Archive for the ‘Best Of’ Category

Mitleiderregend!

Tuesday, July 3rd, 2007

Achtung, der folgende Beitrag beschäftigt sich auf zynische Weise mit einem sehr ernsten Thema. Es wird um Leben und Tod gehen und ich werde mich darüber lustig machen. Zartbesaitete sollten nach diesem Absatz aufhören und lieber diesem Link folgen um etwas erbauliches zu lesen.

Kann mir mal jemand erklären, was mit diesen ehedem so gruseligen islamistischen Terroristen los ist? Die geben ja ein jämmerliches Bild ab in letzter Zeit! Zwei nicht explodierende Kofferbomben in deutschen Zügen. Zwei nicht explodierende Autobomben in London und dann dieser Mitleid erregende Anschlagsversuch auf den Flughafen von Glasgow.

Erst kommt die Autobombe nicht bis ans Ziel, sondern bleibt an einem Poller hängen (das passiert wohl wenn man seinen Tatort nur per Google Earth auskundschaftet), dann ist die Explosion der Autobombe so mickerig, dass nicht mal die beiden möchtegern Märtyrer dabei umkommen. Stell dir vor du kommst in den Himmel, stehst nackt vor 47 Jungfrauen und alle lachen dich aus…

Im Ernst, es ist doch eigentlich nicht schwer, Terror zu verbreiten. Ich hätte duzende Ideen, aber behalte mal die meisten mal für mich (nicht dass es dann heißt, ich wäre Schuld). Aber zum Beispiel hätten die Terroristen erheblich mehr Schaden anrichten können wenn sie einfach ein paar große Steine von einer Autobahnbrücke geworfen hätten.

Das Schwierigste sollte es sein, Selbstmordattentäter anzuwerben und/oder einzuschleusen. Beides hat offenbar funktioniert. Aber dann scheitert der Terror an falsch zusammengebauten Bomben oder ähnlichen leicht vermeidbaren Fehlern.

Das Problem der Selbstmordattentäterstrategie ist, dass sie vom Typ her eine seltene Kombination aus Genie und Wahnsinn erfordert. Offenbar haben sich die Kandidaten, die verrückt genug sind, sich selbst zu opfern, aber clever genug sind, dass auch effizient umzusetzten schon alle verbraucht.

Oder jemand hat eingesehen, dass man das Internet nicht durch Sperren, Filter und Schnüffelprogramme sicher machen kann, sondern dass man es mit seinen eigenen Waffen schlagen muss. Als effektive Maßnahme gegen den Terror schlage ich vor, das Web mit falschen Bobenanleitungen in arabischer Sprache zu überfluten und dafür zu sorgen, dass die ersten 50 Googletreffer nur solche Seiten verlinken.

Wer weiß, vielleicht hat das ja schon jemand getan…

Flow on the snow

Sunday, June 17th, 2007

Der strahlend blaue Himmel hat schmückt sich mit wenigen weißen Wölkchen und Bayerns bester Wetterbericht kündigt 28°C an. Genau richtig also, um über Rauschzustände beim Skifahren zu philosophieren.

Skifahren in alpinem Gelände ist etwas sehr abwechslungsreiches. Deshalb ergeben sich verschiedene Möglichkeiten einen Kick zu bekommen. Man kann also einen ganzen Urlaub lang jeden Tag Skifahren, ohne dass es langweilig wird.

  1. Der Geschwindigkeitsrausch. Am besten bekommt man den auf einer steilen, glatten Piste, die man gut einsehen kann und die in einen Gegenhang mündet oder wenigstens einen weiten Auslauf. Man stellt sich ganz leicht breitbeinig auf die Ski, geht in die Hocke (Knie an die Brust), streckt die Arme nach vorne und ab geht die Luzi. Ich komme dabei auf Geschwindigkeiten um 100 km/h. Das Gefühl ist unbeschreiblich!
    Im Zeitalter der Carvingski kann man sich auch in schnellen Kurven den Kick holen. Mittelsteile, breite ebene Piste, ordentlich Tempo (70 km/h) und dann auf die Kante legen. Die taillierten Ski ziehen einen dann durch die Kurve.
  2. Der Rodeo Rausch. Dabei geht es darum wirklich mit den Skiern um die Kontrolle zu kämpfen. Der Kick entsteht aus der völligen Konzentration und der Entspannung danach. Man braucht schwieriges Gelände, entweder einen Steilhang, eine Buckelpiste oder Tiefschnee. Man fährt so schnell, dass man alle Kraft und Geschicklichkeit braucht um sich auf den Skiern zu halten.
  3. Der leichte Flow. Wenn die Piste nicht allzu schwierig ist, kann man die Steuerung dem Körper überlassen und träumen oder die Aussicht genießen. Ich habe dabei meistens irgendeinen Ohrwurm und denke mir neue Texte zu der Melodie aus.
  4. Der Flow. Die Piste ist etwas schwieriger, vielleicht schon ein bisschen ausgefahren und wellig. Man kann mit dem Gelände spielen. Körper und Kopf sind in harmonischem Einklang. Man denkt sich seine Route 5-10 m vorraus und der Körper setzt das dann im Idealfall perfekt um.
  5. Jedi Skifahren. Das ist der etwas spezielle Kick, den vielleicht nur wenige nachvollziehen können. Skifahren bei Nebel. Dazu sollte man natürlich das Skigebiet schon gut kennen, damit man nicht verloren geht. Bei Nebel gibt es keinen Kontrast zwischen Piste und Himmel, man kann Details wie kleine Unebenheiten oder Schneehaufen nicht mehr erkennen. Der Jedi-Skifahrer fühlt sich seinen Weg. Zu spüren, wie der Gleichgewichtssinn direkt über das Rückenmark die Steuerung des Körpers übernimmt ist einfach ganz großes Kino.

Soviel dazu. In zwei Monaten kann man mit der Planung für DEN Skiurlaub 2008 beginnen. Und bis dahin: Radfahren, Inlineskaten und Schwimmen ist ja auch schön.

Perfekte Momente

Friday, February 23rd, 2007

Zu dem Besten was einem passieren kann gehört das, was ich als einen perfekten Moment bezeichnen möchte. Ein kurzer Augenblick, nur ein paar Sekunden, in denen alles passt und besser nicht sein könnte. In diesen Sekunden ist man mehr als zufrieden, mehr als glücklich, einfach volkommen.

Meistens sind wir in solchen Momenten zu beschäftigt, um sie angemessen zu würdigen, weil sie uns völlig ausfüllen. Deshalb ist es ein besonderes Glück, wenn man einen perfekten Moment bewußt als solchen erlebt, so dass man sich auch später noch daran erinnern kann.

Einen solchen perfekten Moment hatte ich vor etwas mehr als einem Jahr im Skiurlaub:

Es war nach einer der letzten Abfahrten des Tages. Die Piste war leer gewesen und ich hatte mich ganz dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben. Dann saß ich im Sessellift mit einigen meiner besten Freunde. Ich packte einen Schokoriegel aus und biß ab. Ich hatte also das Blut voller Adrenalin von der letzten Abfahrt, den Mund voller Schokolade, war von lieben Menschen umgeben und dann kam unser Sessel über eine Kuppe und die Sonne lachte mir mitten ins Gesicht.

Ein perfekter Moment.

Mein Laster

Sunday, February 11th, 2007

Ich trinke kein Alkohol (wenigstens nicht zum Spaß) rauche nicht (aus Prinzip) und halte mich mit Süßigkeiten zurück (meistens manchmal). Ein Laster habe ich aber doch: Ich dusche gerne. Lange. Heiß.

Das ist vermutlich auch die beste Erklärung für meine gerötete Kopfhaut (nicht das billige Shampoo und auch nicht die trockene Luft…).

Jedenfalls hab ich manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir überlege, wieviel gutes Trinkwasser ich so Woche für Woche über meinen Körper fließen lasse. Und dann ist das Wasser auch noch warm. Ich trage also auf eigentlich unverantwortliche Weise zur Klimakatastrophe bei, weil ich vermeidbaren CO2 Ausstoß verursache.

In ein paar Jahren wird deshalb vielleicht sogar jemand sterben. Bzw. ich trage zum Untergang einer kleinen Insel bei. Irgendwo in Fidji oder so.

Konsequenterweise sollte ich also mit dem Warmduschen aufhören…

Vergesst es! Ich will nicht, ich kann nicht und Fidji futschi, Pech gehabt, ist mir doch egal!

Neulich beim Friseur

Thursday, February 8th, 2007

Ich gehe nicht gerne zum Friseur. Keine Ahnung, wahrscheinlich gehe ich es falsch an. Aber allein da Anrufen zu müssen, um einen Termin zu machen löst einen gewissen Widerwillen aus.

Dazu muss man wissen, dass ich die Haare auf meinem Kopf als Haare betrachte und nicht als Frisur. Sie sollen einigermaßen ordentlich aussehen, mir nicht im Gesichtsfeld rumhängen und schnell trocknen. Von einem Friseur bzw. einer Friseuse erwarte ich deshalb eigentlich nur, dass die Haare gekürzt und die Kanten begradigt werden, was jeder Azubi in der dritten Lehrwoche auf die Reihe bekommen sollte. Deshalb ist es mir eigentlich egal, wer das dann macht und ich bestehe nicht wie fortgeschrittene Friseurkunden darauf, dass mir z. B. immer nur die Gabi die Haare schneidet. Den Salon meines Vertrauens hab ich ausgesucht, weil er ca. 200 m von meiner Wohnung entfernt ist.

Meistens klappt das auch ganz gut. Eine nette Junge Frau bringt die Haare in Form, ohne mir ein Ohr abzukauen oder schwierige Fragen zu stellen. Manchmal gerate ich aber an die Chefin des Ladens…

Die betrachtet ihr Handwerk als Kunst und ist in heilliger Mission unterwegs. Sie beginnt den Termin meistens mit einer schwierigen Frage: “Wann waren Sie denn zum letzten Mal hier?”. In meiner Naivität beantworte ich die Frage wahrheitsgemäß:”Weiß nicht genau, vor ein paar Monaten.” Damit handele ich mir das erste mißbilligende Stirnrunzeln ein. Inzwischen weiß ich, dass die Frage eh nur ein Test ist. Die Frau sieht es den Haaren an, wann sie das letzte Mal geschnitten wurden. Jedenfalls sitze ich dann meistens schon mit einem latent schlechten Gewissen auf dem Stuhl. Normalerweise geht dann dafür aber alles glatt. Nicht so neulich.

Der erste Angriff erfolgte noch vor dem ersten Schnitt. Sie wollte mich gratis ein neues Stylingprodukt ausprobieren lassen. Das sollte meinem Aussehen den gewissen Pep geben, der im Moment noch fehlen würde. Ich ignorierte diese freundliche Kompliment und ging sofort in die Defensive. Ich bin nicht so der Stylingproduktetyp und brauche keinen Pep. Vielen Dank. Während des Schneidens erinnete ich mich daran, dass man ja aufgeschlossen und offen für Neues sein sollte und entschied mich, das Stylen zuzulassen. Und sofort folgte der zweite Angriff.

“Ihre Kopfhaut ist gerötet. Was für ein Shampoo verwenden Sie?” Ich hasse es zu lügen und bin auch nicht gut darin. Nach wenigen Sekunden Verhör hatte es aus mir rausgeholt: Ich verwende das ganze Jahr über Antischuppenshampoos unterschiedlicher Hersteller und zur Zeit die billigvariante von Lidl. Ihr Entsetzen war echt oder sehr überzeugend gespielt. Sofort ließ sie Kamm und Schere fallen und präsentierte mir die Produktpallete der edelsten Shampoos von Wella. Die kosten zwar 5 mal soviel wie normales Shampoo, seien aber vieeeel besser und auch wesentlich ergiebiger, so dass sie dann in Wirklichkeit auch nur doppelt so teuer sind wie die ätzende Discounterbrühe.

Zum Schluss der Sitzung musste ich mir nur noch eine kleine Standpauke anhören, weil ich nach dem Rasieren kein Aftershavebalsam verwende. Dann hatte ich es geschafft. Naja, nicht ganz. Das Stylingprodukt fehlte natürlich noch. Haarwachs oder so. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass die Haare verstrubbelt werden. Ich hasse verstrubbelte Haare. Zu ihrer großen Enttäuschung wollte ich kein Haarwachs kaufen. Ich kaufte eine 200 ml Shampooflasche für 9,90€.
(Testbericht folgt)

In it

Wednesday, January 31st, 2007

some are in it for the money
some are in it for the fame
some forget why thy are in it
but they’re in it all the same

some are in it for a lover
some are in it for a dream
some just failed to refuse it
for their lack of self-esteem

some are in it for their mothers
some are in it for their land
some joined in it for the angels
that the Lord for them has sent

some are in it our of boredom
some are in it for applause
some are in it to be heroes
or are in it just because

some are in it for tradition
some are in it out of spite
some decided to get in it
‘cos they want to see the light

now together we are in it,
now we know what it’s about,
now together we keep thinking
how the fuck can we get out?

Spruch

Monday, January 29th, 2007

Ist mir heute morgen in der Straba eingefallen. Keine Ahnung warum. Aber vielleicht ist es ja wichtig:

Im Gespräch über vermeintlich Belangloses entsteht das Vertrauen, dass man braucht, um das Wichtige auszusprechen.

Umgerechnet 1 Liter Benzin

Tuesday, January 9th, 2007

Gestern beim Abendessen hab ich was im Radio gehört:

Unser Bundeshorst, Präsident Köhler, hat in Berlin mal wieder eine Runde Verdienstkreuze geschmissen. Einer der Ausgezeichneten war Student an der TU Chemnitz und wurde ihm vorgestellt als Vertreter eines Projektes, das ein hocheffizientes 1-Mann-Auto gebaut hat, welches mit wörtlich “…umgerechnte einem Liter Benzin…” über tausend Kilometer zurückgelegt hätte.

Umgerechntet 1 Liter Benzin? Was mag sich dahinter verbergen? Eine triviale Möglichkeit wäre natürlich, dass die verwendete Spritmenge in der englischsprachigen Originalveröffentlichung mit 0,26 Gallonen oder so angegeben war.

Wahrscheinlicher aber wurde das Fahrzeug gar nicht mit Benzin betrieben sondern mit Diesel oder Methanol oder Rapsöl oder Uran oder was weiß ich. Und weil sich der Horst nur mit Benzin auskennt, hat man das für ihn umgerechnet.

Aber auch diese Umrechnung kann man auf verschiedenen Wegen durchführen. Z. B. physikochemisch. Man bestimme, wieviel Energie bei der Verbrennung von einem Liter Benzin frei wird und finde heraus, wieviel Diesel man für die gleiche Energie braucht. Zusätzliche Strecke macht man so natürlich nicht.

Um eine möglichst große Strecke zurückzulegen empfehle ich deshalb eine ökonomische Umrechnung. Ein Liter Benzin enspricht aktuell 1,259€. Dafür bekomme ich 1 1/8 Liter Diesel. Diesel hat eine höhere chemische Energiedichte als Benzin (~10%) und schon hab ich durch geschicktes Rechnen meine Reichweite um fast 25% erhöht.

Ausgehend von der Masse-Energie-Equivalenz E=mc², kann man mit einem Liter Benzin im Prinzip sogar beliebig lange Strecken zurücklegen. Ein Liter wiegt ca 725 g und das entspricht 6e16 J. Physikochemisch umgerechnet ergibt das wiederum etwa zwei Milliarden Liter Sprit. Damit kommt man doch schon ne Strecke weit! Und falls das immer noch nicht reicht, kann man ja seinen letzten Liter nochmal umrechnen.

Und wann bekomme ich jetzt mein Bundesverdienstkreuz?

Ode an die Reset-Taste

Monday, January 8th, 2007

Oh kleiner Knopf mit großer Macht,
manch Wunder hast du schon vollbracht!

Oft in auswegloser Lage,
glaubte ich, dass ich verzage,
mit Verzweiflung im Gesicht,
denn es ging mal wieder nicht.

Fast zärtlich hab ich dich gedrückt,
auch als der Drucker spielt’ verrückt.
Wenn sich die Platte nicht mehr dreht,
oder der Prozessor steht!

So oft wurd’ wieder alles gut,
durch Reset-Taste und Reboot!

Der Weg ist das Ziel

Monday, September 18th, 2006

Ich habe jetzt lange über den Spruch nachgedacht, und manchmal trifft das wohl auch zu. Aber meistens ist es doch so:

Das Ziel ist das Ziel und der Weg ist im Weg!