Perfekte Momente

Zu dem Besten was einem passieren kann gehört das, was ich als einen perfekten Moment bezeichnen möchte. Ein kurzer Augenblick, nur ein paar Sekunden, in denen alles passt und besser nicht sein könnte. In diesen Sekunden ist man mehr als zufrieden, mehr als glücklich, einfach volkommen.

Meistens sind wir in solchen Momenten zu beschäftigt, um sie angemessen zu würdigen, weil sie uns völlig ausfüllen. Deshalb ist es ein besonderes Glück, wenn man einen perfekten Moment bewußt als solchen erlebt, so dass man sich auch später noch daran erinnern kann.

Einen solchen perfekten Moment hatte ich vor etwas mehr als einem Jahr im Skiurlaub:

Es war nach einer der letzten Abfahrten des Tages. Die Piste war leer gewesen und ich hatte mich ganz dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben. Dann saß ich im Sessellift mit einigen meiner besten Freunde. Ich packte einen Schokoriegel aus und biß ab. Ich hatte also das Blut voller Adrenalin von der letzten Abfahrt, den Mund voller Schokolade, war von lieben Menschen umgeben und dann kam unser Sessel über eine Kuppe und die Sonne lachte mir mitten ins Gesicht.

Ein perfekter Moment.

Hannibal Rising…

…ist das wahrscheinlich letzte Prequel zum Schweigen der Lämmer. Wie wurde Hannibal Kanibal? Natürlich – Überraschung – durch ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit.

Der Film beginnt sehr spektakulär mit eindringlichen Kriegsszenen. Den größten Teil des Film bestimmt ein relativ vorhersehbarer Rachefeldzug mit einigen Folter-, Verstümmel- und Metzelszenen.

Muss man nicht gesehen haben, ist aber besser als SAW III, deshalb (5/10).

Populistischer Unfug, Episode 1000 und irgendwas…

Unser Verkehrsminister plant eine Reform der Kfz-Steuer. Diese soll sich in Zukunft vor allem nach den Emissionen eines Autos richten und nicht mehr nach Hubraum. Und vor allem die CO2 Emissionen sollen ein wichtiges Kriterium werden.

Hallo?

Man kann sicher einen gewissen standartisierten Verbrauchswert Sprit/100 km für ein Fahrzeug ermitteln. Die tatsächlichen Emissionen hängen aber davon ab, wie man fährt und vor allem wieviel man fährt. Um CO2 Ausstoß zu sanktionieren gibt es deshalb nur eine sinnvolle Methode: Den Verbrauch von Benzin zu besteuern. Und das gibts schon. Seit 1994 unter dem schönen Namen Ökosteuer.

Autos, die viel verbrauchen, aber eben auch wenig fahren zu besteuern, bewirkt genau das Gegenteil der urspünglichen noblen Absicht: Wenn ich in Zukunft mal die Umwelt schonen will indem ich statt Auto Zug oder Rad fahre, dann geht das nicht, weil ich ja mein Steuergeld zurückfahren muss.

Sinnvoller wäre ein prozentualer oder fixer Zuschlag auf die Kfz-Steuer, der zweckgebunden in die Subventionierung des ÖPNV und den Ausbau von Radwegen fließt.

Valentinstag

Wie schon Halloween ist auch der Valentinstag inzwischen nicht mehr zu ignorieren. Das Fernsehen bearbeitet einen schon Monate im voraus, im Radio (immerhin MDR-info) war „heute ist Valentinstag“ gestern die erste Meldung der Nachrichten. Die Bäcker-Azubine pinselte mit akkuraten Strichen „Valentinstag, nicht Vergessen“ ans Schaufenster. Wie könnte man?
Darüber hinaus ist mir aber eigentlich nix aufgefallen. Wenigstens keine ungewöhnlich glücklichen Verliebten, wie woanders befürchtet.
Am penetrantestes waren noch die Valentinstagsanbebote im Lidl-Laden:

  • Glasvase mit Plexiglasherz, 4,99€
  • Perlenschmuck mit Süßwasserzuchtperlen, 4,99€
  • Partnerschlüsselanhänger in Herzform oder als YingYang, 2,99€
  • Schlüsselkette mit Herzchen, 2,99€
  • CD „Happy Valentine“, 4,99

Ein wenig unromantisch fand ich persönlich ja eine Meldung aus England. Dort gibt es ab dem Valentinstag Viagra ohne Rezept.
Nett zusammengefasst gibt es das Wesentliche dieses Tages hier. Entwarnung gibts aber erst nächsten Mittwoch, denn bis dahin ist Fasching!

Mein Laster

Ich trinke kein Alkohol (wenigstens nicht zum Spaß) rauche nicht (aus Prinzip) und halte mich mit Süßigkeiten zurück (meistens manchmal). Ein Laster habe ich aber doch: Ich dusche gerne. Lange. Heiß.

Das ist vermutlich auch die beste Erklärung für meine gerötete Kopfhaut (nicht das billige Shampoo und auch nicht die trockene Luft…).

Jedenfalls hab ich manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir überlege, wieviel gutes Trinkwasser ich so Woche für Woche über meinen Körper fließen lasse. Und dann ist das Wasser auch noch warm. Ich trage also auf eigentlich unverantwortliche Weise zur Klimakatastrophe bei, weil ich vermeidbaren CO2 Ausstoß verursache.

In ein paar Jahren wird deshalb vielleicht sogar jemand sterben. Bzw. ich trage zum Untergang einer kleinen Insel bei. Irgendwo in Fidji oder so.

Konsequenterweise sollte ich also mit dem Warmduschen aufhören…

Vergesst es! Ich will nicht, ich kann nicht und Fidji futschi, Pech gehabt, ist mir doch egal!

Neulich beim Friseur

Ich gehe nicht gerne zum Friseur. Keine Ahnung, wahrscheinlich gehe ich es falsch an. Aber allein da Anrufen zu müssen, um einen Termin zu machen löst einen gewissen Widerwillen aus.

Dazu muss man wissen, dass ich die Haare auf meinem Kopf als Haare betrachte und nicht als Frisur. Sie sollen einigermaßen ordentlich aussehen, mir nicht im Gesichtsfeld rumhängen und schnell trocknen. Von einem Friseur bzw. einer Friseuse erwarte ich deshalb eigentlich nur, dass die Haare gekürzt und die Kanten begradigt werden, was jeder Azubi in der dritten Lehrwoche auf die Reihe bekommen sollte. Deshalb ist es mir eigentlich egal, wer das dann macht und ich bestehe nicht wie fortgeschrittene Friseurkunden darauf, dass mir z. B. immer nur die Gabi die Haare schneidet. Den Salon meines Vertrauens hab ich ausgesucht, weil er ca. 200 m von meiner Wohnung entfernt ist.

Meistens klappt das auch ganz gut. Eine nette Junge Frau bringt die Haare in Form, ohne mir ein Ohr abzukauen oder schwierige Fragen zu stellen. Manchmal gerate ich aber an die Chefin des Ladens…

Die betrachtet ihr Handwerk als Kunst und ist in heilliger Mission unterwegs. Sie beginnt den Termin meistens mit einer schwierigen Frage: „Wann waren Sie denn zum letzten Mal hier?“. In meiner Naivität beantworte ich die Frage wahrheitsgemäß:“Weiß nicht genau, vor ein paar Monaten.“ Damit handele ich mir das erste mißbilligende Stirnrunzeln ein. Inzwischen weiß ich, dass die Frage eh nur ein Test ist. Die Frau sieht es den Haaren an, wann sie das letzte Mal geschnitten wurden. Jedenfalls sitze ich dann meistens schon mit einem latent schlechten Gewissen auf dem Stuhl. Normalerweise geht dann dafür aber alles glatt. Nicht so neulich.

Der erste Angriff erfolgte noch vor dem ersten Schnitt. Sie wollte mich gratis ein neues Stylingprodukt ausprobieren lassen. Das sollte meinem Aussehen den gewissen Pep geben, der im Moment noch fehlen würde. Ich ignorierte diese freundliche Kompliment und ging sofort in die Defensive. Ich bin nicht so der Stylingproduktetyp und brauche keinen Pep. Vielen Dank. Während des Schneidens erinnete ich mich daran, dass man ja aufgeschlossen und offen für Neues sein sollte und entschied mich, das Stylen zuzulassen. Und sofort folgte der zweite Angriff.

„Ihre Kopfhaut ist gerötet. Was für ein Shampoo verwenden Sie?“ Ich hasse es zu lügen und bin auch nicht gut darin. Nach wenigen Sekunden Verhör hatte es aus mir rausgeholt: Ich verwende das ganze Jahr über Antischuppenshampoos unterschiedlicher Hersteller und zur Zeit die billigvariante von Lidl. Ihr Entsetzen war echt oder sehr überzeugend gespielt. Sofort ließ sie Kamm und Schere fallen und präsentierte mir die Produktpallete der edelsten Shampoos von Wella. Die kosten zwar 5 mal soviel wie normales Shampoo, seien aber vieeeel besser und auch wesentlich ergiebiger, so dass sie dann in Wirklichkeit auch nur doppelt so teuer sind wie die ätzende Discounterbrühe.

Zum Schluss der Sitzung musste ich mir nur noch eine kleine Standpauke anhören, weil ich nach dem Rasieren kein Aftershavebalsam verwende. Dann hatte ich es geschafft. Naja, nicht ganz. Das Stylingprodukt fehlte natürlich noch. Haarwachs oder so. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass die Haare verstrubbelt werden. Ich hasse verstrubbelte Haare. Zu ihrer großen Enttäuschung wollte ich kein Haarwachs kaufen. Ich kaufte eine 200 ml Shampooflasche für 9,90€.
(Testbericht folgt)

Perspektive

Die Fachwelt ist sich wohl einig. Das Klima ändert sich (dramatisch) und die Ursache ist der anthropogene Treibhauseffekt. Alle Politiker sind sich deshalb ebenso einig: Es muss etwas geschehen! Nur das Was? Wann? Wo? und Wie? bleibt noch zu klären.

Nachdem wir für das ob nur wenige Jahrzehnte gebraucht haben, bin ich zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Jahrhunderts mit ersten effektiven Maßnahmen rechnen können.

Auch kleinere perspektivische Verzerrungen sind bis dahin wohl auszuräumen, wie die von US-Energieminister Samuel Bodman. Er meint doch tatsächlich, dass die USA nur einen geringen Anteil am Kohlendioxid-Ausstoß haben. Und er hat ja recht. Dreiviertel oder 75% davon werden außerhalb der USA ausgestoßen.

Flags of our fathers

Die Schlacht um die kleine japanische Insel Iwojima gilt als Meilenstein im Pazifikkrieg. Clint Eastwood hat diese Schlacht jetzt verfilmt und zwar gleich zweimal. Der erste Film, Flags of our fathers, schildert die Ereignisse aus amerikanischer Sicht. Der zweite, Letters from Iwojima stellt die japanische Sicht dar.

Bei Flags steht weniger das eigentliche Kriegsgeschehen im Mittelpunkt, das jedoch im Stil von Private Ryan sehr eindringlich inszeniert ist, sondern die Vermarktung von drei Überlebenden, die am Aufstellen der US-Flagge auf dem Mount Suribashi beteiligt waren.

Das Ergebnis ist ein wirklich guter Kriegsfilm, der über das eigentliche Gefecht weit hinaus geht und dadurch dem Zuschauer Einblick in neue Dimensionen der Absurdität des Krieges gewährt (7/10).

(Ich unterscheide nicht zwischen Kriegsfilm und Antikriegsfilm. Ein guter Kriegsfilm, der die Begebenheiten realistisch darstellt, wirkt immer als Antikriegsfilm).

Saw III

Viele Trioligien folgen gewollt oder nicht dieser Regel: Teil eins ist gut, Teil zwei – naja, Teil drei – gut oder sogar besser als Teil eins.

Saw erfüllt diese Regel nicht ganz. Teil eins lebte von einer sehr intensiven klaustrophobischen Spannung, die zum Großteil daher rührte, dass der Zuschauer nicht wusste, worum es eigentlich geht. Damit hatten es alle folgenden Teile naturgemäß schwerer.

Teil zwei war dem entprechend ein wildes und wirres Gemetzel, geschnitten im MTV-Style, unterlegt mit einem Soundtrack von 9-inch-nails.

Teil drei ist besser als Teil zwei, kommt aber an den ersten Teil lange nicht heran. Auch dieser Teil ist brutal und eklig und keinesfalls für schwache Nerven geeignet. Der Höhepunkt ist eine improvisierte Schädeloperation. Ich habe den Verdacht, dass die Macher so ein bisschen versuchen nicht allzusehr hinter Hostel zurückzubleiben (den hab ich selbst nicht gesehen, kenne ihn aber aus sehr eindringlichen Erzählungen). Jedefalls gibt es eine ganze Reihe von Nebenrollen, deren ganzer Auftritt aus einer extrem grausamen Sterbeszene besteht.

Am Schluss gibt es ein paar Überraschungen die einen nach dem ganzen Blutvergießen aber nicht mehr großartig beeindrucken können. Ich hoffe, es bleibt bei einer Triologie. Also wenn man auf Ekelszenen und erschreckt werden steht und auf ’ne gute Story pfeift kann man sich das angucken (4/10).