Verkehrt

Meistens wache ich morgends irgendwann vor dem Wecker auf. Sagen wir, ich schaue gegen 6:20 zum ersten mal auf die Uhr. Ich fühle mich ausgeruht und bereit für den Tag und denke an alles Mögliche. Um 6:30 geht dann der Wecker.

Ich reagiere darauf, indem ich den Wecker aus- und das Licht einschalte. Durch das Licht sollte mein Melatoninspiegel sinken und ich sollte frisch und munter in den Tag hopsen. Soviel zur Theorie.

In der Praxis überfällt mich in dem Moment, in dem das Licht angeht eine lähmende Müdigkeit und das unbändige Verlangen, mir die Decke über den Kopf zu ziehen und in alle Ewigkeit weiterzuschlafen. Dem folgt ein zähes Gefecht mit meinem inneren Schweinehund, das sich bis zu einer halben Stunde hinziehen kann. Meistens ist es nur die Neugier auf die Siebenuhrnachrichten, die mich effektiv aus dem Bett treibt.

Und das ist doof.

Der 16. Januar

Der Tag begann mit einem Adrenalinstoß. Es war noch mitten in der Nacht und ich war wach und nervös. Nach einigen Stunden Herumgewälze kam das erlösende Weckersignal. Frühstück muss sein, also überwand ich den Würgereflex. Dann kam das Aufbrezeln. Ein gelungener Schlipsknoten als erstes Erfolgserlebnis.

Gegen acht war Abfahrt. Erstes Ziel: Das Institut auf der Hallwachsstraße in der Hoffnung, dass der reservierte Beamer wirklich da sein würde.

Er war. Dr. Kreher erzählt noch was von erst kürzlich getauschter Lampe. Genau sowas wollte ich hören!

Um kurz vor halb neun war ich im Kutzbachbau/302. Ein hoffnungslos überheizter, steriler weißer Raum. Ich verbrachte die Zeit mit Überlegungen wo ich später den Beamer aufbauen würde. Die winzige Leinwand vorne links? Oder doch lieber alles umdrehen und die große weiße Rückwand nutzen.

Irgendwann kam die Protokollfürhrerin und beteiligte sich an der Debatte. Schließlich, kurz vor neun, stieg die Nervosität wieder an. Noch kein Mitglied der Prüfungskommission war eingetroffen.

Stattdessen kam eine nette Sekretärin, die uns mitteilte, dass die _gesamte_ Veranstaltung in einen anderen (schöneren) Raum verlegt worden war.

Dort warteten schon die Prüfer und mein Prüfungs-kommissionsvorsitzender.

Nach der Prüfung ging es wieder um das Thema Innenarchitektur. Der neue Raum hatte eine schöne große Leinwand, so dass es nur noch um die Bestuhlung ging.

Im ersten Entwurf sollte die Prüfungskommission in der ersten Reihe sitzen, die Gäste dahinter. Das gefiel der Sekretärin nicht, weil so ja die Gäste von der Diskussion gar nichts mitbekämen. Also wurden die Kommissionsplätze in die letzte Reihe verlegt.

Kurz darauf kam der Vorsitzende herein und monierte, dass die Kommission ja so über die Köpfe der Gäste hinweg reden müsste. Also wurden die Gästereihen um 90° gedreht entlang der Seitenwände aufgebaut.

Nachdem nun alle mit der Bestuhlung zufrieden waren, konnte ich mich endlich um die Technik kümmern.

Für den nächsten Adrenalinstoß sorgten meine Eltern mit der Nachricht, dass ihr knapp kalkulierter Flug 45 Minuten Verspätung hatte und sie es wahrscheinlich nicht rechtzeitig schaffen würden. Aber zwei Minuten vor Beginn waren sie dann doch da.

Der Vortrag lief gut, ich habe nur ein paar Kleinigkeiten vergessen. Die anschließende Diskussion war ein Traum!

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Am Nachmittag gabs dann die Feier am MBZ. Durch ein paar kleinere logistische Fehler meinerseits kam davor noch mal ein bisschen Stress auf. Aber dann wurde es sehr schön und es gab auch ordentlich Spaß auf meine Kosten:

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Es war ein toller Tag! Vielen Dank an alle, die mitgemacht, mitgefiebert und mitgefeiert haben!

Onkel Doktor…

Onkel bin ich inzwischen, das andere ist gerade in Arbeit.

Wie es aussieht kommt wohl doch nix mehr dazwischen und ich werde heute in einer Woche mein Rigorosum ablegen und anschließend meine Diss verteidigen.

Wer mich also mal so richtig nervös erleben möchte, komme (in angemessener Kleidung 😉 ) am 16.1. um 11:30 in den Kutzbachbau der TU-Dresden (Zi. 302).

So oder so findet dann nachmittags ab 17:00 im großen Semiaraum am MBZ eine kleine Feier statt.

Ab ins Dschungelcamp

Ich hätte es eigentlich nicht für möglich gehalten, aber seit einigen Tagen kündigt RTL in anstrengenden Trailern eine Fortsetzung von ‚Ich bin ein Star, holt mich hier raus‘ an.

Das ist eben jene Dschungelcamp-Show, in der sich verzweifelte C und D Promis per Telefon von den Zuschauern foltern lassen um endlich mal wieder ins Fernsehen zu dürfen.

Das Konzept finde ich total fair. Wenn ich mir ein Feature für meinen Fernseher der Zukunft wünschen könnte, wäre das ein Knopf auf der Fernbedienung, mit dem ich einer beliebigen Person auf dem Schirm Schmerzen zufügen kann. Bei IBESHMHR (Akronyme für beliebte Fernsehformate sind soooo coool!) geht das nur per Telefon und leider, leider sind die Moderatoren der Show von der Folter ausgeschlossen. Aber die Richtung stimmt!

Wenn man die teilnehmenden ‚Stars‘ fragt, warum sie sich den Quatsch antun kommt immer das gleiche BlaBla von wegen Grenzerfahrung und Persönlichkeitsentwicklung usw. Aber in Wirklichkeit geht es doch nur darum, ein paar Talkshow-Auftritte, ein paar CD-Verkäufe oder, mit ganz viel Glück, sogar eine eigene ‚Quiz‘-Sendung auf 9-Live zu ergattern.

Nun hat sich in den bisherigen Staffeln aber herausgestellt, dass peinliche Auftritte im Wald der Karriere sogar eher schaden als nutzen. Das bedeutet, dass die diesjährigen Kandidaten ganz sehr extem verzweifelt sein müssen um trotzdem teilzunehmen. (Schließlich könnten sie ja auch für Kati Witt Schlittschuhlaufen oder mit Stefan Raab im Wok ne Bobbahn runterrodeln um mal wieder auf sich aufmerksam zu machen).

Ich wäre natürlich kein anständiger Sadist, wenn ich mich an dieser Verzweiflung nicht wenigstens ein kleines bisschen ergötzen könnte.

Wer also könnte gerade so verzweifelt sein?

Ich erwarte einige Fragmente von kürzlich aufgelösten Boy- oder Girl-groups, deren Solokarriere nicht so richtig in Schwung kommen wollte und vielleicht den einen oder anderen ‚Schauspieler‘, der den Ausstieg bei seiner Seifenoper mittlerweile bereut, weil es mit Hollywood doch nicht so ganz geklappt hat. Oder völlig unbekannte Angehörige von fast unbekannten Schauspielern.

Vielleicht kommt ja Eva Herrmann. Oder Ralf Schuhmacher. Oder die Cora (dem Ralf seine Frau). Oder Gabriele Pauli.

Habt ihr irgendwelche Vorschläge?

Lost

nennt sich eine TV-Serie, die ich unergründlicherweise total klasse finde. Lost ist aber auch mein Amazon-Weihnachtsgeschenke-Paket. Laut DHL-Tracking wartet es seit 22.12. vergangenen Jahres in irgendeinem Paketzentrum auf Abholung.

Amazon hat einen netten Call-back-Service, der mir prompt weitergeholfen hat und die Sendung nochmal losschickt. Mal sehen, was so kommt…