Bis eben ging es mit der Wirtschaft in unserem schönen Land ordentlich bergauf. Könnt ihr euch noch erinnern, wie das damals angefangen hat? Das war nämlich ein wenig Paradox:
Die neue große Koalition der Abzocker hatte eine enorme Mehrwertsteuererhöhung angekündigt und die Experten waren sich einig, dass das die eh schon schwache Konjunktur total abwürgen würde. Das Gegenteil war der Fall. Alle Angstsparer packten ihre Notgroschen aus und holten viele Investitionen nach, mit denen sie schon lange auf bessere Zeiten gewartet hatten.
Den neuen Fernseher oder das Auto lieber jetzt kaufen, bevor die Steuer kommt. Das war wohl bei vielen die Devise. Dabei entdeckten wir die Freude am Geldausgeben wieder und als die Steuer dann da war, hörten wir nicht damit auf, denn die guten Zeiten waren endlich da, die Binnennachfrage zog an und plötzlich ging auch die Arbeitslosigkeit zurück.
Jetzt kippt das Ganze um und die Finanzkrise bedroht den schönen Aufschwung der letzten Jahre. Alle halten die Luft an, sorgen sich um ihr Geld und geben nichts davon aus. Wer weiß was am Ende übrigbleibt. Derweil drosseln die Fabriken ihre Produktion und schon bald werden sich die ersten Zeitarbeiter auf der Straße wiederfinden.
Die dramatischen Auftritte unserer höchsten PolitikerInnen, bei denen Sie nachdrücklich verkünden, dass absolut kein Grund zur Panik besteht, haben leider absolut nichts beruhigendes an sich. Doch wer im tiefen Wasser verkrampft geht unter.
Großzügig werden Millarden gegeben um ruinierte Banken zu retten. Aber ist das wirklich der beste oder gar einzige Weg? Könnte man nicht das Geld verwenden, um den Unschuldigen direkt zu helfen? Die Banken, die sich verspekuliert haben, hops gehen lassen und nur da einspringen, wo es zu verhindern gilt, dass auch die sogenannte Realwirtschaft in Bedrängnis gerät, weil sie z. B. keine Kredite mehr bekommt?
Ich hätte noch einen ganz anderen Vorschlag: Wie wäre es mit einer befristeten Mehrwertsteuersenkung für ein halbes Jahr auf 15%. Ich glaube in den letzten drei Monaten vor der Rückerhöhung würden wieder viele Leute, die es sich eigentlich leisten können, sich so aber nicht trauen, wieder mehr Geld ausgeben. Und damit die panische Starre auflösen, in die sich unsere Weltwirtschaft gerade hineinbewegt.
Ach ja, noch ein Wort zu dieser großartigen Einlagengarantie: Da ich als relativ junger Mensch noch nicht viel Zeit zum Geldansparen hatte, aber noch viele Jahre als Steuerzahler vor mir habe, hoffe ich sehr, dass es nicht soweit kommt, dass diese Garantie greifen muss. Eine solche Garantie ist ein typisches Beispiel für das Abschieben von aktuellen Problemen auf die Generationen der Zukunft. Auch das kann nicht ewig gutgehen und wo das enden könnte hat uns die Doro hübsch bunt ausgemalt.
In hr2 Der Tag als Podcast dann hier: http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=14224
“Donnerstag, 16.10.2008
Die andere Krise: der Welt- Hunger-Rekord
Anderthalb Billionen Dollar, 360 Milliarden Euro und 500 Milliarden Euro. Das sind die Summen, die alleine die USA, Frankreich und Deutschland in ihre jeweiligen Fonds zur Rettung der Banken stecken. Und jetzt kommt die Zahl, über die man wirklich staunen darf: zehn Milliarden Euro hätte die Welthungerhilfe gerne. Die nämlich könnte sie dann in die Landwirtschaft der Hungerländer stecken, um den Hunger von inzwischen 923 Millionen Menschen zu stillen. Und diese lächerlichen zehn Milliarden hat die Welthungerhilfe nicht. Was würde ein deutscher Banker dazu wohl sagen? Genau: Peanuts. Aber selbst diese Erdnüsse haben die Hungernden nicht. Das ist der eigentliche Bankenskandal!
Moderation Florian Schwinn
Redaktion Rainer Weber
Peter Ochs
Rainer Dachselt
Produktion Bernd Seidel”
“Dann sollen sie doch kuchen essen!”
Hmmm, Kuchen…
maaan sebastian der richtige kommentar wäre “Ab mit dem Kopf!” gewesen
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