Ampelgehampel

Gestern war ich mal wieder im Kino (Dredd, spannend, brutale action, endlich mal wieder ein 3D-Film, bei dem man merkt, dass er 3D ist, aber eigentlich egal). Jedenfalls bin ich mit dem Fahrrad dahin gefahren.

Unterwegs komm ich an eine rote Ampel. Und halte an. (Natürlich, ich halte mit dem Rad _immer_ an roten Ampeln. Hab ja auch Licht am Rad, bin also Vorbild).
Ein anderer Radfahrer (ebenfalls mit Licht, und sogar mit Warnweste [Soll wohl heißen ‚Achtung ich bin kein Vorbild‘]) fährt an mir vorbei, gibt Handzeichen!!! biegt an der roten Ampel rechts ab, umkurvt daraufhin elegant die Verkehrsinsel an der Einmündung der Querstraße, gibt wieder Handzeichen!!! und biegt rechts auf die ursprüngliche Strecke ab.

Rechtlich und praktisch hat er damit natürlich die rote Ampel überfahren (ich glaube sogar zweimal, weil beim zweiten Abbiegen die Ampel auch schon wieder rot war). Von daher wäre es eigentlich schneller gegangen, wenn er einfach grade aus drüber gefahren wäre.
Was sollte also der komische Umweg?

  • Rechts über die Ampel ist nicht so schlimm, wie grade aus?
  • Rote Ampel überfahren = Minuspunkt, aber Handzeichen = Pluspunkt, also in Summe neutral?
  • Ich hab die Ampel schon gesehen, ich respektier sie auch irgendwie, aber ich hab trotzdem keine Lust zu warten?

Also liebe Radfahrer, wenn ihr schon rote Ampeln überfahren wollt, dann steht wenigstens dazu!

Crowdfunded Music

Es war einmal vor noch nicht allzulanger Zeit im Internet, da suchte ein Ukuleleanfänger nach Inspirationen. Auf Youtube entdeckte er eine junge Frau die mit großer Begeisterung und begeisternder Ausstrahlung Ukulele-Videos von bekannten Liedern und einigen Eigenkreationen einstellte.  Es war sowas wie Liebe auf den ersten Akkord.

Die junge Frau hatte allerdings noch eine beste Freundin, die ebenfalls Musikvideos aufnahm. Die spielte zwar keine Uklele, dafür aber Gitarre, Banjo, Klavier und alles was sonst noch so rumstand.

Der Anfänger wurde immer fortgeschrittener und die beiden Musikvideoamateure wurden immer professioneller. Letztes Jahr kündigten beide an, ein Album aufnehmen zu wollen und baten ihre Fans um Unterstützung. Auf den Crowdfunding-Seiten pledgemusic und kickstarter sammelten sie Geld dafür. Beide haben ihr Budgetziel weit übertroffen und machten sich eifrig ans Aufnehmen.

Die angekündigten Alben sind jetzt fertig. Es handelt sich um settle down von Julia Nunes und quitters von Lauren O’Connell. Ich finde beide Werke außerordentlich gelungen und bin stolz ein kleines bisschen dabei geholfen zu haben.

Also hört gefälligst mal rein!

Sexsüchtigenselbsthilfegruppe

Habe grade auf SPON einen Artikel zum Thema Sexsucht gelesen.  Offenbar gibt es zu diesem schwerwiegenden Problem jetzt immer mehr Selbsthilfegruppen. Frag mich nur grade, was passiert, wenn mehrere Sexsüchtige regelmäßig in einem kleinen, schummrig beleuchteten Hinterzimmer zusammen hocken und über Sex reden. Das wär fast so, als ob sich die Anonymen Alkoholiker in einer Bar träfen.

Ein besonders schönes Zitat aus dem Artikel möcht ich euch nicht vorenthalten:

But is too much sex harmful, too? The human body can handle a dose of half a dozen orgasms a day without experiencing any detrimental effects.

Also dann, viel Spaß und fröhlichen Montag!

Flirten beim Fliegen

Eigentlich könnte alles so schön sein:

Ein netter Blick, ein freundliches Hallo, anregende Gespräche vom Start bis zur Landung und schließlich der Austausch von Telefonnummern. And they lived happily ever after….

In der Realität könnte es natürlich daran scheitern, dass es bei einem vorsichtigem Blick aus dem Augenwinkel und einem schüchtern „…’llo…“ bleiben würde, bevor ich bis zur Landung versuchen würde ein Buch zu lesen, ohne zu atmen oder mich dabei sonst irgendwie zu bemerkbar zu machen.

Aber soweit kommt es ja gar nicht:

Im Wartebereich am Gate kann man vielleicht noch die eine oder andere nett aussehende, alleinreisende Dame ausmachen. Aber dann sitzt man auf seinem Platz  im Flieger und schaut was da kommt:

Hmm, die wär doch was…. Schade, drei Reihen zu früh.

Oder die? Sie kommt näher… Oh ja, bitte die! – Vorbei.

Ui. Oh nein. Nicht der. NICHT DER! Och nö!

Es ist nie die junge hübsche Frau sondern immer der dicke, alte, häßliche Mann, der sich in den Sitz neben einen wuchtet. Oder der Asiate, der zwei Minuten nach dem Start einschläft und sich zutraulich an deine Schulter kuschelt.

Okay, ich gebe zu, die Statistik spricht gegen mich. Das Angebot an alleine reisenden, gutaussehenden Frauen im passenden Alter ist begrenzt. Die Wahrscheinlichkeit zufällig neben einer solchen zu sitzen liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich (ja, ich habe das nachgerechnet, na und?).

Vielleicht sollte man nachhelfen. Wenn beim Einchecken die Frage kommt: „Gang oder Fenster?“ einfach antworten: „Mir egal, setzten Sie mich doch neben irgendeine nette junge Frau, die allein reist.“

Für mich ist das natürlich keine Option, denn wenn die nette Bodenstewardes mich aus ihrer adretten Uniform anlächelt und fragt, kann ich meistens nur mit „gng“ antworten.

Aber vielleicht liest das ja jemand, der etwas unschüchterner ist und die Idee ausprobieren kann. Wenn dem so wäre würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.

Auf die Ketten

Da ich meinen Wintersport sehr ernst nehme, lege ich Wert darauf, dass mein Auto mit winterlichen Verhältnissen klar kommt. Dazu gehört natürlich, dass man auch damit fahren kann (zur Not sogar bergauf), wenn Schnee auf der Straße liegt.

Also hab ich mir letztes Jahr Schneeketten geleistet.

Den ersten Test hab ich im ‚Sommer‘ in der Tiefgarage vorgenommen. Dem stehenden Auto Schneeketten angezogen und wieder ausgezogen. Meine einzige, trügerische, Erinnerung an diesen Versuch ist, dass es eigentlich nicht so schwer war.

Heute habe ich dann beschlossen, den vielen Schnee auszunutzen um den Ernstfall unter gefechtsmäßigen Bedingungen zu proben. Ich bin auf einen tief verschneiten und darunter wie sich herausstellte dick vereisten, Waldwanderparkplatz gefahren und hab die Ketten ausgepackt.

Die Montageanleitung besteht aus vier mehr oder weniger vollstädigen Sätzen im Stile von ‚Nippel durch die Lasche ziehen‘ und ebenso vielen 3x3cm großen Fotos. Wenn ich den Kerl erwische, der das verzapft hat!

Und die Schneekettenmontage ist tatsächlich um einiges leichter, wenn der Reifen auf festem trockenem Untergrund steht, als wenn er schon halb im Schnee steckt.

Einige hundert Flüche später und nachdem ich mich total eingesaut hatte, konnte ich tatsächlich ein paar Meter fahren, mit den Ketten. Leider hat es nur auf der rechten Seite gut funktioniert, auf der Linken hat sich die Kette immer wieder verabschiedet…

Aber im Augenblick fühle ich mich fit, die Ketten auch im Ernstfall einzusetzen, vor allem, wenn dann noch jemand dabei ist, der mir hilft.

Die Übung hat sich also gelohnt. Und nicht nur für mich, sondern auch für drei andere Autofahrer, deren festgefahrene Vehikel ich im Verlauf meiner Versuche vom Eis schieben helfen konnte.

Hochgefühl (Vorsicht, kitschig)

Es ist kalt. Die eisige Luft brennt auf der Haut im Gesicht und bei jedem Atemzug in den Lungen. Es ist ein angenehmer, willkommener Schmerz der ein intensives Gefühl von Lebendigkeit bewirkt.

Das Herz schlägt schnell. Es beruhigt sich nur langsam in der dünnen Luft. Der Aufstieg war weder leicht noch ungefährlich. Doch derAusblick entschädigt für alle Anstrengung.

Unberührter Schnee erstreckt sich von der Sohle des Hochtals bis hinauf zu den Bergkämmen und Gipfeln. Ein Wetterwechsel hat seine Vorhut geschickt. Weiße Wölkchen, sind bemüht über den Grat zu klettern. Doch noch steht die Sonne ein paar Fingerbreit über den höchsten Gipfeln am blauen Himmel und strahlt, zeichnet dunkle Schatten in den Schnee.

Ein schüchternes Lächeln erobert vorsichtig die gefrorenen Lippen, und breitet sich schließlich über das ganze Gesicht aus. Befangen zwischen begeistertem Stolz und demütiger Dankbarkeit, in diesem Augenblick hier sein zu dürfen. Es gilt den Moment in sich aufzunehmen und tief im Innern festzuhalten.

Um ihn mitzunehmen und hinunter zu tragen, zurück in die  unruhige, laute, betriebsame Welt des Alltäglichen. Um sich dort von ihm tragen zu lassen, durch die hektischen Zeiten von Tag zu Tag zu Tag.

Bis günstige Umstände es wieder erlauben, hinaus zu gehen und hinauf zu steigen, dem nächsten Gipfel entgegen.

Ist das alles komisch

Vor ein paar Tagen habe ich einen netten kleinen Zaubertrick entdeckt. Er basiert auf Autosuggestion und funktioniert erstaunlich gut:

Wenn ich merke, dass ich gestresst, genervt, deprimiert oder einfach nur total phlegmatisch-apathisch bin, denke ich Sätze wie:

  • Ist das alles komisch!
  • Das ist alles so komisch!

Dabei schaue ich mich um und suche etwas Komisches. Und meistens werde ich sehr schnell fündig. Zur Not reicht es auch einfach daran zu denken das ‚komisch‘ eigentlich ein komisches Wort ist.

Sekunden später geht es mir gut und ich muss gegen ein breites, albernes Grinsen ankämpfen während Endorphine oder andere Glückshormone durch meine Adern gespült werden.

Probiert es doch mal aus, der Effekt ist wirklich verblüffend.