Testosteron

Neulich lag ich träge auf meinem Sofa und zapp(el)te unmotiviert durch alle Kanäle des Kabelfernsehens. Schließlich blieb ich an einem dieser unseriösen Wissenschaftsmagazine des unseligen Privatfernsehens hängen, die ich so gerne sehe, und lernte ein paar neue Sachen über Testosteron:

  1. Wieviel Testosteron man hat, sieht man an der Fingerlänge. Langer Ringfinger (länger als der Zeigefinger) heißt viel Testosteron. Kurzer Ringfinger = Sissi.
  2. Testosteron = Motivation.
  3. Mehr Bewegung, mehr Testosteron.

Da mein Ringfinger nur bei sehr günstigen Lichtverhältnissen länger als der Zeigefinger erscheint, und ich meistens lethargisch auf der Couch liegend dem Bildungsfernsehen zweiter Klasse fröhne, während sich meine Libido in einer dunklen Kellerecke versteckt (vielleicht wars auch ne Spinne; war jedenfalls nicht sehr groß das), muss ich wohl davon ausgehen, dass mein persönlicher Testosteronvorrat unmittelbar nach Ausbildung meiner prächtigen Körperbehaarung erschöpft war.

Dem Problem könnte man natürlich wieder abhelfen, durch mehr Sport. Dazu fehlt mir aber die Motivation (kann ich nix für, liegt am Testosteron, wie mein Ringfinger beweist!).

Ich werde mir jetzt also mal so ein Testosteronpflaster (gibts im Radsportfachgeschäft unter der Ladentheke) auf’n Sack kleben und drauf warten, dass ich Lust bekomme.

Auf Joggen zum Beispiel. Oder Radfahren…

Verkehrt

Meistens wache ich morgends irgendwann vor dem Wecker auf. Sagen wir, ich schaue gegen 6:20 zum ersten mal auf die Uhr. Ich fühle mich ausgeruht und bereit für den Tag und denke an alles Mögliche. Um 6:30 geht dann der Wecker.

Ich reagiere darauf, indem ich den Wecker aus- und das Licht einschalte. Durch das Licht sollte mein Melatoninspiegel sinken und ich sollte frisch und munter in den Tag hopsen. Soviel zur Theorie.

In der Praxis überfällt mich in dem Moment, in dem das Licht angeht eine lähmende Müdigkeit und das unbändige Verlangen, mir die Decke über den Kopf zu ziehen und in alle Ewigkeit weiterzuschlafen. Dem folgt ein zähes Gefecht mit meinem inneren Schweinehund, das sich bis zu einer halben Stunde hinziehen kann. Meistens ist es nur die Neugier auf die Siebenuhrnachrichten, die mich effektiv aus dem Bett treibt.

Und das ist doof.

Der 16. Januar

Der Tag begann mit einem Adrenalinstoß. Es war noch mitten in der Nacht und ich war wach und nervös. Nach einigen Stunden Herumgewälze kam das erlösende Weckersignal. Frühstück muss sein, also überwand ich den Würgereflex. Dann kam das Aufbrezeln. Ein gelungener Schlipsknoten als erstes Erfolgserlebnis.

Gegen acht war Abfahrt. Erstes Ziel: Das Institut auf der Hallwachsstraße in der Hoffnung, dass der reservierte Beamer wirklich da sein würde.

Er war. Dr. Kreher erzählt noch was von erst kürzlich getauschter Lampe. Genau sowas wollte ich hören!

Um kurz vor halb neun war ich im Kutzbachbau/302. Ein hoffnungslos überheizter, steriler weißer Raum. Ich verbrachte die Zeit mit Überlegungen wo ich später den Beamer aufbauen würde. Die winzige Leinwand vorne links? Oder doch lieber alles umdrehen und die große weiße Rückwand nutzen.

Irgendwann kam die Protokollfürhrerin und beteiligte sich an der Debatte. Schließlich, kurz vor neun, stieg die Nervosität wieder an. Noch kein Mitglied der Prüfungskommission war eingetroffen.

Stattdessen kam eine nette Sekretärin, die uns mitteilte, dass die _gesamte_ Veranstaltung in einen anderen (schöneren) Raum verlegt worden war.

Dort warteten schon die Prüfer und mein Prüfungs-kommissionsvorsitzender.

Nach der Prüfung ging es wieder um das Thema Innenarchitektur. Der neue Raum hatte eine schöne große Leinwand, so dass es nur noch um die Bestuhlung ging.

Im ersten Entwurf sollte die Prüfungskommission in der ersten Reihe sitzen, die Gäste dahinter. Das gefiel der Sekretärin nicht, weil so ja die Gäste von der Diskussion gar nichts mitbekämen. Also wurden die Kommissionsplätze in die letzte Reihe verlegt.

Kurz darauf kam der Vorsitzende herein und monierte, dass die Kommission ja so über die Köpfe der Gäste hinweg reden müsste. Also wurden die Gästereihen um 90° gedreht entlang der Seitenwände aufgebaut.

Nachdem nun alle mit der Bestuhlung zufrieden waren, konnte ich mich endlich um die Technik kümmern.

Für den nächsten Adrenalinstoß sorgten meine Eltern mit der Nachricht, dass ihr knapp kalkulierter Flug 45 Minuten Verspätung hatte und sie es wahrscheinlich nicht rechtzeitig schaffen würden. Aber zwei Minuten vor Beginn waren sie dann doch da.

Der Vortrag lief gut, ich habe nur ein paar Kleinigkeiten vergessen. Die anschließende Diskussion war ein Traum!

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Am Nachmittag gabs dann die Feier am MBZ. Durch ein paar kleinere logistische Fehler meinerseits kam davor noch mal ein bisschen Stress auf. Aber dann wurde es sehr schön und es gab auch ordentlich Spaß auf meine Kosten:

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Es war ein toller Tag! Vielen Dank an alle, die mitgemacht, mitgefiebert und mitgefeiert haben!

Onkel Doktor…

Onkel bin ich inzwischen, das andere ist gerade in Arbeit.

Wie es aussieht kommt wohl doch nix mehr dazwischen und ich werde heute in einer Woche mein Rigorosum ablegen und anschließend meine Diss verteidigen.

Wer mich also mal so richtig nervös erleben möchte, komme (in angemessener Kleidung 😉 ) am 16.1. um 11:30 in den Kutzbachbau der TU-Dresden (Zi. 302).

So oder so findet dann nachmittags ab 17:00 im großen Semiaraum am MBZ eine kleine Feier statt.

Zukunftspreis für LED-Technologie!!!

Morgen wird der 11. Deutsche Zukunftspreis verliehen (22:15 ZDF). ‚Mein Laden‘, Osram OS, ist nominiert und tritt unter dem Titel ‚Licht aus Kristallen‚ an.

Dabei geht es um LED Innovationen auf drei Ebenen: Dem eigentlichen LED-Chip, dem Chipgehäuse und der Optik.

Im Zentrum steht die LED-Dünnfilmtechnologie, die es durch ein Flip-Chip-Verfahren ermöglicht, die dünne, lichterzeugende Halbleiterschicht vom ursprünglichen Substrat-Wafer abzulösen und auf der Rückseite zu verspiegeln. So kann auch das Licht, das bei den früheren Bauformen im Substrat verschwunden ist, nach vorne ausgekoppelt werden. Die Effizienz von LEDs wurde dadurch dramatisch erhöht.

Ich bin gespannt und drücke den Kollegen die Daumen!

Update: Yessssss!

Welle Teilchen Dualismus

Da es ‚Making Money‘ vom großartigen Therry Pratchett noch nicht als Taschenbuch gibt habe ich in meinen alten Büchern gekramt und beschlossen, der ‚kürzesten Geschichte der Zeit‘ (so eine Art ‚Eine kurze Geschichte der Zeit‘ für Dummies) nochmal eine Chance zu geben.

Gestern abend war das Kapitel über den sogenannten Welle-Teilchen-Dualismus dran. Dieses Thema verfolgt mich inzwischen schon seit über zehn Jahren und ich krieg’s immer noch nicht auf die Reihe.

  • Licht ist eigentlich mehr ne Welle. Die Lichtenergie ist aber gequantelt. Licht hat eigentlich keine Masse, aber einen Impuls. Nagut.
  • Elektronen sind eigentlich mehr Teilchen. Aber sie haben eine Energieabhängige Wellenlänge und können miteinander interferieren. Von mir aus.

Krass wirds, wenn man jetzt dieses berühmte Doppelspaltexperiment macht und die Elektronen _einzeln_ und _nacheinander_ da durch jagt. Obwohl immer nur ein Elektron unterwegs ist und die Elektronen einzeln am Detektor ankommen, bildet sich mit der Zeit ein Interferenzmuster!

Scheiße, wie geht das denn?

Im Buch steht die etwas unbefriedigende Erklärung, dass die einzelnen Elektronen mit sich selbst interferieren.

Ich denke dass ist eine Lüge um die Gehirne der Leser zu schonen. Denn jedes Elektron kann am Detektor nur an einem Ort ankommen. Der Detektor kann sich nicht merken, dass sich dieses eine Elektron eigentlich über die verschiedenen Interferenzstreifen aufgeteilt hat.

Wenn sich aber der Detektor das nicht merken kann, wer merkt sich denn dann wie die bisherigen einzelnen Elektronen geflogen sind? Der Spalt?

So ähnlich. Ich glaube, dass Elektronen nicht nur im Raum eine gewisse Ausdehnung haben, sondern auch in der Zeit. So können auch Elektronen, die mit scheinbar relativ großem zeitlichem Abstand durch den Spalt fliegen doch miteinander interferieren.

Ich bin natürlich zu faul das zu recherchieren. Vielleicht gibt es schon ausgefuchste Theorien darüber. Oder es ist totaler Blödsinn. Keine Ahnung.

Aber diesen komischen Stromteilchen würde ich alles zutrauen!

Designte Experimente

Als industrieller Entwicklungsingenieur bin ich angehalten der hohen Lehre des DOE (design of experiments) zu folgen.

Als Ahnungsloser Doktorand habe ich immer planlos an irgendwelchen Parametern rumgedreht, mal an dem einen dann am nächsten, und geschaut was passiert. Ein Wunder, dass ich irgendwelche reproduzierbaren zuverlässigen (unter Bauchschmerzen) vorzeigbaren Ergebnisse herausbekommen habe.

Jetzt weiß ich, dass man sich vorher ein paar Zahlen aus dem Ar… zieht, die sinnvolle Elemente des Parameteraums darstellen sollen und sich softwareunsterstüzt daraus eine große Versuchstabelle erstellen läßt, in der sämtliche Parameter systematisch variiert werden.

Diese Tabelle arbeitet man dann akribisch ab, trägt die Ergebnisse ein, trägt die Tabelle dann zu seinem Computer und macht eine Auswertung.

Ich muss zugeben, dass diese strenge Vorgehensweise mir sehr hilft. Dadurch, dass von Versuch zu Versuch immer mehrere Parameter gleichzeitig geändert werden, fällt es einem nämlich schwerer eine konkrete Erwartung an das Versuchsergebnis zu entwickeln.

Ich habe leider die gefährliche Neigung, von meinen Versuchsplänen abzuweichen, sobald Versuchsergebnisse nicht meinen Erwartungen entsprechen. Denn meistens ist die Zahl der Proben begrenzt und immer ist die Zeit knapp. Wenn also das Drehen an einem Parameter X nix zu bringen scheint, dann hört man doch lieber damit auf und dreht mehr woanders. Verzettelung ist damit vorprogrammiert.

Eine DOE Matrix muss vollständig ausgefüllt werden damit anschließend per Software das Gleichungssystem gelöst werden kann, so dass die Einflüsse der einzelnen Parameter offenbar werden.

Natürlich hat auch dieses System seine Tücken, aber bisher macht es großen Spaß.

ambient conditions

…spielen bei meinen Versuchen eine entscheidende Rolle. Aber wie schreibt man das auf Englisch? Meine erste idee: in ambient conditions. Korrektur vom Chef: at ambient conditions.

Da Leo hier den entscheidenden Hinweis schuldig blieb musste eine googel-Umfrage helfen.

  • „in ambient conditions“ -> 100.000 Treffer. Ich bin also nicht allein in meiner Ahnungslosigkeit
  • „at ambient conditions“ -> 300.000 Treffer. Also schon besser
  • „under ambient conditions“ -> 400.000 Treffer, der Gewinner.

Meine Interpretation: In ist zwar falsch, aber ein weit verbreiteter Irrtum. At und under geht beides, under ist aber etwas beliebter. Weiß es jemand genau?