Der Geschirrspüler räumt sich nicht von alleine aus – oder doch?

Gegenüber von meiner Bürotür befindet sich unsere Teeküche inkl. Geschirrspüler. Von Zeit zu Zeit gibt es bei uns in der Gruppe – nun, nennen wir es mal Diskussionen – darüber, dass immer die Selben den Geschirrspüler bedienen und vor allem ausräumen, während immer die anderen Selben, das nicht tun. Gelegentlich wird man dann daran erinnert, dass sich der Geschirrspüler nicht von alleine ausräumt.

An dieser Stelle muss ich gestehen, dass es schon vorgekommen ist, dass ich als einer der letzten im Büro saß, als der Geschirrspüler mit einem durchdringenden Piepen seine Verrichtung verkündete. Es kam dann auch vor, dass mich das Gepiepe so nervte, dass ich mich aus meinem Bürosessel erhob, um den Geschirrspüler auszuschalten. Natürlich mit dem guten Vorsatz, ihn später noch auszuräumen. Selbstverständlich könnte ich ihn auch gleich ausräumen, aber das Geschirr ist dann erstens noch sehr warm und sollte erstmal abkühlen und zweitens bin ich dann ja grade im Begriff, konzentriert irgendwas zu arbeiten, woran ich nurnoch durch das enervierende Gepiepe gehindert wurde.

Gelegentlich ist es in so einer Situation nicht zu vermeiden, dass ich das Ausräumen dann vergesse. Weil der Spüler ja nicht mehr piept. Das fällt mir dann meistens im Fahrstuhl auf der Treppe ein und ich hätte die ganze Nacht ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir nicht vornehmen würde, den Spüler gleich morgens, sobald ich ankomme, auszuräumen.

Am nächsten Morgen hat sich der Spüler dann von alleine ausgeräumt. Natürlich bin ich mir der Möglichkeit bewußt, dass eine frühaufstehende Kollegin das Ausräumen übernommen hat. Aber empirisch von meinem subjektiven Standpunkt aus betrachtet ist dieser Unterschied ohne Relevanz ;-).

Datterich 2006

Heute war es mal wieder soweit: Datterich-Ultra-Triathlon in Darmstadt auf dem Campus Lichtwiese, in und um das Hochschulstadion. Dabei handelt es sich um eine Breitensport Triathlon Veranstaltung. Die Ironman-Distanz wird dabei auf eine Zehner-Mannschaft verteilt.

Meine Teilnahme an diesem ‚Wettbewerb‘ hat mittlerweile Tradition. Meine erstes Mal 2000 war der Auslöser dafür, dass ich angefangen habe regelmäßig Sport zu treiben. Es war einfach zu frustrierend, wie ich damals auf dem Zahnfleisch kriechend im Minutentakt von alten Männern mit langen weißen Bärten überholt wurde. Inzwischen hat sich einiges getan, was meine Fitness angeht. Die Strecken von 380 m Schwimmen, 18 km Rad fahren und 4,2 km Laufen machen mir keine Angst mehr. Trotzdem reicht die Strecke, um sich ordentlich zu töten.

Dieses Jahr waren die Voraussetzungen nicht besonders gut, da ich eine krankheitsbedingte Trainingsunterbrechung in Kauf nehmen musste. Außerdem hat der späte Sommer den Beginn des Schwimmtrainings verzögert. Da also ohnehin keine neuen Rekorde zu erwarten waren habe ich auch darauf verzichtet, mein Rennrad nach Darmstadt mitzunehmen und bin mit einem geliehenen Rad angetreten. Für weitere Ausreden sorgte ein konzertbedingter Schlafmangel.

Wie ich schon gesagt habe, machen mich die Distanzen nicht mehr nervös. Meine Kondition hat sich inzwischen soweit verbessert, dass ich auch ohne spezielles Training durchhalte. Allerdings ist die Teilnahme jetzt mit zwei anderen Ängsten verbunden: Bisher konnte ich bei jedem neuen Start meine alte Zeit unterbieten, und bisher konnte ich immer schneller als meine kleine Schwester das Ziel erreichen. Dafür, dass heute die erste Serie gerissen ist, hatte ich im Vorfeld genügend Ausreden vorbereitet, die nicht auf ‚ich werde alt‘ hinausliefen. Das andere hätte aber so oder so für tiefe Depression sorgen können, besonders weil meine Schwester mit einem Halbmarathon im Mai eine beeindruckende Frühform dokumentiert hatte.

Als also heute um kurz nach sechs der Wecker ging, startete ich nicht ganz unbeschwert in den Tag. Einem hastigen Frühstück folgte ein hektischer Aufbruch und eine sehr ausgefüllte Zeit bis zum Start um Punkt acht Uhr. Davor mussten die Startunterlagen geholt und verteilt werden, die Startnummern an Rädern und Trikots angebracht werden und die Wechselzone vorbereitet werden.

Die Luft war noch kühl und das Wasser war dank der vielen sonnigen Tage zuvor angenehm temperiert, als unser Team, die moralischen Sieger, ins Wasser stieg. Soweit sogut. Doch schon unmittelbar nach dem Start war ich in Schwierigkeiten. Ich hatte ähnliche Probleme schon letztes Jahr erlebt und ging es extra vorsichtig an. Aber selbst beim langsamen Brustschwimmen bekam ich Atemnot. Ich weiß nicht, ob es am unruhigen Wasser, am Chlor oder am Wettkampfstress liegt, aber ich kann unter Wettkampbedingungen praktisch nicht schwimmen. Bald lag ich weit hinter meiner Mannschaft zurück, wurde auf der 50 m Bahn überrundet und dachte an Aufgeben. Jedenfalls war ich eine ganze Weile lang völlig damit beschäftigt, mich über Wasser zu halten, an vorwärtskommen war gar nicht zu denken. Aber Aufgeben ist natürlich keine Option und schließlich beruhigte ich mich soweit, dass ich die letzten Bahnen einigermaßen mit sehr langsamen Kraulen hinter mich brachte. Die große Hoffnung, einmal fit und ausgeruht auf’s Rad zu steigen, hatte sich also erledigt.

Immerhin waren alle anderen schon weg, und ich hatte viel Platz in der Wechselzone. Kurz abtrocknen, Trikot, Brille, Fahrradhelm, Socken (Luxus!) und Schuhe an, dann ging es weiter. Mit dem geliehenen Rad kam ich gut zurecht (danke Stephan) aber die Lunge hat noch ¾ der Strecke weh getan. Die nächste Krise kündigte sich nach der ersten Steigung an: ein kurzes, aber heftiges Zwicken in der Wade. Außerdem lag ich ziemlich weit hinter meiner Schwester, einer sehr guten Schwimmerin, zurück.

Trotz allem ist Radfahren die mit Abstand angenehmste Triathlondisziplin, und nachdem es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen konnte, war ich entschlossen, die Runden auf dem Rad so gut es ging zu genießen. Die Strecke war anspruchsvoll genug. Moderate Steigungen und Abfahrten, aber sehr enge, technisch anspruchsvolle Kurven, Spitzkehren und Schikanen. Dazu noch aktive und passive Überholvorgänge mit anderen Teilnehmern. Trotz Lungenschmerzen und sich ankündigenden Wadenkrämpfen ging es mir also ganz gut.

Ausgesprochen interessant war es, die Konkurrenz zu beobachten. Die blöden Streber, die in schmucker Triahtlonspezialbekleidung auf ihren hightech Rennmaschinen (hmm, ja ich hab auch so eine im Keller 🙂 ), vorbeiflitzen. Die weibliche Ausgabe motiviert wenigstens mit tiefen Rückenausschnitten. Oder die rollenden Verkehrshindernisse auf klapprigen Damenrädern. Ganz besonders vergnüglich sind die Erstlinge, die an der Steigung im Sattel stehend an einem vorbei sprinten, um wenige hundert Meter später erschöpft auf der Stelle zu treten. Was für ein Spaß! Als ich auch noch meine Schwester einholte, war alles prima.

Doch schon kurze Zeit später kam der erste Krampf und ich musste schreiend an den Rand der Strecke fahren. Sicher haben sich da einige Teilnehmer, die ich kurz davor hämisch grinsend überholt hatte dabei sehr über mich amüsiert. Nach kurzer Pause konnte ich vorsichtig weiterfahren. Aber leider wiederholte sich diese sehr unangenehme Erfahrung ein paar Kilometer weiter.

Der Wechsel vom Rad auf’s Laufen ist normalerweise die kritischste Phase beim Triathlon. Aber dadurch, dass ich die Letzte Radrunde krampfbedingt nicht schnell fahren konnte, war es diesmal kein großes Problem. Meine Schwester war 150m zurück und ich kam gut voran. Wie immer konnte ich auf der zweiten Streckenhälfte sogar noch zulegen und mich ein wenig mit der Konkurrenz auseinander setzen. Eine Frau in den besten Jahren, die kurz vor mir lief, rannte plötzlich in die Botanik, um Wasser zu lassen. Dann wurde ich von der laufenden Ausgabe des blöden Strebers passiert. Der war wirklich total unentspannt und lief fast so, als gäb es einen Pokal für den ersten, oder sowas (Ups… Okay…). Jedenfalls bildete ich mir ein, einigermaßen gut voran zu kommen, aber meine Schwester hatte mir einen Halbmarathon voraus und kam immer näher. Auf den letzten 250m startete ich dann meinen traditionell beeindruckenden Endspurt und zog unwiderstehlich davon 😉 .

Jetzt, fast zehn Stunden nach Zieleinlauf, kann ich immer noch nicht richtig Laufen. Und ich habe keinerlei Illusionen bezüglich der Schmerzen, die mich morgen erwarten. Also warum tue ich mir das an? Weil der Moment, in dem ich im Ziel auf dem Rücken lag, Arme und Beine weit von mir gestreckt, die Augen geschlossen und die Sonne im Gesicht, einfach nur Luft in die schmerzende Lunge saugend, der beste des ganzen Wochenendes war, vielleicht sogar mehr. Sport macht süchtig und ist daher die Mühe wert. Selbst auf dem ausgesprochen mittelmäßigem Niveau auf dem ich ihn betreibe. Also wenn ich nächstes Jahr wieder Zeit habe, werde ich wieder nicht nein sagen können und bin dabei, beim Datterich.

(Um temporalen Verwirrungen vorzubeugen: der DUT fand am 16.7. statt, ich habe den Text auch gestern geschrieben aber erst heute, am 17. Online gestellt.)

Heiß

Wir haben hier zur Zeit einen wirklich schönen Sommer mit Temperaturen, die regelmäßig die 30°C-Marke knacken. Leider sind nur unsere Labor klimatisiert, so dass wir im Büro ein wenig zu leiden haben. Ich komme noch besser klar als einige Kollegen und kann inzwischen bei fast 27°C in meiner Wohnung mit Südlage ganz gut schlafen. Aber da man als guter toitscher ja immer über dass zu jammern hat, was es grade gibt, hab ich mich zu folgenden Zeilen inspirieren lassen:

heiß

es ist heiß.
es fließt schweiß.

mund ist trocken.
feuchte socken.

starr an die wand.
maus klebt an hand.

hat keinen sinn.
tropfen am kinn.

es ist so heiß.
träume von eis.

heiß

Ab durch die Hecke

Auch der aktuelle Dreamworks-Animationsfilm Ab durch die Hecke kommt an die Pixar-Klassiker noch nicht heran, ist aber immerhin schon lustiger als Madagascar und Iceage. Schon die Eingangssequenz brachte mich zum lauten Kichern und Hammy, das hyperaktive Eichhörnchen mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ist einfach nur klasse (7/10).

Der Hunger treibts rein, der Ekel treibts runter

Als Ingenieur glaube ich aus tiefstem Herzen an den Fortschritt. So gehe ich natürlich davon aus, dass es möglich ist, ein wohlschmeckendes, gesundes, preiswertes Fertiggericht herzustellen, das man in 3-5min in der Mikrowelle zubereiten kann. Ab und zu, wenn dieser inbrünstige Glaube stärker wird als jede Vernunft (also wenn ich beim Einkaufen nicht nur hungrig sonder extrem unterzuckert bin), nehm ich mir also ein Mikrowellen-Fertiggericht mit und werde jedes mal enttäuscht.

Der heutige Kandidat war ein besonders gewagter Selbstversuch, wie ich gerne zugebe: Currywurst-Topf mit Kartoffeln von Le Chef unter der Rubrik Traditionelle Spezialitäten angeboten, erworben im Lidl-laden.

Der erste Teil war kein Problem: 5 min bei 600 W in die Mikro. Aber dann wurde es eklig: Die Wurst schmeckte relativ neutral, was okay war, aber sie schwamm in furchtbar süßem Ketchup. Dieses Schicksal teilte sie sich mit unförmigen, zum Teil noch rohen, Kartoffelbrocken. Da ich ungern verliere habe ich trotzdem alles aufgegessen und bisher hälts der Geiz auch noch drinnen. Aber bis zu meinem nächsten Selbstversuch in diese Richtung werden wohl wieder einige Monate ins Land gehen.

The Slither, Das Omen 666

Ich war mal wieder im Kino, und komme jetzt endlich dazu das auszuwerten. The Slither – Auf den Schleim gekommen Ist eine Sci-Fi-Horrorkomödie der guten Art. Es gib schöne Ekeleffekte, selbstironisch überzogene Dialoge und herrlich absurde Szenen. Ein kurzweiliger amüsanter Kinoabend, ohne viel Anspruch (7/10).

Wie man es nicht macht, zeigt das Omen 666. Die Story ist irgendwie schon bekannt. Der Antichrist kommt auf die Welt und wird irgendeiner Diplomatenfamilie untergeschoben. (Ich kenne die Originalvorlage nicht kann aber die großartige Adaption von Therry Pratchett und Neil Gaiman Ein gutes Omen sehr empfehlen.) Es gibt ein paar bemüht gruselige Momente und ein völlig unspannendes Ende in übereinstimmung mit der Prophezeiung. Spart euch diesen Film (2/10)!

Praktikum

Mittlerweile bin ich ja schon fast ein alter Hase, was die Lehre an der Uni angeht. 2-4 Praktika pro Semester, dazu schon zweimal Vorlesung, etliche Skripte geschrieben und Prüfungen beigesessen. Trotzdem erlebe ich vor solchen Veranstaltungen immernoch eine gewisse Nervosität. Ich sag mir dann immer: Hey, das sind nur Studenten. Die haben viel mehr Angst vor dir, als du vor ihnen.

Übrigens hatte ich heute morgen einen großartigen Post für diesen Blog im Kopf. Irgendwas gesellschaftskritisches. Geistreich und wie immer voller beißender Ironie mit einer unwiderstehlichen Pointe am Schluss. Leider ist nach fast 8 h AFM-Praktikum davon nichts geblieben, als diese Erinnerung. Vielleicht fällts mir ja wieder ein. Schönes WE!

Training für Nerds

Auf Nachfrage von Chris kommen hier meine Tips zur Hi-Tech Trainingsauswertung:

Ich bin mit einem GPS-Empfänger unterwegs. Mein Garmin Forerunner 201 ist für < 200€ zu haben und reicht für die meisten Belange aus, nur die Fähigkeiten zur Navigation sind etwas eingeschränkt. Wer auch Navi braucht, sollte sich den etwas teureren Fortrex 201 anschauen.

Für GPS gibt es eine ganze Reihe von shareware und freeware. Mittlerweile kann man google Earth ganz gut nutzen. Meine Lieblingssoftware ist das vielseitige GPS Utility, mit dem man GPS Daten verwalten und in alle denkbaren Formate konvertieren kann. Für die schnelle Visualisierung geht GPSVisualizer sehr gut.Für die nähere Umgebung nutze ich digitale, topographische Karten von Magicmaps . Die 3D Funktion ist ziemlich nutzlos, aber die Karten im Maßstab 1:25000 sind billiger als die TOP25-Serie der Landesvermessungsämter. Die Karten nutze ich zur Planung der Touren. Die Höhenprofile sind auch genauer, als die direkt über GPS gemessenen, weil die Höhenmessung per GPS doch noch ziemlich streut.

Meinen kleinen Garmin nutze ich inzwischen für fast alles: beim Radfahren, Joggen, Wandern, Inlineskaten und Skifahren (als Tacho).

Leider laufen hier die Links grade ziemlich Amok. Die wichtigsten zum Schluss:

Garmin, GPS-Utility, GPSVisualizer, Magicmaps

Wieder im Training

Nach einer viel zu langen, krankheitsbedingten Pause von etwas mehr als vier Wochen, habe ich wieder mit Sport angefangen. Am Sonntag morgen ist traditionell wenig Verkehr, also bin ich mal wieder auf meine rote Rennmaschine geklettert und 27 km durch die nördlichen Ausläufer des Erzgebirges geradelt. Richtig rasant wars noch nicht, und an den ersten Anstiegen hab ich gedacht, ich muss sterben :-). Die zweite Hälfte der Strecke lief dann aber ganz gut, und ich wurde für die Mühen mit großartigen Ausblicken, über Dresden, das Elbtal bis in die sächsische Schweiz oder die Hügel und Täler des Erzgebirges belohnt.

Höhenprofil Radtour DD-Possendor-Kreischa-DD