MPDC Teil 3b – Hi! Wo?

Urlaub haben heißt nicht immer ausschlafen können. Pick-up für den Trip zum Schnorcheln war um 8:00.  Aber im Nachhinein war es sehr schön quasi in den Sonnenaufgang hinein zu frühstücken. Die Sonne geht hier praktischerweise auch im Sommer zu recht zivilen Zeiten auf.

Die Anreise war relativ langwierig. Mit dem Bus bis zum Fährhafen auf der anderen Seite der Insel, dann noch ca. eine Stunde mit dem Boot. Unterwegs bekamen wir unsere Ausrüstung: Maske, Schnorchel, KEINE FLOSSEN dafür eine SCHWIMMWESTE??? WTF?? Erklärung für die fehlende Flosse war, dass man damit zuviel kaputt machen kann bzw. zuviel Sand aufwirbelt. Ich war sehr skeptisch. Nächste Enttäuschung war der Strand bzw. die mit Bojen abgesperrte Schnorchelzone, die auf den ersten Blick mal verdammt klein aussah. Immerhin waren wir mit die ersten am Strand und konnten uns an den überdachten Tischen gut ausbreiten.

Dann gabs die Einweisung vom Oberguide. Kurz zusammengefasst: Nix anfassen, denn alles steht unter strengem Naturschutz und ist im Zweifelsfall auch hochgiftig. Und die Haie würden so zwischen 12:00 und 14:00 auftauchen. Haie? Okay….

Immerhin war die Weste optional und Flossen brauchte man in dem nicht allzu großen Gebiet eigentlich auch nicht. Und dann gings los.

Ich war noch nicht knietief im Wasser, da hab ich schon Fische gesehen, die doppelt so Groß waren wie alles was ich bisher im Mittelmeer gesehen habe. Und an den Korallen war dann alles zu spät. Fische in allen Gößen und Farben, die man sonst nur aus ‚Findet Nemo‘ oder dem Aquarium kennt. Und das alles so dicht zusammen, dass der kleine Schnorchelbereich plötzlich völlig ausreichend war.

Die Haie kamen leicht verspätet um halb eins. Ich hatte quasi schon aufgegeben, da wurde ich plötzlich von einem überholt.  Etwas mehr als ein Meter lang und ziemlich flott. Und dann waren es drei, vier, sie kamen von allen Seiten und haben mich gepackt und in Stücke gerissen völlig ignoriert.

Nach der Mittagspause waren es dann richtig viele. Auch sehr kleine Babyhaie, bis hin zu 1,5m-Exemplaren und erstaumlich nahe am Strand…

Das frühe Aufstehen hat sich übrigens wirklich gelohnt. Nach uns sind noch viele Boote angekommen und am Ende war es ein ziemliches Gewusel. Und dann ist mir auch der Sinn der Schwimmweste klar geworden. Das scheint beim Malayen, vielleicht sogar beim Asiatenim Allgemeinen recht üblich zu sein, mit Weste zu Schnorcheln. Einige haben sich auch echt angestellt, als hätten sie ‚Schwimmen‘ nur mal im Fernsehen gesehen bevor sie zum Schnorcheln gegangen sind.

Insgesamt ein toller Ausflug und jeden Ringgit und sogar den fiesen Sonnenbrand am Rücken auf jeden Fall wert.

MPDC Teil 3 – Urlaub

Ich sitze gerade in einem geräumigen Chalet in einem Luxuriösen Hotel Resort, mitten im Dschungel, aber trotzdem nur 200m vom Strand. Und schwitze. Und das kam so:

Dienstag ist in Malaysia public holiday, also Feiertag, und wie es in der Firma offenbar auch international Sitte ist, wird in so einem Fall auch am Montag nicht gearbeitet. So ein Pech aber auch.

Irgendwie war mir das bei der Reiseplanung entgangen und so stand ich plötzlich mit einem unerwarteten und deshlab auch unvorbereitetem langen Wochenende da.

Die Kollegen mit Ortskenntnis haben mir empfohlen, das für einen Ausflug nach Langkawi, einer tropischen Insel nördlich von Penang, zu nutzen. Im Gegensatz zur Industrieinsel Penang ist Langkawi eher touristisch erschlossen.

Natürlich war an einem langen WE die kurzfristige Buchungslage etwas kritisch und da ich immer noch nicht cool genug bin, ganz ohne Reservierung durch ein fremdes Land zu reisen, habe ich einen langen Abend mit Suchen verbracht. Leider gab es nur noch zwei Kategorien von Hotels: Super billig und extra teuer. Nach dem Motto – ich gönn mir ja sonst nix – und wann hab ich denn mal wieder die Gelegenheit so einen schicken Urlaub am Tropenstrand zu verbringen, hab ich halt dann etwas (hüstel) oberhalb meiner normalen Kategorie gebucht.

Die Anreise bestand aus vier Etappen: Taxi zum Fährhafen, Schnellfähre nach Langkawi und Check in.

Ersteres war sehr simpel. Das Hotel hatte alles vorbereitet. Der Wagen hat quasi schon auf mich gewartet. Auf der Fähre war es ein kleinwenig beengt – und die Einstellung der Klimaanlage grenzte an Körperverletzung. Aber drei Stunden waren auszuhaten.

Am Fährhafen war Mittagszeit. Leider gab es nur relativ westliche Fast Food Läden zu (vergleichsweise zu Penang) heftigen Preisen. Dafür war das Taxi zum Hotel sehr günstig und jeden Ringgit wert. Die Landschaft hier ist schon der Hammer.

Der schwierigste Teil war der Checkin.  Lange Schlangen von Pauschalturis, überwiegend aus Osteuropa aber auch genug aus der Heimat, vor der Rezeption. Als ich nach einer dreiviertelstunde endlich dran war wollten die meinen Voucher. Nach einiger Diskussion durfte ich die Bestätigungsmail von ebookers ans Hotel weiterschicken, so dass die es ausdrucken konnten.

Nächste Überraschung war, dass mich das Online-Reisebüro in ein Familienchalet mit 2 Schlafzimmern gebucht hatte. Die Frage ‚How many Kids are with you‘ hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht. Praktischerweise konnte ich noch auf ein normales Chalet umgebucht werden.

Für morgen habe ich einen Schnorchelausflug gebucht. Mal schauen, was das tropische Meer so drauf hat.

MPDC Teil 2

Mein dritter Arbeitstag in Penang geht zu Ende. Inzwischen ist soviel los gewesen, dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin. Also werde ich womöglich einfach die wichtigsten Erlebnisse runterschreiben, ohne großartig auszuformulieren. Ich bitte, ggf. schlechten Stil zu entschuldigen.

Unterbringung.

Wo immer ich verrate, in welchem Hotel ich untergebracht bin, ernte ich Bedauern oder rufe sogar Entsetzen hervor. Und das obwohl die Jetlagbedingte Kakerlakenpatroullie um 3:00Uhr nachts ohne Befund war.

Außerdem habe nach Intervention von meinem Arbeitgeber jetzt sogar Internet auf dem Zimmer, bzw im Appartment. Und inzwischen funktioniert der Safe und den Schalter für warm Wasser hat man mir auch gezeigt.

Andere Probleme, wie der schäbige Gesamteindruck und die angeblich eher unsichere Nachbarschaft lassen sich aber nicht so einfach lösen. Werde morgen mal Verhandlungen über ein Upgrade in Auftrag geben.

Highlight war die Nacht von Montag auf Dienstag, als die ansässigen Chinesen New Year mit Feuerwerk gefeiert haben (ja, immernoch. Chinese New Year ist nicht ein Tag sondern eine Serie von Feiern und Feiertagen, die sich über 19 [in Worten: NEUNZEHN] Tage hinzieht.). Und China-Böller haben ihren Ruf nicht von ungefähr! Vier Stunden, nachem endlich Ruh war an der Front hat mich der örtliche Muezzin aus dem Schlaf gejodelt. Scheiß Multikulti.

Arbeit

Die Arbeit klappt ziemlich gut. Die Kollegen hier sind sehr freundlich, ausgesprochen motiviert, sehr gründlich und zielstrebig. Das Projekt ist im Zeitplan und wird von meinem Gastgeber Chin Han sehr intensiv voran getrieben.

Unterwegs

Der Verkehr hier ist eine Katastrophe. Und das obwohl  ausländische Autos nur mit 100% Strafsteuer eingeführt werden dürfen. Die Straßen sind eigentlich nicht zu klein, aber irgendwie doof geplant. Um von der Fabrik zurück ins Hotel fahren zu können muss man ca. 1km weit für einen U-Turn anstehen.

Das beste an Penang ist wohl das Essen. Es gibt fast alle Sorten von asiatischem Essen in allen Ausbaustufen zu sehr günstigen Preisen.  Ein gutes asiatisches Reisgericht gibt es für 4€ oder weniger, die Teuersten Steakgerichte (okay, nicht asiatisch) können bis zu 15€ Kosten.

Demensprechend war essen gehen bisher meine Hauptbeschäftigung. Thailändisch mit Chin Han am Montag. Deutschenstammtisch in der Weinbar am Dienstag und heute Internationales Buffet.

So, das sollst erstmal gewesen sein. Der Shuttlebus geht schon viertel nach sieben – bin ja nicht zum Spaß hier.

Mein persönliches ‚Dschungelcamp‘ – Teil 1

Okay, Dschungelcamp ist vielleicht ein bisschen übertrieben.  Ich schlafe nicht unter freiem Himmel und die direkte Umgebung des Hotels ist eher städtisch – aber ich kann den Dschungel sehen. Er ist nur noch wenige 100m von mir entfernt.

Was noch?  Das Essen von ekligen  Sachen ist (hoffentlich) optional, aber dafür  gibt es auch keine realistische Möglichkeit früher als nach 4 Wochen abzureisen. Mein Instinkt bei Besichtigung der Unterkunft sagt mir, dass mit Kakerlaken oder ähnlichen Mutproben durchaus zu rechnen ist.

Aber ich bin wohl viel zu schnell. Wo bin ich eigentlich? Warum, und wie bin ich hergekommen?

Ich befinde mich auf der Insel Penang vor der Westküste von Malaysia.

Und warum geht man ins Dschungelcamp? Natürlich für Geld und in der wagen Hoffnung, dass es der Karriere förderlich sein könnte 😉

Die Reise beginnt morgens am 28.1. in Regensburg im Schneefall. Das Sammeltaxi ist etwas zu früh dran, aber das ist auch gut so, denn auf der Strecke kommen wir an zwei frischen Schneeunfällen vorbei was das ganze etwas verzögert. Zum Glück sieht es nur nach Blechschäden aus.

Einchecken und Flug mit Singapore Airlines klappt erfreulich gut. Ich halte mich mit Lesen und TV-Serien-Gucken auf dem anständigen Entertainment-System wach. Kinofilme wind immer ein bisschen anstengend auf dem Minibildschirm.

In Singapur ist füher Morgen. Meine innere Uhr sagt mitten in der Nacht. Ich suche und finde ein Café mit Fenster nach Osten. Tageslicht ist am Besten geeignet, die innere Uhr neu einzustellen.

Von Singapur geht es erstmal wieder rückwärts Richtung Nordwest nach Penang. Mein Sitznachbar liest sich erst sämtliche Geldanlagetips der Singapore Sunday Times durch, dann holt er sein iPad raus und spielt Monopoly :-).

Der nächste Kulturschock erwartet mich am Flughafen Penang.  Nach dem Aussteigen geht es durch einen schmalen Gang der zur Hälfte mit allen erdenklichen Buden vollgestellt ist. Besonders Hochprozentiges wird angeboten. Krasser gegensatz zu dem großzügig angelegten und penibel geordneten Luxusflughafen von Singapur.

Nach einigem Suchen finde ich einen Geldautomaten. Welche Karten er nimmt, sagt er nicht. Also probier ich einfach mal die normale Sparkassenkarte und, Wunder der modernen Technik, selbst auf dieser etwas abgelegenen Dschungelinsel kann ich Bargeld abheben :-).

Nächste Neuheit:  Für’s Taxi kauft man sich einen Voucher am Taxi-Kiosk und damit bezahlt man dann den Fahrer.

Das Hotel sieht auf den ersten Blick ganz okay aus. Aber mein Appartment im Hintergebäude kann das Niveau nicht ganz halten. Dafür ist es extrem geräumig ich habe mit drei Schlafzimmern und zwei Bädern mehr Platz als zuhause. In der Küche könnte ich auch kochen – wenn es denn Töpfe gäbe..

So, jetzt hab ich Hunger und werde mich mal auf die Suche nach essbaren Mutproben begeben… Und dann muss ich mich nur noch bis mindestens 9 Uhr abends wach halten, damit der Jetlag schnell am Ende ist…

– Fortsetzung folgt

La Paloma Oheeee

Also an alle die es interessiert, ich lebe noch, aber heut war’s einigermaßen knapp.

Bin grad mit Felix und seinen Schwestern beim Segeln und wir machen die holländischen Binnenmeere unsicher. (Wurden heut schon wüst beschimpft, weil wir in der Schleuse allen die Vorfahrt genommen haben).

Segeln ist gar nicht so einfach. Zuwenig Wind ist doof, zuviel ist aber auch nicht gut.

Heute war etwas viel. Knapp über 20 Knoten im Mittel. Wir hatten nur ein kleines Stück vom Vorsegel gesetzt und trotzdem war’s recht sportlich.

Hoffe mal, dass der Wind morgen genau richtig ist, dann macht nämlich mordsmäßig Spaß :-).

(Das Bild ist von gestern, heute hat sich nur der Captain aus dem Cockpit gewagt.)

 

Flirten beim Fliegen

Eigentlich könnte alles so schön sein:

Ein netter Blick, ein freundliches Hallo, anregende Gespräche vom Start bis zur Landung und schließlich der Austausch von Telefonnummern. And they lived happily ever after….

In der Realität könnte es natürlich daran scheitern, dass es bei einem vorsichtigem Blick aus dem Augenwinkel und einem schüchtern „…’llo…“ bleiben würde, bevor ich bis zur Landung versuchen würde ein Buch zu lesen, ohne zu atmen oder mich dabei sonst irgendwie zu bemerkbar zu machen.

Aber soweit kommt es ja gar nicht:

Im Wartebereich am Gate kann man vielleicht noch die eine oder andere nett aussehende, alleinreisende Dame ausmachen. Aber dann sitzt man auf seinem Platz  im Flieger und schaut was da kommt:

Hmm, die wär doch was…. Schade, drei Reihen zu früh.

Oder die? Sie kommt näher… Oh ja, bitte die! – Vorbei.

Ui. Oh nein. Nicht der. NICHT DER! Och nö!

Es ist nie die junge hübsche Frau sondern immer der dicke, alte, häßliche Mann, der sich in den Sitz neben einen wuchtet. Oder der Asiate, der zwei Minuten nach dem Start einschläft und sich zutraulich an deine Schulter kuschelt.

Okay, ich gebe zu, die Statistik spricht gegen mich. Das Angebot an alleine reisenden, gutaussehenden Frauen im passenden Alter ist begrenzt. Die Wahrscheinlichkeit zufällig neben einer solchen zu sitzen liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich (ja, ich habe das nachgerechnet, na und?).

Vielleicht sollte man nachhelfen. Wenn beim Einchecken die Frage kommt: „Gang oder Fenster?“ einfach antworten: „Mir egal, setzten Sie mich doch neben irgendeine nette junge Frau, die allein reist.“

Für mich ist das natürlich keine Option, denn wenn die nette Bodenstewardes mich aus ihrer adretten Uniform anlächelt und fragt, kann ich meistens nur mit „gng“ antworten.

Aber vielleicht liest das ja jemand, der etwas unschüchterner ist und die Idee ausprobieren kann. Wenn dem so wäre würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.

Extremsportwochen

Heute war der offizielle Auftakt zu meinen inoffiziellen Extremsportwochen 2010.

Ab Mittwoch werde ich mit ein paar guten Freunden (z. T. von der Blogroll) ums Zillertal rumkraxeln. Am Samstag muss ich diese Expedition allerdings Vorzeitig verlassen um am Sonntag beim Arber-Radmarathon Regensburg mitzumachen.

Beide Disziplinen, „Bergsteigen mit Gepäck“ und „Rennradfahren“ habe ich noch nicht ausreichend trainiert, aber ein Wochenende sollte dafür ja mehr als genug sein.

Also hab ich heute schonmal 10kg Bücher in meinen alten Tourenrucksack gestopft und bin im Bayerischen Wald einen Berg rauf gerannt. (Gehzeit laut Wanderführer 4h, ich hab zwei und ein Bisserl gebraucht).

Morgen werd ich mich dann frühs auf meinen kleinen roten Renner setzten und das Arber-Abschlusstraining veranstalten: ~85km mit mindestens 800Hm.

Damit bin ich dann hoffentlich für den Ernstfall gerüstet und kann die beiden anstehenden Highlights voll genießen!

Viertausend Meter Bergauf

Seit ca. fünf Jahren fahre ich einigermaßen Regelmäßig Mountainbike. Seit etwa vier Jahren besitze ich ein eigenes Bergfahrrad. Letzte Woche war ich jetzt endlich zum ersten mal mit meinem MTB in den richtigen Bergen, also in den Alpen, unterwegs.

Yvonne ist quasi unter die Reiseleiter gegangen und hat ein verlängertes MTB Wochenende im Kleinwalsertal organisiert. Natürlich nicht alleine, sondern mit ihrem Mann Andy und dem Verein Plus eV, aber sie hat mich gefragt, ob ich mit will. Ich wollte!

Es waren vier tolle Tage mit tollen Touren und ziemlich gigantischen Erfahrungen, die man so im Mittelgebirge halt nicht mitbekommt.

Tag 1:

Donnerstag, Fronleichnam. Anreise nach Riezlern im Kleinwalsertal ins Kleine Berghotel. Es regnet, aber wir fahren trotzdem. Kreuz und quer an der Breitnach entlang, die wahnsinnig viel Wasser führt. Tosende Wasserfälle entschädigen für nasse Socken. 500 Höhenmeter.

Tag 2:

Freitag. Die Wolken lösen sich langsam auf. Es geht über den Hörnlepass und später noch auf die Sturzalm. Lecker Buttermilch mit Waldbeeren geben Kraft für die Rückfahrt. 1600 Höhenmeter.

Tag 3:

Endgültig Sommer. Heute kommt der Härtetest: Tour über die Kanzelwand. 1000 Höhenmeter am Stück. Steile Serpentinen in der prallen ungefilterten Junisonne. Nahe am Gipfel wirds dann schwierig – Stufen im Weg und Schneereste. Gegen die Erschöpfung hilft Kaiserschmarrn, der Blick zurück macht glücklich. Die Abfahrt hat es auch in sich. Noch steiler als der Anstieg über lockeren Schotter. Die Bremsen glühen. Ein Mitfahrer stürzt, zum Glück nicht sehr schlimm. 1400 Höhenmeter.

Tag 4:

Kleine Abschlussrunde wieder auf die Sturzalm. Hausgemachter Apfelstrudel. Die Rückfahrt über den Sturzalmtrail. Wurzeln, Steine, Absätze. Ab und zu Schieben ist okay – für dieses Jahr. Der Tag klingt aus im Freibad. 500 Höhenmeter.

Bilder:

In England regnet es (fast) die ganze Zeit.

Einer meiner besten Freunde lebt und arbeitet seit ein paar Monaten in England. Grund genug da mal hinzufliegen und ein paar Vorurteile Klischees zu bestätigen.

Da die ganze Operation innerhalb von einem Wochenende stattfinden sollte, habe ich keinen ganz billigen Flug nehmen können, aber Air Berlin hatte eine Verbindung von Nürnberg nach Stanstead und zu vernünftigen Zeiten und einem fairen (270€) Preis im Angebot und da habe ich zugeschlagen.

Gegen drei am Freitagnachmittag ging es los, von Regensburg über die A3 nach Nürnberg. Der Verkehr war lange nicht so schlimm wie befürchtet und so war ich mehr als rechtzeitig am Flughafen. Bekennender Frühbucher, der ich bin, habe ich mich natürlich vorher über die Parksituation informiert und wusste von der Smart-Parken-Option auf P12. Dieser Parkplatz liegt zwar fast einen Kilometer vom Terminal entfernt und ist mit 24€ auch nicht wirklich günstig, aber dafür verdient man dann bei jedem Schritt quasi bares Geld, weil sich die Parkpreise ca. alle 200m verdoppeln.

Check-in lief reibungslos, alles ging pünktlich über die Rollbahn und eine gute Stunde nach dem Start war ich im Vereinigten Königreich gelandet. Die gründliche Einreisekontrolle ersparte mir das Warten auf mein Gepäck, das vor  mir am Baggage Claim war und dann konnte das wahre Abenteuer beginnen.

In dem lustigen Königreich kann man nämlich leider nicht mit richtigem Geld bezahlen, sondern muss sich ein paar Pfund zulegen. Der Flughafen ist praktischerweise mit zahlreichen ATMs ausgestattet und nach ein bisschen Gesuche findet sich auch einer an dem nicht schon vier Leute anstehen.

Als nächstes brauchte ich eine Mitfahrgelegenheit richtung Cambridge. Zur Auswahl stehen ein Bus und ein Zug. Der Bus wäre eigentlich besser und früher, aber die Tickets gibt es nur am Schalter und da steht eine sehr ordentliche aber auch ordentlich lange Schlange davor.

Also Zug. Die Fahrkartenautomaten sind genau so mysteriös wie hier, aber es war genug Zeit und schließlich hatte ich die richtige Karte.

Vor der Zugfahrt hatte ich schon ein bisschen Angst, aber das Klischee mit der unsicheren Englischen Eisenbahn kann ich hier nicht bestätigen. Vor allem die Fahrkartenkontrolle wurde sehr gewissenhaft durchgeführt: Erst musste ich die Karte zeigen um auf den Bahnsteig zu kommen. Dann wurde ich im Zug kontrolliert. Und in Cambridge musste ich die Karte in einen Automaten stecken, um den Bahnsteig wieder zu verlassen. Sicher ist sicher.

Am Bahnhof wurde ich dann von Arne in Empfang genommen und es ging per Auto nach St. Ives, nordwestlich von Cambridge. Und ja, die Engländer fahren auf der falschen Seite, auch wenn sie bei dem Thema wohl eher uneinsichtig sind.

Arne wohnt in einem Haus. Es ist so eine Art Reihenhaus an dem noch zwei andere Häuser dran hängen und es ist nicht so groß, wie die Bezeichnung Haus nahe legt, aber es hat alles was es braucht und ist vor allem für englische Verhältnisse extrem gut ausgestattet. Es gibt gescheite Fenster und eine zentrale Gasheizung und es sind sogar Thermostate an den Heizkörpern!

Nach dem Abendessen bezog ich das Büro/Gästezimmer und habe dort ziemlich gut geschlafen.

Am nächsten Morgen wurde erstmal ein ordentliches englisches Frühstück zubereitet Baked Beans, Rühreih, gebratene Champis – you name it. Wenn man den Begriff Frühstück etwas weniger eng sieht kann man das sogar essen.

Den Tag haben wir in Cambridge verbracht. Und es hat ungelogen die ganze Zeit mehr oder weniger geregnet. Also mal hat es genieselt und manchmal geschüttet. Und dann gab es noch jede vorstellbare Regenintensität dazwischen. Und ich will auch gar nicht ausschließen, dass es mal ein paar Minuten nicht geregnet hat, aber nur um dem kalten Dampf Geltung zu verschaffen, der dann vom Pflaster hochstieg. Trotzdem war in der Stadt sehr viel los: Touristen, Einheimische, Studenten. Ein großartiges Durcheinander.

In Cambridge gibt es vor allem zwei Attraktionen:

  1. Die Colleges mit den angegliederten Kapellen, sehr alt und extrem ehrwürdig und stylischerweise von Menschen in schicken Roben bewacht. Oh und der Rasen. Perfekter Rasen. Betreten streng verboten.
  2. Den River Cam nebst Kanälen, auf denen heftig gestakt wird. Entweder man mietet sich ein Boot mit professionellem Staker, oder man versucht es selbst. Was, wie man mir sagte, häufig mit einem Sturz ins Wasser endet.

Punting fand allerdings wegen des Wetters nur sehr eingeschränkt statt.

Die erste gastronomische Pause haben wir in einem Cafe bzw. Tee eingelegt. Sehr englisch, sehr old school und sehr lecker. Auf dem Rückweg gabs dann noch ein Pint in dem Pub, in dem Watson und Crick die DNA-Doppelhelix erfunden haben.

Bemerkenswert ist außerdem, dass es sogar in dem Bus von Cambidge nach St. Ives free WiFi gab!

Am Abend waren wir zuerst im Kino und später noch in zwei Pubs. Zuerst durfen wir den Auftritt der quasi legendären Rockband Jucy Lucy bewundern – die in den frühen 70igern wohl ganz groß war – und ich muss sagen, diese Altrocker verstehen ihr Handwerk. Später waren wir in einem typischen ausgeh  Pup, wo alle möglichen Leute unterwegs waren. Das Klischee sagt, dass die ausgehende Engländerin sich sehr aufreizend kleidet. Ja, was soll ich sagen? Also erstmal großen Respekt für tapferes ingnorieren von widrigen Wetterumständen. Ich habe in dicker Winterjacke, ordentlichen Jeans und festen Schuhen ein wenig gefroren. Und da waren Frauen unterwegs, die waren quasi nackt, also wenigstens was die wärmende Funktion ihrer Kleidung angeht. Allgemein kann man sagen, dass die ausgehende Engländerin selten hochgeschlossen daher kommt und dass sie generell möglichst viel Bein zeigt. Deswegen hören die meisten Röcke auch da auf, wo die Beine anfangen. Plusminus zwei Zentimeter. Es gab also reichlich zu gucken.

Am Sonntag waren wir dann in London, um Felix bei der Auflösung seines WG-Zimmers zu unterstützen. Die Einlagerung eines kleinen Hausstandes in so ein Mietlager, wie ich es vorher nur aus Filmen kannte, war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung. Ich hoffe mal, das Arne den Schreibtisch wieder zusammenbekommen hat, den ich zerlegt habe…

Dann wurde es aber doch noch spannend. Gegen drei kam der Aufgeregte Anruf von meinen Eltern. Es war wieder Asche in der Luft und die hatte sich ganz heimtückisch von Westen her über den Atlantik und Südeuropa bis nach Oberbayern vorgearbeitet und schließlich die Sperrung des Münchner Flughafens veranlasst. Wenn man die Strecke bis nach Island zum Maßstab nimmt, liegen München und Nürnberg quasi direkt nebeineinander. Deshalb ging ich schon fast davon aus, noch mehr Zeit auf dieser seltsamen Insel verbringen zu dürfen. Aber Eyjafjallajökull hatte ein Einsehen und die Asche hat Franken verschont, so dass meine Rückreise genau so reibungslos verlief wie die Hinreise, wenigsten sobald sich Arne durch den Londoner Verkehr bis auf die M11 durchgekämpft hatte.

Alles in Allem ein sehr schönes Wochenende – eine Wiederholung ist durchaus denkbar!