Ampelgehampel

Gestern war ich mal wieder im Kino (Dredd, spannend, brutale action, endlich mal wieder ein 3D-Film, bei dem man merkt, dass er 3D ist, aber eigentlich egal). Jedenfalls bin ich mit dem Fahrrad dahin gefahren.

Unterwegs komm ich an eine rote Ampel. Und halte an. (Natürlich, ich halte mit dem Rad _immer_ an roten Ampeln. Hab ja auch Licht am Rad, bin also Vorbild).
Ein anderer Radfahrer (ebenfalls mit Licht, und sogar mit Warnweste [Soll wohl heißen ‚Achtung ich bin kein Vorbild‘]) fährt an mir vorbei, gibt Handzeichen!!! biegt an der roten Ampel rechts ab, umkurvt daraufhin elegant die Verkehrsinsel an der Einmündung der Querstraße, gibt wieder Handzeichen!!! und biegt rechts auf die ursprüngliche Strecke ab.

Rechtlich und praktisch hat er damit natürlich die rote Ampel überfahren (ich glaube sogar zweimal, weil beim zweiten Abbiegen die Ampel auch schon wieder rot war). Von daher wäre es eigentlich schneller gegangen, wenn er einfach grade aus drüber gefahren wäre.
Was sollte also der komische Umweg?

  • Rechts über die Ampel ist nicht so schlimm, wie grade aus?
  • Rote Ampel überfahren = Minuspunkt, aber Handzeichen = Pluspunkt, also in Summe neutral?
  • Ich hab die Ampel schon gesehen, ich respektier sie auch irgendwie, aber ich hab trotzdem keine Lust zu warten?

Also liebe Radfahrer, wenn ihr schon rote Ampeln überfahren wollt, dann steht wenigstens dazu!

Spielzeugheli

Bin ich erwachsen? Nein, noch nicht ganz :-). Ich habe mir einen 3-Kanal IR fernsteuer Spielzeughubschrauber gekauft.

Warum? Weil ich beim Durchgucken von Spielzeugkatalogen (Lieblingslektüre vom 3-jährigen Sohn meiner Freundin noch vor Rabe Socke) festgestellt habe, dass ich einen haben will. Als dann auch noch Aldi einen im Angebot hatte, war das ein klares Zeichen von [höhere Macht deiner Wahl].

Ich habe allerdings nicht bei Aldi gekauft, sondern dem anderen großen Laden mit A.

Das Spielzeug der Wahl heißt Falcon X, ist natürlich blau und hat bunte LEDs. Der Indoor-Heli ist ziemlich klein und nach dem ‚Der-Klügere-gibt-nach‘-Prinzip konstruiert. Die Rotorblätter sind aus einigermaßen flexiblem Kunststoff und klappen sich erst bei Rotation aus, so dass sie sich bei Kollision wieder wegklappen können. Eingebaute MEMS-Gyroskope ermöglichen eine halbwegs stabile Fluglage (wobei, ein ‚wie angenagelt in der Luft stehen‘ wie es in einigen euphorischen Rezensionen heißt, habe ich bis jetzt nicht so direkt beobachtet).

Die Steuerung funktioniert über zwei gegenläufige Hauptrotoren, die im Stand ihr Drehmoment ausgleichen und für eine Drehung eben unterschiedlich laufen. Und einen aufwärts gerichteten Propellor am Heck, der den Heli nach vorn oder hinten kippen kann, um ihn nach vorwärts oder Rückwärts fliegen zu lassen. Also geht Links-drehen, Rechts-drehen, vor, zurück und natürlich rauf und runter. Seitlich kippen kann diese simple Helivariante nicht.

Der eingebaute Akku kann über die mit 6 (in Worten: SECHS!!!) AA-Batterien bestückte Fernbedienung, oder ein USB-Kabel geladen werden und reicht aktuell für ca. eine Viertelstunde Beschäftigung, wobei das nicht nur Flugzeit ist.

Wie fliegt sich das Teil? Also erstmal ist das ganze nicht so einfach, wie es aussieht und erheblich komplizierter als z.B. ein ferngesteuertes Auto. Beim Abheben bricht der Heli meistens etwas in die eine oder andere Richtung aus, bis die Fluglageregelung das Ganze stabilisiert. Steigen und Sinken bedeutet leider nicht, dass man vorsichtig Gas geben kann um dann langsam mit konstanter Geschwindigkeit zu steigen, sondern man hat in der Regel eine gleichförmig Beschleunigte Bewegung, sobald man das empfindliche Gleichgewicht zwischn Auf- und Abtrieb verändert.

Also konkret: Mann gibt Vollgas und es passiert ersmal recht wenig. Dann hebt er ab. Dann steigt er. Mann freut sich. Er steigt immer schneller. Mann reagiert und nimmt Gas weg. Er steigt nicht mehr ganz so schnell aber ist inzwischen ja auch schon fast an der Decke. Mann ist erschrocken und nimmt alles Gas weg. Heli berührt kurz die Decke und fällt dann wie ein Stein runter. Mann ist verzweifelt.

Weitere Schwierigkeiten: Wenn der Heli vorwärts fliegen soll, verliert er natürlich etwas Auftrieb, braucht also gleichzeitig mehr Gas nach oben. Und bei der billigen kostengünstig produzierten Fernsteuerung ist es gar nicht so einfach, nach vorne zu lenken, ohne gleichzeitig eine Drehung auszulösen.

Fazit:

Es fliegt und ich kann es irgendwie lenken. Das ist total cool!!! (Von Kontrolle zu sprechen wäre zu viel gesagt. )

Es sieht nicht aus, als ob es für die Ewigkeit gebaut wäre, aber für gut 20€ muss es das wohl auch nicht. Es ist nicht leicht zu bedienen, aber der Suchtfaktor ist hoch.

Aktueller Flugplan: Vor dem Fernseher starten, über den Couchtisch fliegen und möglichst sanft auf dem augeklappten Bettsofa (1,60x2m) landen. Bei Erfolg freuen.  Wieder starten, wenden und auf Teppich 1 landen. Freuen. Wieder starten und auf Teppich 2 Landen. JUBEL. Falls Heli immernoch aufrecht steht, geht’s nochmal richtung Sofa…