Archive for the ‘Just for Fun’ Category

Gastautor

Monday, July 20th, 2009

Seit ein paar Wochen nervt mich so ein aufgedrehter Fernsehkoch damit, dass er unbedingt sein neustes Rezept auf meiner Seite vorstellen will. Da mir selbst grad eh nix einfällt: Bitte schön!

Hey Leute, alles klar? Wie geht’s euch so? Ich hoffe, ihr habt Hunger mitgebracht. Oh Mann, ich find es total cool, dass ich endlich mal auf dieser Webseite kochen darf! Ist das nicht unglaublich, ist das nicht einfach unglaublich? Also los, fangen wir gleich an:

Die wichtigste Zutat für dieses Rezept ist ein schönes frisches Graubrot. Ihr könnt ein Roggenmischbrot nehmen, oder ein Weizenmischbrot, oder ein sogennanntes Bauernbrot, oder ein Krustenbrot, eigentlich ganz egal. Ich nehme aber am liebsten das Roggenbrot, weil es den etwas kräftigeren Eigengeschmack hat. Am besten kauft ihr das Brot direkt vom Bäcker, dann sollten da keine Konservierungsstoffe drin sein und ihr könnt es richtig frisch bekommen. Das es wirklich ganz frisch ist, erkennt ihr daran, dass es noch schön elastisch ist. Seht ihr, wie ich den Laib in der Mitte zusammendrücken kann? Oh wow, wie das duftet! Was für ein herrliches Aroma!

So, jetzt nehmen wir den Laib in die linke Hand und nehmen ein großes Messer mit einer gewellten Klinge dazu. Ich nenne das ein Brotmesser. So, und damit schneiden wir den jetzt Brotlaib durch. Einfach in der Mitte durchschneiden. So. Hmmmmmm, dieser Geruch ist wirklich einmalig!

Die eine Hälfte können wir jetzt erstmal zur Seite legen und von der anderen schneiden wir jetzt, wieder mit dem Brotmesser, eine schöne Scheibe runter. Und Leute, dabei ist es echt ganz wichtig, dass die Scheibe die richtige Dicke hat: Ein kleines bisschen breiter als mein Zeigefinger. So, versucht mal die Scheibe möglichst schön gerade abzuschneiden. Ja, mit ein bisschen Übung kriegt ihr das sicher auch hin. Wenn die Scheibe zu dünn ist, dann trägt sie nicht, dann ist sie total instabil und wabbelig und kriegt leicht Löcher in der Mitte oder reißt woanders ein. Zu dicke Scheiben sind noch schlimmer, die erschlagen dann das ganze Gericht, ich schwör euch das Leute!

Okay, wenn wir jetzt so eine schöne, wunderbar duftende Brotscheibe haben, dann kommen wir zur zweiten wichtigen Zutat. Ich sag euch dass ist echt der Hammer Leute! Hier haben wir echte Butter vom Biobauern! Ihr könnt natürlich auch normale Butter nehmen, aber wollt ihr wirklich, dass für euer Essen irgendwelche Kühe gequält werden?

So, es ist ganz wichtig, dass ihr die Butter schon ein paar Minuten aus dem Kühlschrank draußen habt, damit sie jetzt nicht zu fest ist, denn dann könnt ihr sie mit einem kleinen Messer aufnehmen und einfach über das Brot streichen. So wie hier jetzt. Einfach drüberstreichen. Wisst ihr, Fett ist nämlich ein Geschmacksträger und Butter besteht fast nur aus Fett, zu über 80% oder so.  Also die Butter verstärkt auf ganz fantastische Art den herrlichen Eigengeschmack von unserem Graubrot. Hmm, sagenhaft!

So, was wir jetzt haben ist schon eine sehr leckere Mahlzeit. Ich nenne dieses Gericht ‘Butterbrot’. Ihr könnt jetzt einen kleinen grünen Salat dazu machen, eine Scheibe Wurst oder Käse drauflegen, oder es einfach so aus der Hand essen, einfach nehmen und abbeißen. MM, fanfaftiff! Hmm.

Aber Leute, es wird sogar noch besser. Schaut mal ich nehme jetzt einfach noch eine Prise Salz und streue sie über das Butterbrot, einfach drüberstreuen. Der Geschmack ist echt gigantisch! Oder ihr streut ein paar kleingehackte Gartenkräuter darüber. Es gibt einfach unendliche Variationsmöglichkeiten! Deswegen lieb ich dieses Rezept auch so, es wird einfach nie langweilig, weil man durch ganz einfache Sachen dem ganzen eine ganz neue Note verleihen kann!

Oh, Mann ist es echt schon wieder so spät geworden? Ich fand es echt großartig, dass ich heute hier mit euch kochen konnte, aber jetzt muss ich los, sonst krieg ich wieder Ärger mit Jules und das wird dann morgen in der Zeitung wieder total aufgeblasen! Also dann, bis zum nächsten Mal vielleicht. Oder ihr schaltet einfach mal meine Sendung ein oder kauft mein Kochbuch! Machts gut, Leute!!!

Ja. Prima. Also dann, guten Appetit und äh, fröhlichen Montag.

Die sind doch alle gedopt…

Monday, July 6th, 2009

Jetzt nicht nur die Radsportler, sondern auch die Pferde von den Reitsportlern.

Neulich stand was dazu bei Spiegel-online. So ein Reitfunktionär hat vorgeschlagen, nicht mehr die Reiter zu sperren sondern die gedopten Pferde.

Find ich nur fair. Was können denn die Reiter dafür, wenn diese neurotischen, krankhaft ehrgeizigen Sportgäule alles schlucken und drücken, was die Apotheke so hergibt?

“Böser SirLancelot, böses böses Pferd! Wie oft hab ich dir gesagt, nicht die Sterroide… Blöder Gaul blöder, siehst du, jetzt bist du gesperrt. Jetzt fahr ich ohne dich zum Derby. Das hast du jetzt davon.” – “Der Sir ist ja so ein intelligentes Pferd, aber er hat einen schwierigen Charakter. Störrisch wie ein Esel sag ich immer und er kann einfach nicht verlieren.”

Mein modernes Möbelmarkt Märchen Teil 3

Friday, July 3rd, 2009

Drittes Kapitel – Per Sören erzählt

Auf diesen Handel ging ich natürlich gerne ein und erfuhr so von dem großen Geheimnis hinter dem Erfolg der Möbelkette:

Ihr Gründer, damals ein junger Mann Namens Ingvar, war schon als Kind sehr geschäftstüchtig gewesen und hatte sich ein ganz erkleckliches Taschengeld verdient indem er die abgelegenen Höfe der Nachbarschaft mit Zündhölzern aus der nächsten Stadt belieferte.

Die älteren Leute, die damals seine Kunden waren, luden ihn oft auf ein Glas Limonade in ihre Küchen ein und erzählten ihm Geschichten von früher und aus dem Reich der Fabelwesen. Zunächst hatte er nur aus Höflichkeit zugehört doch bald war ihm aufgefallen, wie sehr sich die Geschichten ähnelten, so dass er zu der Überzeugung kam, dass an der Sache etwas wahres dran sein müsste.

Also begann er mit offenen Augen durch die Wälder zu streifen und die erste Begegnung mit einem der weitverbreiteten Gnomlingen ließ nicht lange auf sich warten. Dann entdeckte er immer mehr Fabelwesen die er bald ansprach und die den freundlichen Jungen sogleich ins Vertrauen zogen.

So erfuhr er vom König der Trolle, der seit ewigen Zeiten der Herrscher über alle Fabelwesen war und dem sie alle gehorchen mussten.

Einige Jahre später, als Ingvar groß ins Möbelgeschäft einsteigen wollte, stieß er zunehmend auf Schwierigkeiten. Seine Möbel waren, so wie er sie sich erdacht hatten, in der Herstellung zu teuer, um sich gut zu verkaufen.

Also nutzte er sein Wissen um die Fabelwesen um dem König der Trolle eine Falle zu stellen. Als er diesen in seiner Gewalt hatte, mussten alle Fabelwesen ihm dienen und mit ihrer Hilfe, konnte er nicht nur sein Möbelgeschäft vor dem Ruin bewahren, sondern so günstig produzieren, dass er bald Filialen im ganzen Königreich und schließlich auf der ganzen Welt gründen konnte.

Damit beendete Per-Sören der Wichtelflike seine Erzählung und leerte meinen Porzellanfingerhut, den ich ihm als Becher angeboten hatte.

„Soll das heißen ihr müsst Zwangsarbeit leisten?“ – „Nein, das war nur ganz am Anfang so. Jetzt haben wir längst Gewerkschaften und einen Betriebsrat. Die meisten von uns sind ganz zufrieden so. Die Arbeit ist nicht allzu schwer und die Bezahlung ist sehr gut.“ Mit leicht glasigen Augen blickte er mich an und fügte hinzu: „Wir sind wie eine große Familie, es ist schön dazu zugehören.“ Dann stand er auf und lud sich sein Tragegestell auf den Rücken. „Herzlichen Dank für das Getränk. Aber jetzt muss ich leider weiter, sonst schaff ich mein Pensum nicht.“

Ich brachte ihn noch zur Tür und verabschiedete ihn herzlich, indem ich ihm mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig die Hand schüttelte. Dann ging ich wieder Bett. Schlaf fand ich in dieser Nacht freilich keinen mehr.

Mein Modernes Möbelmarkt Märchen Teil 2

Tuesday, June 30th, 2009

Zweites Kapitel – Eine Falle schnappt zu

Alsdann befestigte ich ein paar Meter dünner Drachenschnur an einem der Bleistifte. An das andere Ende band ich einen alten Fahrradkorb. Den Bleistift klebte ich mit doppelseitigem Klebeband auf den Boden. Grade so fest, dass er in der Lage war, das Gewicht des Korbes zu halten, aber doch so leicht, dass man ihn mit ein wenig Kraft würde lösen können. An die Schnur knüpfte ich noch ein Glöckchen, bevor ich die sie über dem Haken, der die Deckenlampe hielt, aufhängte. Und zwar so dass der Korb direkt über dem festgeklebten Bleistift baumelte.

Die richtige Klebkraft zu finden war nicht ganz leicht. Und in den ersten zwei Nächten gab es falschen Alarm, weil der Kleber sich von selbst löste. Aber schließlich erwies sich die primitive Falle als effektiv.

Mitten in der Nacht erwachte ich vom Geräusch der herabfallenden Glocke, eilte in die Stube, schaltete das Licht ein und entdeckte eine kleine Gestalt, etwa so hoch wie zwei Handbreit, die aufrecht in der Mitte unter dem Korb stand und mir mit großen Augen entgegenblickte.

„Wen haben wir denn da?“ fragte ich mir vergnügt die Hände reibend. „Jespersen der Name, Per-Sören Jespersen, sehr angenehm“, antwortete die Gestalt zu meiner großen Verblüffung.

Das Wesen hatte annähernd menschliche Züge, war aber am ganzen Körper von kurzem blondem Haar bedeckt welches entfernt an ein Hamsterfell erinnerte. Bekleidet war Per-Sören Jespersen mit einer blauen Hose und einem gelben Hemd. Auf Brusthöhe trug er ein kleines Namensschild. Ich musste mich ganz zu ihm herunter beugen, um es lesen zu können. Per-Sören stand darauf geschrieben und unter dem Namen waren einige europäische Flaggen abgebildet. Auf den Rücken geschnallt trug er eine Art Tragegestell, in dem bereits ein halbes Duzend Bleistifte steckten.

Eine Weile sahen wir uns nur an. Schließlich brach Per-Sören das Schweigen: „Es tut mir leid, dass ich dich geweckt habe. Aber zu dieser ausgeklügelten Falle kann ich nur gratulieren! So etwas erlebt man nur noch selten in diesen Tagen.“

„Du sprichst.“, stellte ich fest. „In der Tat und zwar fließend in drei verschiedenen Sprachen.“ Stolz deutete er auf die Flaggen auf dem Namensschild.

Inzwischen hatte ich mich etwas gefangen und traute mich die entscheidende Frage zu stellen: „Was bist du eigentlich? Und was tust du nachts in meiner Wohnung?“- „Ich bin ein Wichtelflinke. Wir sind ein wenig bekanntes Volk von Fabelwesen und werden üblicherweise der Gruppe der Überdäumlinge zugerechnet. Oh, und hier erfülle ich meine Aufgabe, die Bleistifte zurückzuholen.“ – „Moment“, erwiderte ich, „die Bleistifte gibt es umsonst. Die sind geschenkt. Die sind nicht zum zurückholen. Die brauche ich noch!“ „Du brauchst“, Per-Sören holte ein kleines Notizbuch hervor und blätterte kurz darin, „42 Bleistifte für dich alleine? Soviele hast du dir nämlich bloß im vergangenen Jahr ausgeliehen. Dass diese Stifte ein Geschenke sind, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der, zugegeben, von meinem Arbeitgeber durchaus so gewollt ist. Aber auf Seite 72 der allgemeinen Geschäftsbedingungen steht ausdrücklich, dass die Bleistifte den Kunden nur leihweise zur Verfügung stehen. Demgemäß bin ich durchaus berechtigt, sie zurückzuholen.“

Wieder schwiegen wir eine Weile. „Verstehe,“ log ich und fragte dann: „Wie kommt es, dass ein Wichtel wie du für ein Möbelhaus Bleistifte einsammelt?“ – „Wichtelflinke! – Das ist eine lange, nicht unkopmlizierte Geschichte. Aber wenn du mir erlaubst, diesen Käfig zu verlassen und mir einen Schluck von dem vorzüglichen Obstbrannt aus deiner Küche anbietest, erzähle ich sie dir.“

Mein modernes Möbelmarkt Märchen – Teil 1

Saturday, June 27th, 2009

Es war einmal, und ist doch noch gar nicht so lange her, da gab es hoch im Norden ein großes Königreich mit stolzer Geschichte, das von ausgedehnten Seen inmitten undurchdringlicher Wälder bedeckt war. Diese Wälder waren die Heimat von somanch sonderbarer Art, wie Trollsteinern, Kubolden, Baumschraten, Irrwichtern, Gnomlingen, Bärfiesen, und Wichtelflinken. Sie alle lebten trotzt ihrer merkwürdigen Eigenheiten in anscheinender Eintracht miteinander und gingen den Menschen wo immer möglich aus dem Weg. (Die Menschen ihrerseits hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, die seltsamen Gestalten ihrer eigenen Fantasie zuzuschreiben und waren fast Ausnahmslos in der Lage diese völlig zu ignorieren, selbst wenn sie ihnen begegneten. )

Doch heute ist dieses Königreich vor allem für eine Kette von Einrichtunghäusern bekannt, die praktische und elegante Möbel zu sehr günstigen Preisen in Alle Welt verkauft. Die Wälder haben ihren Zauber verloren und sind größtenteils zu Baumplantagen geworden, die dieser Kette den Rohstoff für die beliebten Möbel liefern.

Und was ist aus den vielen Fabelwesen geworden? Nun, viele kamen mit der neuen Situation nicht zurecht, vor allem die Bärfiesen, die schon in uralten Fabeln Sturheit und Beharrlickeit verkörperten. Einige haben aber eingesehen, dass sie mit der Zeit gehen müssen und haben sich feste Jobs gesucht. Die meisten von denen arbeiten, natürlich, für besagte Möbelkette.

Sicher fragt ihr euch, woher ich das weiß. Nun, das begab sich folgendermaßen:

Erstes Kapitel – Ein unheimlicher Verdacht

Wie viele Leute in meinem Alter, habe auch ich die günstigen Angebote des besagten Unternehmens gerne in Anspruch genommen. Und ich habe es nicht geschafft, mich mit der Schreiberei über Wasser zu halten, indem ich jemals gratis Bleistifte ausgeschlagen hätte. Ihr wisst sicher, wovon hier die Rede ist.

Im selben Maße, in dem sich meine Einrichtung mit der Zeit vervollständigte, gewöhnte ich mich an die Annehmlichkeit, an jedem Fleck in meiner Bleibe einen kleinen Bleistift in Reichweite zu haben, falls es mir in den Sinn käme einen Gedanken zu notieren.

Doch irgendwann ging mir auf, dass sich die Zahl dieser Bleistifte mit der Zeit verringerte, obwohl ich nicht gerade selten mit frischer Beute aus der nächstgelegenen Möbelfiliale zurückkehrte. Zunächst schenkte ich diesem Umstand keinerlei Bedeutung. Ich bin ja nicht gerade für meine Ordnungsliebe berühmt geworden. Aber dennoch wuchs ein leiser Zweifel in mir heran, der mit der Zeit immer nagender wurde.

Eines Tages hielt ich es nicht mehr aus und durchsuchte in aller Gründlichkeit meine Wohnung um sämtliche Bleistifte zusammen zu sammeln, die sich noch darin fanden. Es waren ganze neun. Nach einer sehr fundierten Schätzung, die ich sogleich anstellte, hätten es wenigstens dreißig sein müssen.

Diese Diskrepanz war so verblüffend, dass ich nicht umhin konnte, der Sache nachzugehen. Also machte ich mich sogleich auf den Weg, um einen Küchenrollenhalter ‘Kroken’ und sieben weitere Bleistifte zu beschaffen. Alle sechzehn Bleistifte versah ich mit einer unauffälligen Markierung und verteilte sie wieder in meiner Wohnung.

In den folgenden Tagen machte ich es mir zur Angewohnheit, abends vor dem zu Bett gehen die Vollständigkeit der markierten Stifte zu kontrollieren. Bereits nach zwei Tagen musste ich den Verlust von zweien zur Kenntnis nehmen, die in der Küche und auf der Fensterbank im Wohnzimmer deponiert gewesen waren.

Ich muss zugeben, dass mich diese Entdeckung, obwohl ich sie nicht ganz unerwartet machte, zutiefst beunruhigte, ja geradezu um den Schlaf brachte. So kam es wenige Tage später, dass ich nach einigen Stunden nervösen Halbschlafs aufstand um einen Schluck Wasser zu trinken. Als ich im Gang das Licht einschaltete, meinte ich einen kleinen Schatten in meinem Schreibzimmer verschwinden zu sehen. Ich ging sofort hinterher um den kleinen Raum gründlich zu durchsuchen, kehrte aber ohne Erfolg in mein aufgewühltes Nachtlager zurück und schrieb die Erfahrung meinem nervösen, übernächtigten Zustand zu.

Doch gleich am nächsten Morgen sah ich nach meinen Bleistiften und als drei weitere fehlten, allein zwei aus der Schreibstube, war mir klar, dass meine übermüdeten Sinne mir keinen Streich gespielt hatten.

Meine Verwirrung wandelte sich schnell in gerechte Wut. Irgendjemand, oder Etwas, drang nachts in meine Wohnung ein um meine Bleistifte zu stehlen. Ich sann auf Rache!

Nachhaltiger Kaffee

Saturday, June 13th, 2009

Bei Aral gibt es jetzt nachhaltigen Kaffee. Das macht mich irgendwie total zuversichtlich. Ich habe das starke Gefühl, dass das der entscheidende Schritt in die richtige Richtung sein könnte.

Ich meine, wenn es jetzt schon nachhaltigen Kaffee an der Tankstelle gibt, dann ist das nachhaltige Benzin doch nur noch eine Frage der Zeit. Und wenn wir erstmal nachhaltiges Benzin haben, dann haben wir es geschafft, dann ist die Welt gerettet und dann wird endlich alles gut!

Bis es soweit ist gönn ich mir jetzt erstmal ein nachhaltiges Frühstück mit Brötchen vom Biobäcker und nachhaltigem Tee aus eigenem Anbau (guuuutes Kraut, richtig guuuutes Kraut!).

Und dann geht’s nachhaltig Sonne tanken. Genießt den Sommer!

PPP zur Finanzkriese

Sunday, March 1st, 2009

Die Krise greift um sich, die Hoffnung schwindet, die Verzweiflung wächst und niemand scheint zu wissen wo es lang geht. Höchste Zeit für populistische Maßnahmen. Die können die Krise vielleicht nicht lösen, aber mit Sicherheit würden sie die Stimmung verbessern:

  1. Schluss mit mit den gigantischen Finanzhilfen für Banken. Denen immer mehr Geld zu geben obwohl sie gerade bewiesen haben, dass sie damit nicht umgehen können ist verantwortungslos und fahrlässig.
    Statt die plötzlich aufgetauchten Milliarden in bodenlose Bilanzlöcher der Banken zu schaufeln sollte man das Geld besser in günstige Immobilien investieren. Da zahlreiche Länder mit schönen Landschaften in finanziellen Schwierigkeiten sein sollen, läßt sich da bestimmt einiges machen. Italien hat ja ein paar sehr nette Gegenden.  Und Griechenland hat vielleicht die eine oder andere hübsche Insel im Angebot. Ebenso wie Spanien: Deutschland sollte Mallorca kaufen! Oder Island.
  2. Neue Einnahmequellen erschließen: Die Bundesmarine jagt Piraten am Horn von Afrika. Welcher große reiche Junge träumt nicht davon mal selbst ein Priatenschiff zu versenken? Analog zum Weltraumtourismus – Kriegstourismus. 5 Mio. € pro Woche inklusive Abschussgarantie und Erinnerungsvideo, aufgenommen vom Bordhubschrauber der Fregatte.
  3. Wiedereinführung drastischer Strafen zur Abschreckung: Pro 100 Mio. verzockter € muss der verantwortliche Vorstand einen Tag an den Pranger.
    Die PPP fordert drei Tage Pranger für jeden Anlageberater, der einer ahnungslosen Oma windige Derivate verkauft hat.
  4. Boni-Steuer: Leistungsabhängige Bonuszahlungen werden bis zu 50% vom Grundgehalt mit den normalen Steuersatz belegt. Für alles darüber gilt 75% Bonus-Steuer.
  5. Good news days: Die Pressefreiheit wird eingeschränkt. Dienstags, Donnerstags und am Wochenende wird die Verbreitung von schlechten oder beunruhigenden Nachrichten streng verboten.

Die Gute Nachricht

Monday, November 24th, 2008

Die Weltwirtschaft befindet sich im Sturzflug, Terror und Piraterie sind nur die ersten Vorboten der weltweiten Anarchie, die Hunger, Krankheit und Zerstörung allenthalben mit sich bringen wird…

…aber es gibt auch noch gute Nachrichten:

Der Vatikan hat John Lennon verziehen.

John hatte damals vor etwa 40 Jahren gemeint, die Beatles wären berühmter als Jesus. Der Vatikan hatte das zum Anlass genommen, Blaschfemiiie zu zetern und ein paar Jahrzehnte lang zu schmollen (bis heute). Weil: niemand ist berühmter als der Jesus, höchstens Gott und der ist eigentlich das selbe wie der Jesus.

Jetzt meint der Vatikan, dass der John das damals nicht so gemeint hat sondern sich im jugendlichen Übermut hat hinreissen lassen.

Gemein daran ist, dass der John schon über 25 Jahre tot ist und es leider nicht geschafft hat wieder aufzuerstehen (das hat ihm der Jesus schonmal voraus) so dass er sich jetzt nicht mehr wehren kann.

Ich glaube nämlich, der hat das wohl so gemeint.

Aber egal, let’s give peace a chance, bestimmt hätte der John dem Vatikan diese vermurkste Entschuldigung verziehen. Immerhin haben die Kleriker auch eingeräumt, dass das Weiße Album keine schlechte Platte ist. Wenigstens da sind wir uns doch mal alle einig…

In diesem Sinne, fröhlichen Montag!

Nachts um halb drei

Wednesday, November 12th, 2008

Egon kniff seine Augen zusammen und versuchte schon zum dritten mal herauszufinden, welche zwei Zahlen in der sechsten Spalte noch fehlten. Diesmal kam er bis zur vier, bevor ihn der Sekundenschlaf erneut überwältigen konnte. Zu einer vernünftigen Uhrzeit hätte er für dieses Rätsel höchstens zehn Minuten gebraucht aber jetzt, mitten in der Nacht, kämpfte er schon fast seit zwei Stunden damit.

Über neun Jahre Jurastudium und Referendariat und dann das! Immerhin blieb es ihm so erspart Taxi zu fahren oder Fritten zu verkaufen. Er dachte vor allem an seinen Ex-Komilitonen Norbert, der ähnlich gruselige Arbeitszeiten in Kauf nehmen musste um das unbezahlte Praktikum zu finanzieren, das er für die letzte Hoffnung auf eine Fortsetztung seiner juristischen Karriere hielt.

Egon war wohl wieder eingenickt, denn als das Telefon klingelte, hatte er das Gefühl geweckt zu werden.

Der Bildschirm neben dem Telefon zeigte automatisch die Daten von Herrn Berthold Grieslich an, als den der Sprachcomputer des Callcenters den Anrufer identifiziert hatte.

Egon schüttelte noch einmal kräftig den Kopf, um ein wenig wacher zu werden, bevor er das Gespräch mit dem vorgeschriebenen Satz begann:

“Willkommen bei der Advokuranzia, Sie Sprechen mit Egon Mehrtens, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Sind Sie wirklich ein richtiger Anwalt?”, fragte die misstrauische Stimme eines älteren Mannes (64 Jahre, Frührentner, wie Egon mit einem Blick auf den Monitor feststellen konnte).

“Ich bin Volljurist und habe die Zulassung der Hamburger Anwaltskammer als Rechtsanwalt zu arbeiten”, antwortete Egon bemüht freundlich, “Was kann ich denn für Sie tun?”.

“Na dann können Sie ja nicht viel taugen als Anwalt, wenn Sie um diese Zeit am Telefon sitzen müssen.”

Das Egon dem Volljuristen auf diese Anschuldigung keine passende Erwiderung einfiel, war bezeichnend und nicht nur der Uhrzeit geschuldet.

“Aber alles was ich Ihnen gleich sage ist doch vertraulich und Sie dürfen es nicht weitererzählen, oder?”

“Selbstverständlich!” schöpfte Egon neue Hoffnung.

“Und dieses Gespräch wird auch nicht überwacht oder aufgezeichnet?” – “Nein, es sei denn wenn Sie das ausdrücklich wünschen.”

“Unterstehen Sie sich!” knurrte Grieslich, bevor wieder eine kurze Pause entstand. “Es ist nämlich so”, machte er dann weiter, “ich braüchte einen juristischen Rat, weil ich gerade meinen Nachbarn umgebracht habe.”

“WAS haben Sie?”, fragte Egon, plötzlich erheblich wacher als zuvor.

“Es war Notwehr. Das alte Scheusal hat mich provoziert!” fuhr Grieslich ungerührt fort.

“Das ist aber nicht ganz das Selbe”, musste Egon da einwenden.

“Es spielt auch gar keine Rolle. Ich wollte Sie eigentlich nur fragen, wie lange ich die Leichen verstecken muss, bis die Sache verjährt ist.”

“Mord verjährt nicht”, sagte Egon automatisch bevor das entscheidende Detail sein Bewußsein erreichte. “Haben Sie Leichen gesagt?”

“Ich habe gesagt, dass es Notwehr war!” korrigierte Grieslich.

“Leichen? Plural?”

“Seine Frau ist natürlich auch tot, aber das war eher ein Unfall”, erklärte der Alte in sachlichem Tonfall. “Sie meinen also, ich sollte lieber das bessere Versteck wählen, auch wenn das jetzt mehr Arbeit bedeutet?”

Egon dachte nach. Das war ein Fall. Ein richtiger Fall. Sein erster richtiger Fall! Die Aufregung kribbelte jetzt durch seinen ganzen Körper.

“Herr Grieslich”, sagte er dann in einem Tonfall, den er für autoritär und würdevoll hielt, “als Ihr Anwalt muss ich Ihnen dringend raten, am Tatort keine Veränderungen vorzunehmen und sich umgehend mit der Polizei in Verbindung zu setzten.”

“Pah!”, erwiderte Grieslich verächtlich, “Ich soll mich stellen? Was Besseres fällt Ihnen nicht ein? Ich hatte ja schon befürchtet, dass man um diese Zeit keinen besonders gewieften Anwalt ans Telefon bekommt.”

“Dann bitte ich Sie wenigstens nichts Unüberlegtes zu tun, bis ich bei Ihnen bin! Stimmt die Adresse?” Egon las die Anschrift vom Bildschirm ab.

Herr Grieslich ging nicht darauf ein sondern meinte nur nachdenklich: “Sie wollen herkommen? Das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Zusammen können wir sie tragen und hinterlassen keine Schleifspuren…”, und dann: “Aber wer geht dann bei Ihnen ans Telefon, wenn Sie hier sind? Ich möchte ja nicht, dass Sie meinetwegen noch Ärger bekommen.”

Wenn er dem Alten gleich wirklich beim Verstecken von zwei Leichen helfen würde, wäre das Verlassen des Telefons sicher der kleinere Ärger, dachte Egon. Aber davon sagte er nichts, sondern:”Bitte bleiben Sie wo Sie sind und rühren Sie nichts an, bis ich bei Ihnen bin. Ich mache mich sofort auf den Weg!”

“Einen Moment noch!”, rief Grieslich, “ich glaube mein Neffe möchte Sie sprechen.” – “Neffe??”, fragte Egon.

Aber da krähte schon eine andere, ihm gar nicht unbekannte Stimme aus dem Höhrer: “Mensch Egon, du alte Pappnase. Da haben wir dich ja richtig doll drangekriegt! Aber mach dir nichts draus, Onkel Bert war schon immer ganz groß im Leute verarschen!”

“Ich hasse meinen Job”, war Egons wütender Gedanke, mit dem er die Verbindung unterbrach.

Doch als er sich ein wenig beruhigt hatte, konnte er sogar schon selbst über den gelungenen Scherz schmunzeln. Dann wandte er sich wieder dem Rätsel zu. Sieben Minuten später hatte er es gelöst.

Raus aus den Schulden

Friday, October 10th, 2008

Lieber Herr Finanzminister,

ich finde es ja ganz großzügig von Ihnen, dass Sie der armen verarmten HypoRealBank mit meinen zukünftigen Steuern aus der Klemme geholfen haben. Die können ja nichts dafür, dass sie sich völlig verspekuliert haben. Und außerdem geht ja auch die Welt unter, wenn so eine große Bank, die ja auch im Dax ist, einfach pleite geht.

Leider sind die ganzen anderen Banken ja auch nicht mehr ganz flüssig und ich mache mir ein bisschen Sorgen, das die ganzen Steuern, die ich noch zahlen muss am Ende womöglich gar nicht reichen werden (ich darf ja eigentlich nur bis 67 arbeiten).

Da hatte ich die Idee, es gibt nämlich da im Fernsehn so einen netten Mann, den Herrn Zwegat, der Leuten hilft, die mit dem Geld nicht so ganz gut umgehen können. Der Herr Zwegat ist staatlich und in Berlin.

Da dachte ich, vielleicht kann der Herr Zwegat mal mit den Banken reden und denen das mal erklären, wie das geht mit den Schulden.

Nicht dass uns am Ende noch alles die Wupper runtergeht. Wer doch auch schade, ne?

Herzlichst, ihr ehrlichster Steuerzahler.