Euro – find ich gut!

Seit zehn Jahren haben wir jetzt den Euro statt der D-Mark. Und aus meiner Sicht ist das das beste Argument gegen direkte Demokratie. Ich find den Euro klasse und es gibt viele Fakten die dieses Gefühl untermauern.  Aber wenn ich mir die Leserbriefe und Straßeninterviews zum Thema anschaue, komme ich mir ziemlich einsam vor.

Der Euro war in den letzten zehn Jahren sehr stabil. Nach Meinung der meisten Experten hat die Wirtschaft in Europa und vor allem in Deutschland sehr vom Euro profitiert. Ich kann kreuz und quer durch Europa reisen, ohne Geld zu tauschen und ohne irgendeinen Ausweis zu zeigen. Das ist doch der Hammer.

Trotzdem glaubt der Mann von der Straße, dass wegen dem Teuro alles teuer geworden ist. Als Beweis werden dann dunkel erinnerte D-Mark-Preise von ‚irgendwann in den Neunzigern‘ mit den aktuellen Euro-Preisen verglichen. Als ob zu D-Mark Zeiten nie irgendwas teuerer geworden wäre.

Deswegen gibt es wahrscheinlich bald ein Volksbegehren, die D-Mark wieder einzuführen und die Mauer wieder aufzubauen, weil früher eben einfach alles besser war.

Ach ja und dann gibt es da noch die sogenannte Euro-Krise. Diese Krise ist aber in Wirklichkeit eine Staatsschuldenkrise die zustande gekommen ist, weil Politiker strukturelle Probleme lieber verdrängen, kaschieren und durch Haushaltsdefizite verschieben, als sie durch unpopuläre Reformen nachhaltig zu lösen. Von diesem Problem sind bei weitem nicht nur Eurostaaten betroffen. Im Euro-Raum muss es allerdings eine gemeinsame Lösung geben. Das führt zu Diskussionen und die führen zu Aufmerksamkeit und dem falschen Eindruck, dass das Problem hier größer ist, als überall sonst.

Im Maastricht-Vertrag ist ein Verschuldungsziel von <60% des BIP vorgesehen. Nach diesen Kriterien ist auch Deutschland seit 2003 überschuldet mit aktuell ~80%! (Das entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt der Euro-Zone)

Ganz düster sieht es in Japan aus mit >200% und die großartigen US of A haben bereits die 100% Marke gerissen.  Einen relativ aktuellen Zwischenstand sieht man hier.

Die Krise bestätigt, was eigentlich schon jeder weiß: Es ist nicht möglich auf Dauer über die eigenen Verhältnisse zu leben, ohne dass das Konsequenzen hat. Für Staaten gilt das gleiche wie für Unternehmen und private Haushalte: Ein Defizit muss die Ausnahme sein und nicht die Regel!

Und weil die Politiker im alltäglichen Wahlkampfwahn die dafür nötige Disziplin niemals durchhalten, muss es dafür strenge Regeln geben, die auch nicht einfach bei Bedarf gebeugt werden können (siehe USA Schuldengrenze).

Das wär doch mal was für’s neue Jahr…