Dilemma

Die heutige Freitagsdiskussion im Heise Ticker dreht sich um den Einwand eines ‘Sicherheitsexperten’, dass Google Earth von Terroristen mißbraucht werden könnte. Z. B. um sich die Koordinaten eines Fußballstadions zu besorgen, das man dann mit einem Marschflugkörper oder einer Scud-Rakete zur WM in die Luft jagen könnte.

Natürlich ist das völliger Bullshit auf mehreren Ebenen, weil:

  1. Der Terrorist ca. 1000 andere, unwesentlich aufwendigere, Möglichkeiten hätte sich die Koordinaten zu besorgen.
  2. Der Terrorist seine kostbare Lenkwaffe sicher nicht an ein albernes Fußballspiel verschwenden würde.
  3. Der Terrorist ein banales Fußballspiel mit weit weniger Aufwand terrorisieren könnte und würde.

Jedenfalls hat mich die Sache trotzdem zum Nachdenken gebracht, und ich muss zugeben, dass Google-Earth einem Terroristen das Leben zumindestens angenehmer macht. Alleine die Vorfreude, wenn er mit seinem riesigen Turban am Rechner sitzt, mit der Maus über die dekadenten Städte der Ungläubigen fliegt, leise arabische Flüche in seinen buschigen Bart murmelt und ab und zu Explosionsgeräusche macht…

Ich fürchte, dass fast alles, was mir das Leben angenehmer oder einfacher macht, auch das Leben des Terroristen einfacher und angenehmer macht. Handys, Internet, elektronischer Zahlungsverkehr… Oh, und Autos! Wieviele Menschen durch Autobomben verletzt oder getötet wurden, weil irgendwelche Nerds, die Angst vor Pferden hatten, damals das Auto erfunden haben! Ich habe so ein Gefühl, dass Kutschenbomben nicht so der Bringer geworden wären…

Das ist ein weiteres Argument dafür, dass alles Neue prinzipiell und von vorneherein als gefährlich anzusehen ist! Die Menschen sollten endlich aufhören, neue Sachen zu entwickeln!!!

In diesem Sinne: Fröhliches Wochenende!

5 Responses to “Dilemma”

  1. Chris says:

    Großartig! Ich unterschreibe ;-)

  2. Arne says:

    Natürlich, das ist der einzige logische Schluss. Endlich mal jemand, der das Precautionary Principle (http://en.wikipedia.org/wiki/Precautionary_principle) konsequent verfolgt. ;-)

  3. Torsten says:

    Um ein Fussballspiel (oder äquivalente Ereignisse) zu terrorisieren genügt es sich die Jacke aufzureissen, die Faust in die Höhe zu recken und etwas zu schreien was möglichst nach Hollywood-Arabisch klingt. Zack, werden der Veranstaltungsort und umliegende Stadtviertel mit den darin enthaltenden Bewohnern von diversen Sicherheitsorganen aufs Gründlichste terrorisiert. Wie früher die Neutronenbombe: Kills people, but leaves buildings standing.

  4. Torsten says:

    Nachtrag: Falls der hiesige Beitrag und die Kommentare von irgendwelchen der oben zitierten Sicherheitsorganen gelesen werden sollte: Wir sehen uns auf Guantanamo. Und wenn nicht: War schön euch gekannt zu haben.

  5. Chris says:

    @Torsten: Großes Tennis!!! Ich schick Dir ne Postkarte nach Kuba :-)

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