Heute war ich in einer Radiologischen Praxis zum Röntgen. Ausser Röntgen gabs da noch alle Sorten Ultraschall und sogar CT- und MRT-Untersuchungen.
Die Nachfrage nach diesen Untersuchungen übersteigt das Angebot bei weitem. Ein Termin ist also etwas sehr kostbares, ein Schatz sozusagen. Und wenn man die Langen dunklen Gänge in dem alten Gebäude betrachtet, so muss man unwillkürlich an eine Höhle denken.
…Schatz? …Höhle? …Da muss doch auch irgendwo ein Drache sein!
Der ist auch nicht zu übersehen und sitzt direkt am Emfang. Wer an den Schatz will muss an ihm vorbei. Er ist mitte 50, weiblich, blondiert, dauergewellt und bereits fünf Minuten nach Öffnung der Praxis schlecht gelaunt.
Du bist von ihm abhängig und er weiss es. Der Kandidat vor mir war unsensibel. Er hatte Extrawünsche. Der Drache hat ihn verschlungen, mit Haut und Haaren und dann die Knochen wieder ausgespuckt.
Kann man diesen nörgligen Tonfall irgendwo lernen? Diese Abgrundtiefe Empörung angesichts dieser unflätigen Anmaßung? Oder ist das angeboren?
Ich lerne schnell. In aller Demut flüsterte ich mein Begehr. Ich wurde nur ein wenig angeschnaubt. Meine Augenbrauen sind etwas versengt, aber meine Knochen wurden geröngt! Dann konnte ich die muffige Grotte, hoffentlich für immer, verlassen.
“x-ray… my preciousss!”
Ich hoffe, es gab keinen unschönen Grund dafür, Dir einige Zehntel Millisievert Röntgendosis einzufahren?