Gastautor

Seit ein paar Wochen nervt mich so ein aufgedrehter Fernsehkoch damit, dass er unbedingt sein neustes Rezept auf meiner Seite vorstellen will. Da mir selbst grad eh nix einfällt: Bitte schön!

Hey Leute, alles klar? Wie geht’s euch so? Ich hoffe, ihr habt Hunger mitgebracht. Oh Mann, ich find es total cool, dass ich endlich mal auf dieser Webseite kochen darf! Ist das nicht unglaublich, ist das nicht einfach unglaublich? Also los, fangen wir gleich an:

Die wichtigste Zutat für dieses Rezept ist ein schönes frisches Graubrot. Ihr könnt ein Roggenmischbrot nehmen, oder ein Weizenmischbrot, oder ein sogennanntes Bauernbrot, oder ein Krustenbrot, eigentlich ganz egal. Ich nehme aber am liebsten das Roggenbrot, weil es den etwas kräftigeren Eigengeschmack hat. Am besten kauft ihr das Brot direkt vom Bäcker, dann sollten da keine Konservierungsstoffe drin sein und ihr könnt es richtig frisch bekommen. Das es wirklich ganz frisch ist, erkennt ihr daran, dass es noch schön elastisch ist. Seht ihr, wie ich den Laib in der Mitte zusammendrücken kann? Oh wow, wie das duftet! Was für ein herrliches Aroma!

So, jetzt nehmen wir den Laib in die linke Hand und nehmen ein großes Messer mit einer gewellten Klinge dazu. Ich nenne das ein Brotmesser. So, und damit schneiden wir den jetzt Brotlaib durch. Einfach in der Mitte durchschneiden. So. Hmmmmmm, dieser Geruch ist wirklich einmalig!

Die eine Hälfte können wir jetzt erstmal zur Seite legen und von der anderen schneiden wir jetzt, wieder mit dem Brotmesser, eine schöne Scheibe runter. Und Leute, dabei ist es echt ganz wichtig, dass die Scheibe die richtige Dicke hat: Ein kleines bisschen breiter als mein Zeigefinger. So, versucht mal die Scheibe möglichst schön gerade abzuschneiden. Ja, mit ein bisschen Übung kriegt ihr das sicher auch hin. Wenn die Scheibe zu dünn ist, dann trägt sie nicht, dann ist sie total instabil und wabbelig und kriegt leicht Löcher in der Mitte oder reißt woanders ein. Zu dicke Scheiben sind noch schlimmer, die erschlagen dann das ganze Gericht, ich schwör euch das Leute!

Okay, wenn wir jetzt so eine schöne, wunderbar duftende Brotscheibe haben, dann kommen wir zur zweiten wichtigen Zutat. Ich sag euch dass ist echt der Hammer Leute! Hier haben wir echte Butter vom Biobauern! Ihr könnt natürlich auch normale Butter nehmen, aber wollt ihr wirklich, dass für euer Essen irgendwelche Kühe gequält werden?

So, es ist ganz wichtig, dass ihr die Butter schon ein paar Minuten aus dem Kühlschrank draußen habt, damit sie jetzt nicht zu fest ist, denn dann könnt ihr sie mit einem kleinen Messer aufnehmen und einfach über das Brot streichen. So wie hier jetzt. Einfach drüberstreichen. Wisst ihr, Fett ist nämlich ein Geschmacksträger und Butter besteht fast nur aus Fett, zu über 80% oder so.  Also die Butter verstärkt auf ganz fantastische Art den herrlichen Eigengeschmack von unserem Graubrot. Hmm, sagenhaft!

So, was wir jetzt haben ist schon eine sehr leckere Mahlzeit. Ich nenne dieses Gericht ‚Butterbrot‘. Ihr könnt jetzt einen kleinen grünen Salat dazu machen, eine Scheibe Wurst oder Käse drauflegen, oder es einfach so aus der Hand essen, einfach nehmen und abbeißen. MM, fanfaftiff! Hmm.

Aber Leute, es wird sogar noch besser. Schaut mal ich nehme jetzt einfach noch eine Prise Salz und streue sie über das Butterbrot, einfach drüberstreuen. Der Geschmack ist echt gigantisch! Oder ihr streut ein paar kleingehackte Gartenkräuter darüber. Es gibt einfach unendliche Variationsmöglichkeiten! Deswegen lieb ich dieses Rezept auch so, es wird einfach nie langweilig, weil man durch ganz einfache Sachen dem ganzen eine ganz neue Note verleihen kann!

Oh, Mann ist es echt schon wieder so spät geworden? Ich fand es echt großartig, dass ich heute hier mit euch kochen konnte, aber jetzt muss ich los, sonst krieg ich wieder Ärger mit Jules und das wird dann morgen in der Zeitung wieder total aufgeblasen! Also dann, bis zum nächsten Mal vielleicht. Oder ihr schaltet einfach mal meine Sendung ein oder kauft mein Kochbuch! Machts gut, Leute!!!

Ja. Prima. Also dann, guten Appetit und äh, fröhlichen Montag.

Die sind doch alle gedopt…

Jetzt nicht nur die Radsportler, sondern auch die Pferde von den Reitsportlern.

Neulich stand was dazu bei Spiegel-online. So ein Reitfunktionär hat vorgeschlagen, nicht mehr die Reiter zu sperren sondern die gedopten Pferde.

Find ich nur fair. Was können denn die Reiter dafür, wenn diese neurotischen, krankhaft ehrgeizigen Sportgäule alles schlucken und drücken, was die Apotheke so hergibt?

„Böser SirLancelot, böses böses Pferd! Wie oft hab ich dir gesagt, nicht die Sterroide… Blöder Gaul blöder, siehst du, jetzt bist du gesperrt. Jetzt fahr ich ohne dich zum Derby. Das hast du jetzt davon.“ – „Der Sir ist ja so ein intelligentes Pferd, aber er hat einen schwierigen Charakter. Störrisch wie ein Esel sag ich immer und er kann einfach nicht verlieren.“

Mein modernes Möbelmarkt Märchen Teil 3

Drittes Kapitel – Per Sören erzählt

Auf diesen Handel ging ich natürlich gerne ein und erfuhr so von dem großen Geheimnis hinter dem Erfolg der Möbelkette:

Ihr Gründer, damals ein junger Mann Namens Ingvar, war schon als Kind sehr geschäftstüchtig gewesen und hatte sich ein ganz erkleckliches Taschengeld verdient indem er die abgelegenen Höfe der Nachbarschaft mit Zündhölzern aus der nächsten Stadt belieferte.

Die älteren Leute, die damals seine Kunden waren, luden ihn oft auf ein Glas Limonade in ihre Küchen ein und erzählten ihm Geschichten von früher und aus dem Reich der Fabelwesen. Zunächst hatte er nur aus Höflichkeit zugehört doch bald war ihm aufgefallen, wie sehr sich die Geschichten ähnelten, so dass er zu der Überzeugung kam, dass an der Sache etwas wahres dran sein müsste.

Also begann er mit offenen Augen durch die Wälder zu streifen und die erste Begegnung mit einem der weitverbreiteten Gnomlingen ließ nicht lange auf sich warten. Dann entdeckte er immer mehr Fabelwesen die er bald ansprach und die den freundlichen Jungen sogleich ins Vertrauen zogen.

So erfuhr er vom König der Trolle, der seit ewigen Zeiten der Herrscher über alle Fabelwesen war und dem sie alle gehorchen mussten.

Einige Jahre später, als Ingvar groß ins Möbelgeschäft einsteigen wollte, stieß er zunehmend auf Schwierigkeiten. Seine Möbel waren, so wie er sie sich erdacht hatten, in der Herstellung zu teuer, um sich gut zu verkaufen.

Also nutzte er sein Wissen um die Fabelwesen um dem König der Trolle eine Falle zu stellen. Als er diesen in seiner Gewalt hatte, mussten alle Fabelwesen ihm dienen und mit ihrer Hilfe, konnte er nicht nur sein Möbelgeschäft vor dem Ruin bewahren, sondern so günstig produzieren, dass er bald Filialen im ganzen Königreich und schließlich auf der ganzen Welt gründen konnte.

Damit beendete Per-Sören der Wichtelflike seine Erzählung und leerte meinen Porzellanfingerhut, den ich ihm als Becher angeboten hatte.

„Soll das heißen ihr müsst Zwangsarbeit leisten?“ – „Nein, das war nur ganz am Anfang so. Jetzt haben wir längst Gewerkschaften und einen Betriebsrat. Die meisten von uns sind ganz zufrieden so. Die Arbeit ist nicht allzu schwer und die Bezahlung ist sehr gut.“ Mit leicht glasigen Augen blickte er mich an und fügte hinzu: „Wir sind wie eine große Familie, es ist schön dazu zugehören.“ Dann stand er auf und lud sich sein Tragegestell auf den Rücken. „Herzlichen Dank für das Getränk. Aber jetzt muss ich leider weiter, sonst schaff ich mein Pensum nicht.“

Ich brachte ihn noch zur Tür und verabschiedete ihn herzlich, indem ich ihm mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig die Hand schüttelte. Dann ging ich wieder Bett. Schlaf fand ich in dieser Nacht freilich keinen mehr.