Skigymnastik – oder das Dämlichste was ich seit langem getan habe

Gute Vorbereitung ist alles. Und da ich das Thema Projekt 20 sehr ernst nehme, bin ich auf das Angebot meiner Betriebssportskigruppe eingegangen und habe mich zur Skigymnastik angemeldet.

Nach zwei Trainingseinheiten ist es nun an der Zeit eine erste Bilanz zu ziehen:

Zunächstmal muss ich darauf hinweisen, dass das Ski in Skigymnastik etwas irreführend ist. Die Betonung liegt eigentlich auf Gymnastik. Nun ja, der Zweck heiligt die Mittel und die Idee bei der Skigymnastik liegt darin, seinen Körper auf die Beanspruchung durch die bevorstehende Skisaison vorzubereiten.

Zum Skifahren braucht man Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht – und Beweglichkeit schadet auch nicht. Also im Endeffekt läuft es auf stinknormale Gymnastik raus.

Apropos stink. Da ich leider der wahrscheinlich einzige Mensch bin, der beim Sport nach Rosen mit Honig und einem kleinen Schuß Vanille riecht bin, ist die Luft in der kleinen Turnhalle und in der Umkleide (Angstschweiß) nicht so ganz erfrischend.

Aber zurück zur Gymnastik: Die meiste Zeit muss man da komische Bewegungen machen. Manchmal mit Armen und Beinen gleichzeitig. Zur Musik. Und im Rhythmus.

Aus meiner ganz eigenen Perspektive spielt sich das ungefähr so ab:

Vorturner bewegt irgendwie die Arme und Beine. Im Rhythmus. Ich schau kurz wie ein Bus und versuche dann das nachzumachen. Klappt nicht. Nochmal gucken. Geht der Arm nach rechts, wenn das Bein nach links geht, oder anders? Klappt wieder nicht. Ah, so ungefähr. Mist, ich mach’s genau andersrum, wie alle anderen. Kurz Pause und dann richtig wieder reinkommen. Mist, wieder falsch. Fast hingefallen. Ogott. Zum Glück kennt mich hier fast keiner. Hat keinen Zweck das. Vielleicht ist mein Schuh offen? Nee, leider nicht. Mach ich halt was anderes. Irgendwie Hopsen und mit Armen und Beinen wackeln. Merkt bestimmt keiner. Oh, strenger Blick vom Vorturner. Nagut einen Versuch noch. Ups, Nachbarn getreten. Sorry. Ich gucke konzentriert auf den Boden und hopse einfach nur hoch und runter. Pfiff, nächste Übung…

Ach ja, zu meiner intuitiven Entscheidung damals in der achten Klasse die Tanzschule zu verweigern gratuliere ich mir hiermit nochmal ganz herzlich.

Jedenfalls ist Skigymnastik eine super Sache, ich werde total fit und wahnsinnig beweglich sein und deshalb werde ich nicht aufgeben. Die eine oder andere kleine Demütigung am Montag abend hat ja schließlich noch keinem geschadet.

Killerspiele endlich verbieten!

Neulich bei dem Amoklauf in Ansbach gab es zum Glück keine Toten sondern ’nur‘ ein paar Verletzte. Und was fällt auf: Auf dem Computer des Täters wurden _keine_ Killerspiele gefunden!

Das beweist eindeutig, dass Killerspiele an allem schuld sind. Amokläufer, die sich mit Killerspielen vorher auf das Amoklaufen vorbereiten, richten erheblich mehr Schaden an als andere, die es nur ‚mal im Fernsehen gesehen haben‘.

Damit ist klar, es gibt absolut keinen Grund den sportlichen Sportschützen das Trainieren mit großkalibrigen, automatischen Waffen zu verleiden, sondern es ist viel wichtiger die Killerspiele, vor allem dieses brutale Paintball zu verbieten.

Gastautor

Seit ein paar Wochen nervt mich so ein aufgedrehter Fernsehkoch damit, dass er unbedingt sein neustes Rezept auf meiner Seite vorstellen will. Da mir selbst grad eh nix einfällt: Bitte schön!

Hey Leute, alles klar? Wie geht’s euch so? Ich hoffe, ihr habt Hunger mitgebracht. Oh Mann, ich find es total cool, dass ich endlich mal auf dieser Webseite kochen darf! Ist das nicht unglaublich, ist das nicht einfach unglaublich? Also los, fangen wir gleich an:

Die wichtigste Zutat für dieses Rezept ist ein schönes frisches Graubrot. Ihr könnt ein Roggenmischbrot nehmen, oder ein Weizenmischbrot, oder ein sogennanntes Bauernbrot, oder ein Krustenbrot, eigentlich ganz egal. Ich nehme aber am liebsten das Roggenbrot, weil es den etwas kräftigeren Eigengeschmack hat. Am besten kauft ihr das Brot direkt vom Bäcker, dann sollten da keine Konservierungsstoffe drin sein und ihr könnt es richtig frisch bekommen. Das es wirklich ganz frisch ist, erkennt ihr daran, dass es noch schön elastisch ist. Seht ihr, wie ich den Laib in der Mitte zusammendrücken kann? Oh wow, wie das duftet! Was für ein herrliches Aroma!

So, jetzt nehmen wir den Laib in die linke Hand und nehmen ein großes Messer mit einer gewellten Klinge dazu. Ich nenne das ein Brotmesser. So, und damit schneiden wir den jetzt Brotlaib durch. Einfach in der Mitte durchschneiden. So. Hmmmmmm, dieser Geruch ist wirklich einmalig!

Die eine Hälfte können wir jetzt erstmal zur Seite legen und von der anderen schneiden wir jetzt, wieder mit dem Brotmesser, eine schöne Scheibe runter. Und Leute, dabei ist es echt ganz wichtig, dass die Scheibe die richtige Dicke hat: Ein kleines bisschen breiter als mein Zeigefinger. So, versucht mal die Scheibe möglichst schön gerade abzuschneiden. Ja, mit ein bisschen Übung kriegt ihr das sicher auch hin. Wenn die Scheibe zu dünn ist, dann trägt sie nicht, dann ist sie total instabil und wabbelig und kriegt leicht Löcher in der Mitte oder reißt woanders ein. Zu dicke Scheiben sind noch schlimmer, die erschlagen dann das ganze Gericht, ich schwör euch das Leute!

Okay, wenn wir jetzt so eine schöne, wunderbar duftende Brotscheibe haben, dann kommen wir zur zweiten wichtigen Zutat. Ich sag euch dass ist echt der Hammer Leute! Hier haben wir echte Butter vom Biobauern! Ihr könnt natürlich auch normale Butter nehmen, aber wollt ihr wirklich, dass für euer Essen irgendwelche Kühe gequält werden?

So, es ist ganz wichtig, dass ihr die Butter schon ein paar Minuten aus dem Kühlschrank draußen habt, damit sie jetzt nicht zu fest ist, denn dann könnt ihr sie mit einem kleinen Messer aufnehmen und einfach über das Brot streichen. So wie hier jetzt. Einfach drüberstreichen. Wisst ihr, Fett ist nämlich ein Geschmacksträger und Butter besteht fast nur aus Fett, zu über 80% oder so.  Also die Butter verstärkt auf ganz fantastische Art den herrlichen Eigengeschmack von unserem Graubrot. Hmm, sagenhaft!

So, was wir jetzt haben ist schon eine sehr leckere Mahlzeit. Ich nenne dieses Gericht ‚Butterbrot‘. Ihr könnt jetzt einen kleinen grünen Salat dazu machen, eine Scheibe Wurst oder Käse drauflegen, oder es einfach so aus der Hand essen, einfach nehmen und abbeißen. MM, fanfaftiff! Hmm.

Aber Leute, es wird sogar noch besser. Schaut mal ich nehme jetzt einfach noch eine Prise Salz und streue sie über das Butterbrot, einfach drüberstreuen. Der Geschmack ist echt gigantisch! Oder ihr streut ein paar kleingehackte Gartenkräuter darüber. Es gibt einfach unendliche Variationsmöglichkeiten! Deswegen lieb ich dieses Rezept auch so, es wird einfach nie langweilig, weil man durch ganz einfache Sachen dem ganzen eine ganz neue Note verleihen kann!

Oh, Mann ist es echt schon wieder so spät geworden? Ich fand es echt großartig, dass ich heute hier mit euch kochen konnte, aber jetzt muss ich los, sonst krieg ich wieder Ärger mit Jules und das wird dann morgen in der Zeitung wieder total aufgeblasen! Also dann, bis zum nächsten Mal vielleicht. Oder ihr schaltet einfach mal meine Sendung ein oder kauft mein Kochbuch! Machts gut, Leute!!!

Ja. Prima. Also dann, guten Appetit und äh, fröhlichen Montag.

Die sind doch alle gedopt…

Jetzt nicht nur die Radsportler, sondern auch die Pferde von den Reitsportlern.

Neulich stand was dazu bei Spiegel-online. So ein Reitfunktionär hat vorgeschlagen, nicht mehr die Reiter zu sperren sondern die gedopten Pferde.

Find ich nur fair. Was können denn die Reiter dafür, wenn diese neurotischen, krankhaft ehrgeizigen Sportgäule alles schlucken und drücken, was die Apotheke so hergibt?

„Böser SirLancelot, böses böses Pferd! Wie oft hab ich dir gesagt, nicht die Sterroide… Blöder Gaul blöder, siehst du, jetzt bist du gesperrt. Jetzt fahr ich ohne dich zum Derby. Das hast du jetzt davon.“ – „Der Sir ist ja so ein intelligentes Pferd, aber er hat einen schwierigen Charakter. Störrisch wie ein Esel sag ich immer und er kann einfach nicht verlieren.“

Mein modernes Möbelmarkt Märchen Teil 3

Drittes Kapitel – Per Sören erzählt

Auf diesen Handel ging ich natürlich gerne ein und erfuhr so von dem großen Geheimnis hinter dem Erfolg der Möbelkette:

Ihr Gründer, damals ein junger Mann Namens Ingvar, war schon als Kind sehr geschäftstüchtig gewesen und hatte sich ein ganz erkleckliches Taschengeld verdient indem er die abgelegenen Höfe der Nachbarschaft mit Zündhölzern aus der nächsten Stadt belieferte.

Die älteren Leute, die damals seine Kunden waren, luden ihn oft auf ein Glas Limonade in ihre Küchen ein und erzählten ihm Geschichten von früher und aus dem Reich der Fabelwesen. Zunächst hatte er nur aus Höflichkeit zugehört doch bald war ihm aufgefallen, wie sehr sich die Geschichten ähnelten, so dass er zu der Überzeugung kam, dass an der Sache etwas wahres dran sein müsste.

Also begann er mit offenen Augen durch die Wälder zu streifen und die erste Begegnung mit einem der weitverbreiteten Gnomlingen ließ nicht lange auf sich warten. Dann entdeckte er immer mehr Fabelwesen die er bald ansprach und die den freundlichen Jungen sogleich ins Vertrauen zogen.

So erfuhr er vom König der Trolle, der seit ewigen Zeiten der Herrscher über alle Fabelwesen war und dem sie alle gehorchen mussten.

Einige Jahre später, als Ingvar groß ins Möbelgeschäft einsteigen wollte, stieß er zunehmend auf Schwierigkeiten. Seine Möbel waren, so wie er sie sich erdacht hatten, in der Herstellung zu teuer, um sich gut zu verkaufen.

Also nutzte er sein Wissen um die Fabelwesen um dem König der Trolle eine Falle zu stellen. Als er diesen in seiner Gewalt hatte, mussten alle Fabelwesen ihm dienen und mit ihrer Hilfe, konnte er nicht nur sein Möbelgeschäft vor dem Ruin bewahren, sondern so günstig produzieren, dass er bald Filialen im ganzen Königreich und schließlich auf der ganzen Welt gründen konnte.

Damit beendete Per-Sören der Wichtelflike seine Erzählung und leerte meinen Porzellanfingerhut, den ich ihm als Becher angeboten hatte.

„Soll das heißen ihr müsst Zwangsarbeit leisten?“ – „Nein, das war nur ganz am Anfang so. Jetzt haben wir längst Gewerkschaften und einen Betriebsrat. Die meisten von uns sind ganz zufrieden so. Die Arbeit ist nicht allzu schwer und die Bezahlung ist sehr gut.“ Mit leicht glasigen Augen blickte er mich an und fügte hinzu: „Wir sind wie eine große Familie, es ist schön dazu zugehören.“ Dann stand er auf und lud sich sein Tragegestell auf den Rücken. „Herzlichen Dank für das Getränk. Aber jetzt muss ich leider weiter, sonst schaff ich mein Pensum nicht.“

Ich brachte ihn noch zur Tür und verabschiedete ihn herzlich, indem ich ihm mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig die Hand schüttelte. Dann ging ich wieder Bett. Schlaf fand ich in dieser Nacht freilich keinen mehr.

Mein Modernes Möbelmarkt Märchen Teil 2

Zweites Kapitel – Eine Falle schnappt zu

Alsdann befestigte ich ein paar Meter dünner Drachenschnur an einem der Bleistifte. An das andere Ende band ich einen alten Fahrradkorb. Den Bleistift klebte ich mit doppelseitigem Klebeband auf den Boden. Grade so fest, dass er in der Lage war, das Gewicht des Korbes zu halten, aber doch so leicht, dass man ihn mit ein wenig Kraft würde lösen können. An die Schnur knüpfte ich noch ein Glöckchen, bevor ich die sie über dem Haken, der die Deckenlampe hielt, aufhängte. Und zwar so dass der Korb direkt über dem festgeklebten Bleistift baumelte.

Die richtige Klebkraft zu finden war nicht ganz leicht. Und in den ersten zwei Nächten gab es falschen Alarm, weil der Kleber sich von selbst löste. Aber schließlich erwies sich die primitive Falle als effektiv.

Mitten in der Nacht erwachte ich vom Geräusch der herabfallenden Glocke, eilte in die Stube, schaltete das Licht ein und entdeckte eine kleine Gestalt, etwa so hoch wie zwei Handbreit, die aufrecht in der Mitte unter dem Korb stand und mir mit großen Augen entgegenblickte.

„Wen haben wir denn da?“ fragte ich mir vergnügt die Hände reibend. „Jespersen der Name, Per-Sören Jespersen, sehr angenehm“, antwortete die Gestalt zu meiner großen Verblüffung.

Das Wesen hatte annähernd menschliche Züge, war aber am ganzen Körper von kurzem blondem Haar bedeckt welches entfernt an ein Hamsterfell erinnerte. Bekleidet war Per-Sören Jespersen mit einer blauen Hose und einem gelben Hemd. Auf Brusthöhe trug er ein kleines Namensschild. Ich musste mich ganz zu ihm herunter beugen, um es lesen zu können. Per-Sören stand darauf geschrieben und unter dem Namen waren einige europäische Flaggen abgebildet. Auf den Rücken geschnallt trug er eine Art Tragegestell, in dem bereits ein halbes Duzend Bleistifte steckten.

Eine Weile sahen wir uns nur an. Schließlich brach Per-Sören das Schweigen: „Es tut mir leid, dass ich dich geweckt habe. Aber zu dieser ausgeklügelten Falle kann ich nur gratulieren! So etwas erlebt man nur noch selten in diesen Tagen.“

„Du sprichst.“, stellte ich fest. „In der Tat und zwar fließend in drei verschiedenen Sprachen.“ Stolz deutete er auf die Flaggen auf dem Namensschild.

Inzwischen hatte ich mich etwas gefangen und traute mich die entscheidende Frage zu stellen: „Was bist du eigentlich? Und was tust du nachts in meiner Wohnung?“- „Ich bin ein Wichtelflinke. Wir sind ein wenig bekanntes Volk von Fabelwesen und werden üblicherweise der Gruppe der Überdäumlinge zugerechnet. Oh, und hier erfülle ich meine Aufgabe, die Bleistifte zurückzuholen.“ – „Moment“, erwiderte ich, „die Bleistifte gibt es umsonst. Die sind geschenkt. Die sind nicht zum zurückholen. Die brauche ich noch!“ „Du brauchst“, Per-Sören holte ein kleines Notizbuch hervor und blätterte kurz darin, „42 Bleistifte für dich alleine? Soviele hast du dir nämlich bloß im vergangenen Jahr ausgeliehen. Dass diese Stifte ein Geschenke sind, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der, zugegeben, von meinem Arbeitgeber durchaus so gewollt ist. Aber auf Seite 72 der allgemeinen Geschäftsbedingungen steht ausdrücklich, dass die Bleistifte den Kunden nur leihweise zur Verfügung stehen. Demgemäß bin ich durchaus berechtigt, sie zurückzuholen.“

Wieder schwiegen wir eine Weile. „Verstehe,“ log ich und fragte dann: „Wie kommt es, dass ein Wichtel wie du für ein Möbelhaus Bleistifte einsammelt?“ – „Wichtelflinke! – Das ist eine lange, nicht unkopmlizierte Geschichte. Aber wenn du mir erlaubst, diesen Käfig zu verlassen und mir einen Schluck von dem vorzüglichen Obstbrannt aus deiner Küche anbietest, erzähle ich sie dir.“

Mein modernes Möbelmarkt Märchen – Teil 1

Es war einmal, und ist doch noch gar nicht so lange her, da gab es hoch im Norden ein großes Königreich mit stolzer Geschichte, das von ausgedehnten Seen inmitten undurchdringlicher Wälder bedeckt war. Diese Wälder waren die Heimat von somanch sonderbarer Art, wie Trollsteinern, Kubolden, Baumschraten, Irrwichtern, Gnomlingen, Bärfiesen, und Wichtelflinken. Sie alle lebten trotzt ihrer merkwürdigen Eigenheiten in anscheinender Eintracht miteinander und gingen den Menschen wo immer möglich aus dem Weg. (Die Menschen ihrerseits hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, die seltsamen Gestalten ihrer eigenen Fantasie zuzuschreiben und waren fast Ausnahmslos in der Lage diese völlig zu ignorieren, selbst wenn sie ihnen begegneten. )

Doch heute ist dieses Königreich vor allem für eine Kette von Einrichtunghäusern bekannt, die praktische und elegante Möbel zu sehr günstigen Preisen in Alle Welt verkauft. Die Wälder haben ihren Zauber verloren und sind größtenteils zu Baumplantagen geworden, die dieser Kette den Rohstoff für die beliebten Möbel liefern.

Und was ist aus den vielen Fabelwesen geworden? Nun, viele kamen mit der neuen Situation nicht zurecht, vor allem die Bärfiesen, die schon in uralten Fabeln Sturheit und Beharrlickeit verkörperten. Einige haben aber eingesehen, dass sie mit der Zeit gehen müssen und haben sich feste Jobs gesucht. Die meisten von denen arbeiten, natürlich, für besagte Möbelkette.

Sicher fragt ihr euch, woher ich das weiß. Nun, das begab sich folgendermaßen:

Erstes Kapitel – Ein unheimlicher Verdacht

Wie viele Leute in meinem Alter, habe auch ich die günstigen Angebote des besagten Unternehmens gerne in Anspruch genommen. Und ich habe es nicht geschafft, mich mit der Schreiberei über Wasser zu halten, indem ich jemals gratis Bleistifte ausgeschlagen hätte. Ihr wisst sicher, wovon hier die Rede ist.

Im selben Maße, in dem sich meine Einrichtung mit der Zeit vervollständigte, gewöhnte ich mich an die Annehmlichkeit, an jedem Fleck in meiner Bleibe einen kleinen Bleistift in Reichweite zu haben, falls es mir in den Sinn käme einen Gedanken zu notieren.

Doch irgendwann ging mir auf, dass sich die Zahl dieser Bleistifte mit der Zeit verringerte, obwohl ich nicht gerade selten mit frischer Beute aus der nächstgelegenen Möbelfiliale zurückkehrte. Zunächst schenkte ich diesem Umstand keinerlei Bedeutung. Ich bin ja nicht gerade für meine Ordnungsliebe berühmt geworden. Aber dennoch wuchs ein leiser Zweifel in mir heran, der mit der Zeit immer nagender wurde.

Eines Tages hielt ich es nicht mehr aus und durchsuchte in aller Gründlichkeit meine Wohnung um sämtliche Bleistifte zusammen zu sammeln, die sich noch darin fanden. Es waren ganze neun. Nach einer sehr fundierten Schätzung, die ich sogleich anstellte, hätten es wenigstens dreißig sein müssen.

Diese Diskrepanz war so verblüffend, dass ich nicht umhin konnte, der Sache nachzugehen. Also machte ich mich sogleich auf den Weg, um einen Küchenrollenhalter ‚Kroken‘ und sieben weitere Bleistifte zu beschaffen. Alle sechzehn Bleistifte versah ich mit einer unauffälligen Markierung und verteilte sie wieder in meiner Wohnung.

In den folgenden Tagen machte ich es mir zur Angewohnheit, abends vor dem zu Bett gehen die Vollständigkeit der markierten Stifte zu kontrollieren. Bereits nach zwei Tagen musste ich den Verlust von zweien zur Kenntnis nehmen, die in der Küche und auf der Fensterbank im Wohnzimmer deponiert gewesen waren.

Ich muss zugeben, dass mich diese Entdeckung, obwohl ich sie nicht ganz unerwartet machte, zutiefst beunruhigte, ja geradezu um den Schlaf brachte. So kam es wenige Tage später, dass ich nach einigen Stunden nervösen Halbschlafs aufstand um einen Schluck Wasser zu trinken. Als ich im Gang das Licht einschaltete, meinte ich einen kleinen Schatten in meinem Schreibzimmer verschwinden zu sehen. Ich ging sofort hinterher um den kleinen Raum gründlich zu durchsuchen, kehrte aber ohne Erfolg in mein aufgewühltes Nachtlager zurück und schrieb die Erfahrung meinem nervösen, übernächtigten Zustand zu.

Doch gleich am nächsten Morgen sah ich nach meinen Bleistiften und als drei weitere fehlten, allein zwei aus der Schreibstube, war mir klar, dass meine übermüdeten Sinne mir keinen Streich gespielt hatten.

Meine Verwirrung wandelte sich schnell in gerechte Wut. Irgendjemand, oder Etwas, drang nachts in meine Wohnung ein um meine Bleistifte zu stehlen. Ich sann auf Rache!

Nachhaltiger Kaffee

Bei Aral gibt es jetzt nachhaltigen Kaffee. Das macht mich irgendwie total zuversichtlich. Ich habe das starke Gefühl, dass das der entscheidende Schritt in die richtige Richtung sein könnte.

Ich meine, wenn es jetzt schon nachhaltigen Kaffee an der Tankstelle gibt, dann ist das nachhaltige Benzin doch nur noch eine Frage der Zeit. Und wenn wir erstmal nachhaltiges Benzin haben, dann haben wir es geschafft, dann ist die Welt gerettet und dann wird endlich alles gut!

Bis es soweit ist gönn ich mir jetzt erstmal ein nachhaltiges Frühstück mit Brötchen vom Biobäcker und nachhaltigem Tee aus eigenem Anbau (guuuutes Kraut, richtig guuuutes Kraut!).

Und dann geht’s nachhaltig Sonne tanken. Genießt den Sommer!

PPP zur Finanzkriese

Die Krise greift um sich, die Hoffnung schwindet, die Verzweiflung wächst und niemand scheint zu wissen wo es lang geht. Höchste Zeit für populistische Maßnahmen. Die können die Krise vielleicht nicht lösen, aber mit Sicherheit würden sie die Stimmung verbessern:

  1. Schluss mit mit den gigantischen Finanzhilfen für Banken. Denen immer mehr Geld zu geben obwohl sie gerade bewiesen haben, dass sie damit nicht umgehen können ist verantwortungslos und fahrlässig.
    Statt die plötzlich aufgetauchten Milliarden in bodenlose Bilanzlöcher der Banken zu schaufeln sollte man das Geld besser in günstige Immobilien investieren. Da zahlreiche Länder mit schönen Landschaften in finanziellen Schwierigkeiten sein sollen, läßt sich da bestimmt einiges machen. Italien hat ja ein paar sehr nette Gegenden.  Und Griechenland hat vielleicht die eine oder andere hübsche Insel im Angebot. Ebenso wie Spanien: Deutschland sollte Mallorca kaufen! Oder Island.
  2. Neue Einnahmequellen erschließen: Die Bundesmarine jagt Piraten am Horn von Afrika. Welcher große reiche Junge träumt nicht davon mal selbst ein Priatenschiff zu versenken? Analog zum Weltraumtourismus – Kriegstourismus. 5 Mio. € pro Woche inklusive Abschussgarantie und Erinnerungsvideo, aufgenommen vom Bordhubschrauber der Fregatte.
  3. Wiedereinführung drastischer Strafen zur Abschreckung: Pro 100 Mio. verzockter € muss der verantwortliche Vorstand einen Tag an den Pranger.
    Die PPP fordert drei Tage Pranger für jeden Anlageberater, der einer ahnungslosen Oma windige Derivate verkauft hat.
  4. Boni-Steuer: Leistungsabhängige Bonuszahlungen werden bis zu 50% vom Grundgehalt mit den normalen Steuersatz belegt. Für alles darüber gilt 75% Bonus-Steuer.
  5. Good news days: Die Pressefreiheit wird eingeschränkt. Dienstags, Donnerstags und am Wochenende wird die Verbreitung von schlechten oder beunruhigenden Nachrichten streng verboten.