Deutsche Filme

Ja, ab und zu schaff ich es doch noch ins Kino. Zuletzt waren zwei deutsche Komödien dran: Soul Kitchen und 13 Semester.

Soul Kitchen ist eine sehr gelungene Beziehungskommödie mit viel Witz und Tempo. 13 Semester ist als Film nicht ganz so herausragend, aber auf jeden Fall kurzweilig. Und die Darmstadt-Fraktion wird vieles wiedererkennen von der Bibliothek, den Mensen bis hin zur HEAG-Straßenbahn.

Komisch, wieso war ich eigentlich nie im Woog-Bad?

Im falschen Film?

Mädchen und Frauen wohin Mann blickt und auffallend wenige Kerle. Spätestens als beim ‚Sex and the City‘-Trailer hysterisches Kreischen ausbricht, steht fest, dass mein Testostreronspiegel kilometerweit über dem Durchschnitt liegt. In was für einen Film bin ich da bloß geraten?

Juno ist sechzehn geht auf die Hischool und ist aus Versehen schwanger geworden. Wie sie mit der Situation umgeht und wie sich dadurch ihre Beziehungen zu Eltern, Freundin, dem erschrockenen Vater in spe, und den werdenden Adoptiveltern ihres ungeborenen Kindes entwickeln ist Thema dieser niedlichen Komödie.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich die Geschichte vielleicht ein kleines bisschen zu glatt entwickelt. Aber grade deshalb ist Juno ein idealer Aprilwetterkuschelfilm und bekommt von mir (7/10) Punkte.

Ps.: Der sehr geniale Soundtrack darf auf keinen Fall unerwähnt bleiben!

Ratatouille

Hurra, Pixar ist wieder da!

Nachdem ich von Cars sehr enttäuscht war (so enttäuscht dass ich offenbar nichtmal dazu gebloggt habe), kann ich den neusten Animationsfilm wieder sehr empfehlen.

Technisch werden wie gewohnt neue Maßstäbe gesetzt, die Story ist unterhaltsam und es gibt viele gelungene Gags.

Vor allem aber gibt es wieder einen großartigen Vorfilm: Lifted. Ich habe Tränen gelacht und um Atem gerungen!

Unterm Strich bleiben ‚Die Unglaublichen‘ aber mein Pixar Favorit, deshalb gibt es 8/10.

Rezept zum Verlieben…

…ist nur fast so kitschig, wie sich der Titel anhört. In Wirklichkeit ist es ein Remake von dem sehr schönen deutschen Film Bella Martha. Es geht um einen Menschen, der ganz in seinem Beruf aufgeht, weil er dort mehr Kontrolle hat als im Privatleben. Zwischenmenschlichen Beziehungen geht er gezielt aus dem Weg, bis ein Schicksalsschlag das nicht mehr zulässt und dadurch letztendlich zu einer glücklichen Ausgewogenheit führt.

Cathrine Zeta-Jones-Douglas ist wie immer großartig anzusehen. Davon abgesehen ist das Original vorzuziehen (5/10).

Shooter

Richtig gute Action, ausnahmsweise mit einem überzeugenden Plot. Nachdem aber die Fronten geklärt sind steht ein gut gemachter Rachefeldzug im Vordergrund, der das letzte Drittel des Films beherrscht. Der Film zu 99% ohne Lovestory aus und eignet sich damit auch für alle, die grade etwas unromantisch drauf sind. Großes Kino (8/10).

Filme der Woche: 300 und Last Radio Show

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen in den Film 300 gegangen, denn mein Eindruck nach den Trailern war: so’n Scheiß.

Diese geringen Erwartungen konnte 300 dann natürlich doch übertreffen. Wenn man darüber hinwegsehen kann, dass der Film als Plädoyer für Eugenik gesehen werden kann und wenn einem martialische Sprüche wie: „Freiheit gibt es nicht umsonst, Freiheit kostet Blut!“ nicht zuviel Galle in den Mund treiben, ist der Film gar nicht so schlecht. Die Machart erinnert an Sin City und Wächter der Nacht. Es wird viel mit Musik und Zeitlupe gearbeitet, die Effekte stehen im Vordergrund. Ich würde 300 als Popcornfilm mit Einschränkung empfehlen (6/10).

Uneingeschränkt empfehlen kann ich den letzten Film von Robert Altman, Last Radio Show. Es geht um die letzte Ausgabe einer Radiosendung, die in einem Theater live vor Puplikum produziert wird. Das Geschehen auf der Bühne, Moderationen, live gesprochene Werbebotschaften und natürlich live gesungene Songs, nimmt im Film genauso viel Raum ein, wie Szenen hinter der Bühne. Dabei gibt es slapstickartige Komik vom Sicherheitschef, großartige Dialoge in der Maske, einen blonden Engel und einen Todesfall. Ich musste oft lachen, der Film ist einfach nur schön (8/10).

Tagebuch eines Skandals

Ein Beziehungsfilm mit Judy Dench und Kate Blanchett. Eine Junge Lehrerin geht trotz glücklicher Ehe mit einem reichlich älteren aber sehr liebevollen Mann (zwei Kinder) mit ihrem 15-jährigen Schüler ins Bett (bzw. auf den Rangierbahnhof). Ihre alte (latent lesbische) Kollegin bekommt die Affaire mit und erpresst damit Aufmerksamkeit und Nähe.
Dench und Blanchett spielen hervorragend. Es gibt ein paar großartige Dialogszenen und einiges über zwischenmenschliche Beziehungen, was zum Nachdenken anregt. Allerdings trägt die wahre Geschichte nicht über den ganzen Film (7/10).

Hannibal Rising…

…ist das wahrscheinlich letzte Prequel zum Schweigen der Lämmer. Wie wurde Hannibal Kanibal? Natürlich – Überraschung – durch ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit.

Der Film beginnt sehr spektakulär mit eindringlichen Kriegsszenen. Den größten Teil des Film bestimmt ein relativ vorhersehbarer Rachefeldzug mit einigen Folter-, Verstümmel- und Metzelszenen.

Muss man nicht gesehen haben, ist aber besser als SAW III, deshalb (5/10).