Die dreh’n doch alle am Rad.

In England wollten ein paar fanatische Irre Terror verbreiten und Flugzeuge in die Luft sprengen. Die gute Nachricht: Sie wurden vorher erwischt. Die schlechte Nachricht: Ihre Idee hätte prinzipiell klappen können. Das es Terroristen gibt wussten wir eigentlich alle schon. Dass die es bevorzugt auf Flugzeuge abgesehen haben auch. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen können prinzipiell niemals perfekt sein, deshalb ist das einzige, was mich an der Geschichte überrascht, dass so wenige Flugzeuge von Terroristen gesprengt werden.

Leider kann man sich über den Erfolg von Scottland Yard nicht so richtig freuen, denn es gibt in Deutschland viele Politiker, die nur auf solche Gelegenheiten warten um in theatralische Betroffenheit zu verfallen und schrecklich dumme Ideen von sich zu geben. Wieder mal sind es vor allem Unionspolitiker, die versuchen mit Panik zu punkten:

Schönbohm will das Handgepäck gleich ganz verbieten, Schäuble will nach der Nagelschere nun auch jegliche Flüssigkeit aus der Kabine verbannen… Ich weiß ja nicht, wann unser Herr Innenminister das letzte Mal eine längere Strecke in der Economy class zurückgelegt hat, aber wenn man für jeden Fingerhut voll Wasser erst die Stewardess anbetteln muss, kommt man sehr dehydriert und mit gewaltigen Thrombosen ans Ziel.

Man sollte nie vergessen: Das Ziel der Terroristen ist es nicht ein paar Menschen umzubringen, sondern sehr sehr vielen Menschen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Indem wir uns fürchten und ständig auf der Hut sein müssen, tun wir den Extremisten den allergrößten Gefallen. Sicherheit ja, aber nicht um jeden Preis!

Übrigens: am drolligsten finde ich den Versuch von Beckstein und Schönbohm, mal wieder einen Einsatz der Bundeswehr im Innern zu fordern. Was bitteschön könnte die BW gegen in Flugzeuge geschmuggelte Bomben ausrichten???

(Quelle:Spiegel-online)

6 Responses to “Die dreh’n doch alle am Rad.”

  1. felix says:

    Das Schlimmste ist, das selbst halbwegs intelligente Menschen behaupten, sie hätten lieber ein bißchen mehr Sicherheit als Freiheit. Angst ist ein schlechter Ratgeber.

    Die birtischen Medien allerdings sind gestern wieder zur Vernunft gekommen. In den Abendnachrichten konnte man Tony Blair beobachten, der dem Unterhaus erklärt, dass Saddam auf einem riesigen Berg biologischer und chemischer Waffen sitze. Auch der Fall des von der Polizei ermordeten Elektrikers wurde zitiert. Alles in allem kamen Regierung und Polizei nicht so gut davon.

  2. Arne says:

    Richtig!

    Ohne Flüssigkeiten im Handgepäck haben wir vermutlich binnen Jahresfrist mehr Thrombose-Tote auf Flugreisen als Terror-Tote durch Anschläge auf Flugzeuge in den letzten drei Jahren.

    Das Ziel der Terroristen ist es nicht ein paar Menschen umzubringen, sondern sehr sehr vielen Menschen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Indem wir uns fürchten und ständig auf der Hut sein müssen, tun wir den Extremisten den allergrößten Gefallen.

    Ganz genau! Und das ist leider viel zu wenig Menschen klar.

  3. [...] Gegenstand des ersten Bandes ist die Analyse von Platons Staatstheorie, die Popper als totalitär identifiziert und der Gegenentwurf, die offene Gesellschaft. Das ist auch ohne große Kennerschaft der Materie ganz spannend gewesen. Insgesamt empfehlenswert in Zeiten des Kriegs gegen den Terrorismus. [...]

  4. [...] Fröhlichen Montag! Life, the universe and everything else. « Die dreh’n doch alle am Rad. [...]

  5. [...] Fröhlichen Montag: Die drehen doch alle am Rad Share as Social Bookmark:These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages. [...]

  6. UniKSeb says:

    [...] Ein weiteres sehr gutes und immer wieder genanntes Argument hab ich hier entdeckt. Zitat: Man sollte nie vergessen: Das Ziel der Terroristen ist es nicht ein paar Menschen umzubringen, sondern sehr sehr vielen Menschen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Indem wir uns fürchten und ständig auf der Hut sein müssen, tun wir den Extremisten den allergrößten Gefallen. Sicherheit ja, aber nicht um jeden Preis! [...]

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