Zeit, so wie mich. Die indirekte, fahle Beleuchtung wechselt periodisch die Farbe. Die sphärische Musik ist wohl leider kaputt. Treppe rauf. Ich betrete eine andere Welt. Viele Menschen. Licht. Tischfußball. Ein weiteres Lufthansa Transfercenter, diesmal sogar mit Personal. Ich bekomme meine Boardkarte und begebe mich auf die nächste Schnitzeljagd, nach meinem Gate. Ich setze mich und beginne zu lesen. Spannendes Buch. Plötzlich stehen alle auf und bilden eine Schlange. Ich kenne das schon. Erster im Bus, letzer im Flieger. Die fliegen nicht ohne mich. Schlagesteher sind Anfänger. Total uncool. Ich bleibe ganz entspannt sitzen. Ich bin nervös. Alle stehen an, außer zwei bis drei anderen Coolen. Das Verlangen sich auch anzustellen wird unerträglich. Die Stewardess, die keine ist, nimmt meine Bordkarte und steckt sie in einen Automaten. Der spuckt meinen Abschnitt mit der Sitznummer wieder aus. Wunder der Technik. Schon wieder Bus. Panik kommt auf. Steige ich ins richtige Flugzeug? War es wirklich das Gate, oder das neben dran. Kann man ins falsche Flugzeug steigen? Der Automat hat doch sicher den Magnetstreifen der Boardkarte gelesen und mit der Passagierliste abgeglichen. Oder er hat nur meinen Abschnitt abgetrennt und ausgespuckt? Hat bisher immer geklappt! Die Panik legt sich. Der Bus kurvt über das Vorfeld und hält vor einem Flugzeug. Gleicher Flugzeugtyp wie beim ersten Flug. Nein. Gleiches Flugzeug! Inklusive gleicher Besatzung! Ein Dejavu? Murmeltiertag? Oder einfach nur ein bizarrer Zufall? Ich sitze zwei Reihen weiter hinten. Ganz beruhigt bin ich erst, als sich der Captain meldet und sagt, dass in Dresden gutes Wetter herrscht.

Fliegen (mit Rad)

Und wenn es noch so sehr die Umwelt schädigt und fossile Energie verbraucht, Fliegen ist ab einer Entfernung von, sagen wir mal 600km, das einzig Wahre! Die Strecke von Frankfurt nach Bologna bedeutet im Auto mehr als 10h mühsahme Fahrt über zugestaute Alpen, während die 1,25 h Flugzeit grade genug sind, um seinen frischgeschubsten Orangensaft in Ruhe zu genießen. Aber wie kriegt man sein Fahrrad mitgenommen?
Man findet in einschlägigen Foren etwa 3 Meinungen zum Thema:

  1. Das Rad wird sorgfältig in einer professionellen Transportbox, am liebsten aus Metall, verpackt.
  2. Das Rad wird in einen Fahrradkarton gesteckt, den man beim Radladen schnorren kann.
  3. Das Rad wird praktisch gar nicht verpackt.

Wenn man sein Rad wirklich über alles liebt, kommt natürlich nur die Transportbox in Frage. Aber so eine Box ist recht teuer. Der Karton ist die preiswerte Alternative, schützt aber nach Erfahrungsberichten nicht vollständig vor Beschädigungen, vor allem, weil man dem Karton nicht mehr unbedingt ansieht, dass da ein wertvolles Rad drinsteckt. Das ist das Argument der Nichtverpacker: Das Rad wird als Rad erkannt und (toi toi toi) als solches vorsichtig behandelt. Das zweite Argument: Es macht einem das Leben einfacher, wenn das Rad noch zu schieben ist. Die Nachteile der unverpackten Methode sind, dass man die totale Zerstörung des Fahrrads riskiert, wenn die Packer ein bisschen unvorsichtig sind und dass man sieht, dass es sich um ein wertvolles Fahrrad handelt, was gewisse Begehrlichkeiten auslösen könnte…
Ich habe lange überlegt und mir auch einen passenden Karton besorgt, aber mich dann doch für die unverpackte Variante entschieden. Der Karton ist sehr groß und das Rad im Karton ist extrem unhandlich. So konnte ich das Rad in die Straßenbahn schieben und gemütlich zum Flughafen fahren. Und ich hatte in Bologna kein Problem mit dem Karton, der nicht auch noch in das sehr volle Auto meiner Eltern gepasst hätte.

Man muss den Lenker längs stellen und die Pedale abschrauben. Zusätzlich habe ich das Schaltwerk rausgeschraubt, um kein verbogenes Schaltauge zu riskieren. Außerdem hab ich die Kette in Luftblasenfolie eingepackt, um keine anderen Gepäckstücke schmutzig zu machen.
Was kostet das ganze? Hier hat sich die gute alte Lufthansa nicht mit Ruhm bekleckert: Beim ersten Anruf hieß es, Räder kosten pauschal 15€ pro Strecke. Beim zweiten Anruf hieß es, das Rad muss innerhalb der 40kg Gepäckgrenze liegen, pro Kilo Übergewicht 15€!!! Am Flughafen hieß es, das Rad müsste eigentlich innerhalb der 20kg liegen… Aber die freundliche Frau von Bodenpersonal hat es bei einem bösen Blick belassen und meine 5kg Übergewicht übersehen.
Insgesamt hat das ganze gut geklappt, wenn auch ein paar Kratzer dazugekommen sind.

Urlaub in Umbrien

Die letzte Woche habe ich im Trainingslager Urlaub Rehalager am Trasimenischen See in Umbrien/Italien verbracht. Das ganze begann mit Erschöpfung und einer Schwellung der Lymphknoten im Hals, die in den ersten Tagen gigantische Ausmaße angenommen hat. Meine linke Mandel war so groß, wie ein Tischtennisball. Am Ende kam eine kurze aber heftige Halsentzündung heraus, die inzwischen zum Glück im Abheilen ist.

So konnte ich das Rad, das ich im Flieger mitgeschleppt hatte, nur auf zwei kurzen Touren einsetzen. Interessante Episoden gibts in den nächsten 2-3 Posts, hier ersmal soviel: ‚Going Postal‘ ist das aktuelle Paperback von Therry Pratchett und wieder sehr gelungen. Spannend, lustig und wie immer mit einer einzigartigen Perspektive auf die Welt.

Unterwegs in Umbrien

Die nächste Woche bin ich beim Mountainbiken in Italien. Ich verspereche hiermit einen ausführlichen Nachbericht, mit Einzelheiten zu ‚Fliegen mit Fahrrad‘ und ‚Off-Road-MTB-Touren nach GPS fahren‘. Ich könnte auch schon einen ausführlichen Vorbericht schreiben, aber ich bin nicht ganz gesund und will noch möglichst viel Schlafen, bevor es morgen los geht.
Also dann, bis nächste Woche!

X-Men 3

Vom ersten Teil war ich im Studentenkino Darmstadt sehr angenehm überrascht. Den zweiten Teil hab ich im Fernsehen geschaut und fand ihn sehr unterhaltsam und durchgehend spannend. Teil 3 gabs dann im richtigen Kino und er war sein Geld wert. Der Film lebt vor allem von den Effekten, und hier wird wirklich sehr Spektakuläres geboten. Die Story ist nicht schlecht, wenn auch manchmal etwas zu bemüht. Aber das große Finale entschädigt eigentlich für alles. 1A Popkornkino (8/10).