Literaturnobelpreis?

Günther Grass muss ja gerade viel Kritik einstecken für sein Gedicht, über Israel und den Iran. Hab’s eben gelesen und muss sagen, dass ich ausgesprochen schokiert bin. Immerhin ist der Mann eine Ikone der deutschen Literatur und Nobelpreisträger. Und dann sowas…

Mein vernichtendes Urteil:

Scheiß Gedicht, reimt sich nicht!

Euro – find ich gut!

Seit zehn Jahren haben wir jetzt den Euro statt der D-Mark. Und aus meiner Sicht ist das das beste Argument gegen direkte Demokratie. Ich find den Euro klasse und es gibt viele Fakten die dieses Gefühl untermauern.  Aber wenn ich mir die Leserbriefe und Straßeninterviews zum Thema anschaue, komme ich mir ziemlich einsam vor.

Der Euro war in den letzten zehn Jahren sehr stabil. Nach Meinung der meisten Experten hat die Wirtschaft in Europa und vor allem in Deutschland sehr vom Euro profitiert. Ich kann kreuz und quer durch Europa reisen, ohne Geld zu tauschen und ohne irgendeinen Ausweis zu zeigen. Das ist doch der Hammer.

Trotzdem glaubt der Mann von der Straße, dass wegen dem Teuro alles teuer geworden ist. Als Beweis werden dann dunkel erinnerte D-Mark-Preise von ‚irgendwann in den Neunzigern‘ mit den aktuellen Euro-Preisen verglichen. Als ob zu D-Mark Zeiten nie irgendwas teuerer geworden wäre.

Deswegen gibt es wahrscheinlich bald ein Volksbegehren, die D-Mark wieder einzuführen und die Mauer wieder aufzubauen, weil früher eben einfach alles besser war.

Ach ja und dann gibt es da noch die sogenannte Euro-Krise. Diese Krise ist aber in Wirklichkeit eine Staatsschuldenkrise die zustande gekommen ist, weil Politiker strukturelle Probleme lieber verdrängen, kaschieren und durch Haushaltsdefizite verschieben, als sie durch unpopuläre Reformen nachhaltig zu lösen. Von diesem Problem sind bei weitem nicht nur Eurostaaten betroffen. Im Euro-Raum muss es allerdings eine gemeinsame Lösung geben. Das führt zu Diskussionen und die führen zu Aufmerksamkeit und dem falschen Eindruck, dass das Problem hier größer ist, als überall sonst.

Im Maastricht-Vertrag ist ein Verschuldungsziel von <60% des BIP vorgesehen. Nach diesen Kriterien ist auch Deutschland seit 2003 überschuldet mit aktuell ~80%! (Das entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt der Euro-Zone)

Ganz düster sieht es in Japan aus mit >200% und die großartigen US of A haben bereits die 100% Marke gerissen.  Einen relativ aktuellen Zwischenstand sieht man hier.

Die Krise bestätigt, was eigentlich schon jeder weiß: Es ist nicht möglich auf Dauer über die eigenen Verhältnisse zu leben, ohne dass das Konsequenzen hat. Für Staaten gilt das gleiche wie für Unternehmen und private Haushalte: Ein Defizit muss die Ausnahme sein und nicht die Regel!

Und weil die Politiker im alltäglichen Wahlkampfwahn die dafür nötige Disziplin niemals durchhalten, muss es dafür strenge Regeln geben, die auch nicht einfach bei Bedarf gebeugt werden können (siehe USA Schuldengrenze).

Das wär doch mal was für’s neue Jahr…

Restrisiko

„Durch Fukushima hat der Begriff Restrisiko eine neue Bedeutung erhalten.“ Sagt die Kanzlerin.

Nö, sag ich.

Restrisiko heißt nach wie vor: Es ist sehr unwahrscheinlich aber es kann passieren.

Und Murphy sagt, was schief gehen kann geht schief. Also passiert es irgendwann. Und jetzt ist es passiert. Große Überraschung.

Die Frage ist doch nur, ob man im Ernstfall bereit wäre mit den Konsequenzen zu leben.

Offenbar nicht.

Die Alternative ist ein höherer Preis für Strom. Vielleicht. Im schlimmsten Fall. Wahrscheinlich nur vorübergehend.

Leichte Entscheidung – oder?

Schwierig wird es wenn man den Weg und das Ziel durcheinander bringt:

Will man Wahlen gewinnen um zu regieren, oder regiert man um Wahlen zu gewinnen?

Wenn der moralische Kompass fehlt verliert man leicht die Orientierung. Man dreht sich im Kreis und kommt nicht mehr voran.

Und braucht sich nicht wundern wenn einem keiner mehr folgt.

Düstere Prognose

Auf die Gefahr hin, mich öffentlich bis auf die Knochen zu blamieren, versuche ich heute mal die Zukunft vorauszusagen:

Unser nagelneuer Wirtschaftsminister hat ja eine Mission: Die Rettung von Opel. Deswegen ist er bis nach USA gereist und verhandelt was das Zeug hält.

Meine Prognose: Er wird Erfolg haben und zwar auf eine spektakuläre Art und Weise. Opel wird gerettet werden an allen Standorten und es wird kein Zweifel aufkommen, wem wir das zu verdanken haben.

Leider wird die Freude nicht lange anhalten und ca. 3-6 Monate nach der Wahl wird doch alles in sich zusammenfallen. Aber dann ist es ja nicht mehr so wichtig.

Ich hoffe sehr, dass ich mich irre, weil wirklich viele Existenzen dran hängen, aber es passt einfach alles zu schön zusammen.

PPP zur Finanzkriese

Die Krise greift um sich, die Hoffnung schwindet, die Verzweiflung wächst und niemand scheint zu wissen wo es lang geht. Höchste Zeit für populistische Maßnahmen. Die können die Krise vielleicht nicht lösen, aber mit Sicherheit würden sie die Stimmung verbessern:

  1. Schluss mit mit den gigantischen Finanzhilfen für Banken. Denen immer mehr Geld zu geben obwohl sie gerade bewiesen haben, dass sie damit nicht umgehen können ist verantwortungslos und fahrlässig.
    Statt die plötzlich aufgetauchten Milliarden in bodenlose Bilanzlöcher der Banken zu schaufeln sollte man das Geld besser in günstige Immobilien investieren. Da zahlreiche Länder mit schönen Landschaften in finanziellen Schwierigkeiten sein sollen, läßt sich da bestimmt einiges machen. Italien hat ja ein paar sehr nette Gegenden.  Und Griechenland hat vielleicht die eine oder andere hübsche Insel im Angebot. Ebenso wie Spanien: Deutschland sollte Mallorca kaufen! Oder Island.
  2. Neue Einnahmequellen erschließen: Die Bundesmarine jagt Piraten am Horn von Afrika. Welcher große reiche Junge träumt nicht davon mal selbst ein Priatenschiff zu versenken? Analog zum Weltraumtourismus – Kriegstourismus. 5 Mio. € pro Woche inklusive Abschussgarantie und Erinnerungsvideo, aufgenommen vom Bordhubschrauber der Fregatte.
  3. Wiedereinführung drastischer Strafen zur Abschreckung: Pro 100 Mio. verzockter € muss der verantwortliche Vorstand einen Tag an den Pranger.
    Die PPP fordert drei Tage Pranger für jeden Anlageberater, der einer ahnungslosen Oma windige Derivate verkauft hat.
  4. Boni-Steuer: Leistungsabhängige Bonuszahlungen werden bis zu 50% vom Grundgehalt mit den normalen Steuersatz belegt. Für alles darüber gilt 75% Bonus-Steuer.
  5. Good news days: Die Pressefreiheit wird eingeschränkt. Dienstags, Donnerstags und am Wochenende wird die Verbreitung von schlechten oder beunruhigenden Nachrichten streng verboten.

Rauchverbot

In Bayern soll das Rauchverbot jetzt wieder gelockert werden. (Jetzt, wo sich alle quasi dran gewöhnt haben und sich schon gar keiner mehr aufregt…)

Der Hit ist aber die neue Regelung: Rauchen darf man wieder in kleinen Einraumkneipen und in separaten Nebenräumen. Kinder und Jugendliche dürfen diese Raucherräume bzw. Raucherkneipen nicht mehr betreten.

Kinderverbot statt Rauchverbot?!? Das ist ein Witz, oder?

Also liebe Kinder: Rauchen ist total cool und ein bisschen gefährlich. Auf jeden Fall ist es nur was für Erwachsene. Macht das bloß nicht!

Was bedeutet eigentlich ‚Gümbel‘?

Y. gibt auf und verzichtet auf ihre Kandidatur. Sogar bei Spiegel Online wird dieser Unsinn verbreitet. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall.

Anstatt die Suppe selbst auszulöffeln, holt sie diesen Gümbel aus der Versenkung (ich nehme an, das Wort bedeutet sowas ähnliches wie Dummy) und schickt ihn als Kanonenfutter in einen Wahlkampf, der nicht mehr zu gewinnen ist. Gleichzeitig behält sie den Vorsitz in Partei und Fraktion oder mit anderen Worten ihre Macht.

Wenn der Plan aufgeht wird ihr Gümbel heldenhaft kämpfen und kollosal untergehen und dafür die volle Verantwortung übernehmen, bevor er wieder dahin verschwindet, wo er jetzt hergekommen ist.

Die Verantwortung für das Desaster wird Frau Y. damit elegant los. Sie kann in der nächsten Legislaturperiode Oppositionsführerin bleiben und bei der übernächsten Wahl wieder ihre Chance suchen.

Irgendwie kommt mir das unfair vor. Ich schlage deshalb allen Hessen die das lesen vor, im Januar SPD zu wählen. Nicht aus Mitleid, sondern um zu gucken, was die Y. für ne Fresse zieht, wenn es ihr komischer Gümbel tatsächlich schafft Ministerpräsidentin zu weden.

Sie müsste jede Menge Interviews geben und dabei immer so tun, als ob sie sich total für ihn freuen würde. Allein die Vorstellung finde ich unbezahlbar.

Raus aus den Schulden

Lieber Herr Finanzminister,

ich finde es ja ganz großzügig von Ihnen, dass Sie der armen verarmten HypoRealBank mit meinen zukünftigen Steuern aus der Klemme geholfen haben. Die können ja nichts dafür, dass sie sich völlig verspekuliert haben. Und außerdem geht ja auch die Welt unter, wenn so eine große Bank, die ja auch im Dax ist, einfach pleite geht.

Leider sind die ganzen anderen Banken ja auch nicht mehr ganz flüssig und ich mache mir ein bisschen Sorgen, das die ganzen Steuern, die ich noch zahlen muss am Ende womöglich gar nicht reichen werden (ich darf ja eigentlich nur bis 67 arbeiten).

Da hatte ich die Idee, es gibt nämlich da im Fernsehn so einen netten Mann, den Herrn Zwegat, der Leuten hilft, die mit dem Geld nicht so ganz gut umgehen können. Der Herr Zwegat ist staatlich und in Berlin.

Da dachte ich, vielleicht kann der Herr Zwegat mal mit den Banken reden und denen das mal erklären, wie das geht mit den Schulden.

Nicht dass uns am Ende noch alles die Wupper runtergeht. Wer doch auch schade, ne?

Herzlichst, ihr ehrlichster Steuerzahler.