Die wahren Terroristen

Vor ein paar Jahren hat mir mein Papa ein Buch geliehen, in dem es um das Scheitern unseres Sozialstaats ging. Den Titel hab ich nicht mehr im Kopf, ist auch egal, jedenfalls wurde unter anderem vorhergesagt, dass mit der Krise des Sozialstaats die Politik nicht mehr davon leben kann, immer mehr soziale Sicherheit zu versprechen, sondern sich eine neue Begründung für den fetten Staat ausdenken muss. Als neues Thema wurde der Schutz vor Terror vorhergesagt. Und tatsächlich entblödet sich jetzt fast täglich ein neuer Politiker genau dazu (Die drehen doch alle am Rad). Heute gelesen in Spiegel-Online:

…in Zügen seien die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie in Flugzeugen nötig. Deshalb sei es sinnvoll, in Zügen Sicherheitsbeamte mitfahren zu lassen – vergleichbar mit den Sky-Marshalls in Flugzeugen.

Angeblich von Norbert Geis (CDU). Da wird eine völlig sinnfreie Behauptung aufgestellt, die dann als Argument für noch größeren Schwachsinn herhalten darf. Züge kann man nämlich schlecht entführen und auf Gebäude abstürzen lassen. Nichtmal mit biologischen Massenvernichtungswaffen. Und was macht ein Rail-Marshal gegen Kofferbomben? Ich stell mir das mal so vor:

st sitzt friedlich im ICE von Dresden nach Frankfurt. Es ist Freitag. Kurz nach Leipzig ist der Zug so richtig picke packe voll und wie es das Schicksal so will, just in diesem Augenblick muss man dringend auf das Bordklo. Sobald die rote WC-Lampe ausgeht, springt man hastig auf und versucht der erste zu sein. „Stehenbleibenoderichschieße! Nimm gefälligst deinen scheiß Koffer mit zum Scheißen, oder bist du lebensmüde?“

Da fühlt man sich doch gleich erheblich sicherer.

Die dreh’n doch alle am Rad.

In England wollten ein paar fanatische Irre Terror verbreiten und Flugzeuge in die Luft sprengen. Die gute Nachricht: Sie wurden vorher erwischt. Die schlechte Nachricht: Ihre Idee hätte prinzipiell klappen können. Das es Terroristen gibt wussten wir eigentlich alle schon. Dass die es bevorzugt auf Flugzeuge abgesehen haben auch. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen können prinzipiell niemals perfekt sein, deshalb ist das einzige, was mich an der Geschichte überrascht, dass so wenige Flugzeuge von Terroristen gesprengt werden.

Leider kann man sich über den Erfolg von Scottland Yard nicht so richtig freuen, denn es gibt in Deutschland viele Politiker, die nur auf solche Gelegenheiten warten um in theatralische Betroffenheit zu verfallen und schrecklich dumme Ideen von sich zu geben. Wieder mal sind es vor allem Unionspolitiker, die versuchen mit Panik zu punkten:

Schönbohm will das Handgepäck gleich ganz verbieten, Schäuble will nach der Nagelschere nun auch jegliche Flüssigkeit aus der Kabine verbannen… Ich weiß ja nicht, wann unser Herr Innenminister das letzte Mal eine längere Strecke in der Economy class zurückgelegt hat, aber wenn man für jeden Fingerhut voll Wasser erst die Stewardess anbetteln muss, kommt man sehr dehydriert und mit gewaltigen Thrombosen ans Ziel.

Man sollte nie vergessen: Das Ziel der Terroristen ist es nicht ein paar Menschen umzubringen, sondern sehr sehr vielen Menschen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Indem wir uns fürchten und ständig auf der Hut sein müssen, tun wir den Extremisten den allergrößten Gefallen. Sicherheit ja, aber nicht um jeden Preis!

Übrigens: am drolligsten finde ich den Versuch von Beckstein und Schönbohm, mal wieder einen Einsatz der Bundeswehr im Innern zu fordern. Was bitteschön könnte die BW gegen in Flugzeuge geschmuggelte Bomben ausrichten???

(Quelle:Spiegel-online)

Mac Trek – Die ultimative low budget Star Trek Persiflage

Ahaaaaaa ahahahaaaaa (irgendwie sphärische Chormusik)

Das Raumschiff

Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Deep-Space-Voyagerprise-9, das wenige Lichtjahre von der Erde entfernt unbekannte Welten erforscht, für die sich (zu recht) nie zuvor ein Mensch interessiert hat.

Von aussen sieht das Raumschiff, das leicht ruckelnd an einem lieblos mit gelblichen Farbklecksen betupften schwarzen Karton vorbeischwebt, aus, als wäre es eilig mit einer Heißklebepistole aus diversen Einwegverpackungen von Fertiggerichten zusammengeleimt worden. Aber das täuscht. Generationen von Wissenschaftlern und Ingenieuren haben sichergestellt, dass Deep-Space-Voyagerprise-9 sämtlichen aerodynamischen Erfordernissen des luftleeren Raums geügt, und Dank der extrem leichten Baumaterialien agil und wendig zu manövrieren ist, wenn man dabei sehr vorsichtig ist.

Das Herz von DSVP9 ist die Brücke. Dem aufmerksamen Beobachter fallen dazu drei Dinge ein: Ikea, viel Alufolie und bunte Leuchtdioden, die ohne Unterlass blinken und zuverlässig Epillepsie auslösen, wenn man zu lange hinsieht. Die technische Ausstattung erinnert an Fernseher, Bildschirme, alte Joysticks und Tastaturen ohne Windowstasten vom komunalen Wertstoffhof, oh, und natürlich ganz viel Alufolie.

Weiterer Ort von spannenden Handlungen ist der Maschinenraum. Er beschreibt sich am besten als großer Kabelsalat mit bunten LEDs (blink, blink) und dem gewaltigen Schnurps-Reaktor in der Mitte. Der Schnurpsreaktor versorgt das Schiff mit Strom für die vielen bunten Lämpchen und kann es innerhalb von nur 6,9 Sekunden auf Schnurpsgeschwindigkeit beschleunigen. Das Wichtigste aber ist der Schnurpskern, den man bei Gefahr oder sonstigem Bedarf natürlich abstoßen kann.

Wenn die Crew nach ihren aufregenden Abenteuern der Pflege und Erholung bedarf, begibt sie sich auf die Krankenstation. Es gibt eine mit Silberspray umdekorierte Sonnenliege, ein altes Fahrradergometer und, man staunt nicht schlecht, ein waschechtes Oszilloskop.

Die Crew

An Bord der DSVP9 befinden sich bis zu 800 Besatzungsmitglieder, aber nur 5 von ihnen sind der Rede wert und treten in der Serie auf.

Das Sagen hat natürlich Captain Tiberius J. Mac. Ich hätte ihn gerne als Kopf der Crew bezeichnet, aber das wäre Übertrieben. Captain Mac ist ein sehr energischer Mensch, was man unschwer daran erkennt, dass sein Gesicht praktisch nur aus Kinn besteht. Wenn es nach ihm ginge, würden sich alle Probleme durch Weglasern lösen lassen.
Falls etwas mehr Fingerspitzengefühl oder auch Verstand gefragt sind, hat der Wissenschaftsoffizier Mr. Spark seinen großen Auftritt. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um einen Außerirdischen, was man unschwer an der überaus spitzen, langen Nase erkennen kann. Eine spitze Nase ist billiger, als zwei spitze Ohren. Außerdem kann man ja nicht einfach so ALLES abkupfern.
Der Bordingenieur D. L. Bert ist unschwer als solcher zu erkennen, weil er eine gewaltige Brille vor seinen ständig feuchten Augen trägt. Seine Aufgabe ist das fachmännische Abstoßen des Schnurpskerns. Nebenbei trägt er die Frisur von Günther Netzer auf. Er ist etwas nervös und fängt meistens an zu weinen, wenn er von Captain Mac angeschrien wird.
Als Repräsentant ethnischer Minderheiten dient Lt. Charly, ein ehemaliger Obst- und Gemüsehändler aus Vietnam. Er redet nicht viel, lächelt dafür um so mehr und lenkt das Schiff.
Natürlich warten jetzt alle auf die Quotenfrau, und ich will sie nicht enttäuschen: Sie ist als solche unschwer zu erkennen, da sie überwiegend aus langen, blonden Haaren und tittenförmigem Silikon besteht. Bordschwester Stella di Luna war in einem anderen Leben Darstellerin in drittklassigen Pornofilmen. Ihre Uniform hat sie aus der Requisite von „Doktorspiele mit willigen Schwestern 17“ mitgehen lassen als sie endlich eine neue Herrausvorderung suchte. Die Herrausvorderung besteht jetzt vor allem darin, sich Text zu merken, der nicht ganz überwiegend aus sehr langgezogenen Vokalen besteht. Wie sie die Rolle gekriegt hat, kann man sich ja denken.

Folge 1

Brücke. Abgedunkeltes Licht, hektisch blinkende LEDs und ein virtueller Sternenhimmel, der von einem Beamer an die gegenüberliegende Wand projeziert wird.
Mr. Spark hält sich sichtlich gelangweilt an seiner Konsole fest und starrt vor sich hin. Charly kichert leise und lenkt. Es ist schon spät, oder eher früh und der 42. Take dieser Szene, weil die automatische Tür einfach nicht funktionieren will. Just in diesem Moment zischt sie leise und bewegt sich ein paar Zentimeter nach rechts. Es entsteht ein Spalt durch den sich ein energisches Kinn schiebt. Dem Kinn folgt ein Arm, der die Tür noch ein bisschen weiter zur Seite schiebt und Captain Mac betritt die Brücke.

Es ertönt eine Fanfare oder es klingelt irgendwo ein Handy. „Mr. Spark, informieren Sie mich!“ befiehlt eine energische Stimme, die keinen Widerspruch duldet. Die nasale Antwort folgt prompt:“Wir haben soeben einen unbewohnten Planetoiden gescannt, der absolut keine Bodenschätze enthält. Davon abgesehen ist in den letzten acht Stunden absolut nichts passiert, Captain – Sir!“

„Hmm, Planetoid, wie? – Unbewohnt… keine Bodenschätze. Also praktisch völlig überflüssig?“

„Sir, wir Nasianer glauben, dass alles im Universum seinen Platz hat!“

„Mag sein. Aber vielleicht stellt er eine Bedrohung dar.“
„Captian, ich glaube nicht…“

„Mister Spark, ich respektiere ihren Glauben, aber können sie mit 100%iger Sicherheit ausschließen, dass dieser Planetoid in irgendeiner Form für irgendwen eine Bedrohung darstellt?“

„Äh, nein, mit 100%iger Sicherheit natürlich nicht, aber“

„Weglasern!“

„Sir, ich bin mir sicher, dass das nicht nötig sein wird…“

„ICH WILL IHN WEGLASERN, VERSTANDEN?“

„Sir…“

„Alle Mann auf Gefechtstation. Das gilt auch für Schwester Luna!“

In diesem Moment werden in allen vier Ecken der Brücke Rote Lavalampen angeschaltet und es ertönt ein nervenzerfetzender auf und abschwellender Sirenenton.

„Luuutänant Charlie….. Den Panetoiden anvisieren und weglasern. Feuer. Na los.“

„Ho jaaa, Charlie lasern, Charlie lasern schnell, guuuut, jaaa.“

Die Kamera versucht einen Closeup auf Mr. Spark. Es ertönt ein undefinierbarer Hupton.

„Allmächtiger, der Planetoid wurde in 1000 Stücke gesprengt!!!“

Die Kamera schwenkt auf Cpt. Mac. Der Vater jedes selbstgefälligen Lächelns erscheint über dem Kinn.

„Ausgezeichnet. Mission erfüllt. Weitermachen. Ich werde mich umgehend zur Erholung in die Krankenstation begeben. Und stellt bitte die Sirene ab!“.

Mac verläßt die Brücke. Die Tür zischt, verharrt aber Bewegungslos. Irgendwie spährische Chormusik kündigt den Abspann an…

Poseidon & Fluch der Karibik II

Draußen regnet es in Strömen und passenderweise habe ich mir ein paar Wasserfilme angeschaut.

Poseidon ist ein aufwendiger Katastrophenfilm über ein gekentertes Passagierschiff. Naja, Luxusliner trifft es eher. Die Effekte sind vom feinsten, und die Spannung wird permanent aufrechterhalten. Aber, wie sollte es anders sein, fehlt es diesem Remake eindeutig an Originalität (7/10).

Ebenso (7/10) gibts für Fluch der Karibik 2. Für einen Disney Familienfilm bekommt man erstaunlich viele Ekligkeiten zu sehen. Effekte, Kostüme und Stunts sind sehr stark und die Mimik von Johnny Depp macht große Freude. Keira Knightly läuft meistens im Piratenoutfit rum und kommt etwas zu unsexy rüber. Besonders gefallen hat mir, dass die Drehbuchautoren ganz offensichtlich viel Monkey Island gespielt haben, denn falls es Unterschiede zwischen Davie Jones und Le Chuck gibt, hab ich sie nicht bemerkt. Das einzige was dem Film fehlt ist ein bisschen Seele. Aber wer in aller Ruhe (2,5h) einen ganz großen Eimer Popcorn verspeisen will, ist dort genau richtig.

MTB-Runde

Ist zwar schon eine Weile her, aber ich wollte euch nicht vorenthalten, dass ich eine schöne neue MTB-strecke gefunden habe. Höhepunkt ist die Babisnauer Pappel, ein über 100 Jahre alter Baum und Aussichtspunkt südlich über Dresden. Auf dem Rückweg hab ich mir die Talsperre Kauscha angeschaut. Dieses File könnt ihr in google earth laden, und die Tour nachvollziehen. Der Vollständigkeit halber gibts noch das Höhenprofil dazu.