Archive for the ‘Just for Fun’ Category

Raus aus den Schulden

Friday, October 10th, 2008

Lieber Herr Finanzminister,

ich finde es ja ganz großzügig von Ihnen, dass Sie der armen verarmten HypoRealBank mit meinen zukünftigen Steuern aus der Klemme geholfen haben. Die können ja nichts dafür, dass sie sich völlig verspekuliert haben. Und außerdem geht ja auch die Welt unter, wenn so eine große Bank, die ja auch im Dax ist, einfach pleite geht.

Leider sind die ganzen anderen Banken ja auch nicht mehr ganz flüssig und ich mache mir ein bisschen Sorgen, das die ganzen Steuern, die ich noch zahlen muss am Ende womöglich gar nicht reichen werden (ich darf ja eigentlich nur bis 67 arbeiten).

Da hatte ich die Idee, es gibt nämlich da im Fernsehn so einen netten Mann, den Herrn Zwegat, der Leuten hilft, die mit dem Geld nicht so ganz gut umgehen können. Der Herr Zwegat ist staatlich und in Berlin.

Da dachte ich, vielleicht kann der Herr Zwegat mal mit den Banken reden und denen das mal erklären, wie das geht mit den Schulden.

Nicht dass uns am Ende noch alles die Wupper runtergeht. Wer doch auch schade, ne?

Herzlichst, ihr ehrlichster Steuerzahler.

Weinbeerenkerne und oraler Verkehr

Tuesday, September 16th, 2008

Spucken oder Schlucken? Aber auf keinen Fall draufbeißen!

(Mit 40 hab ich die Pubertät dann aber endgültig hinter mir, versprochen.)

Testosteron

Tuesday, July 29th, 2008

Neulich lag ich träge auf meinem Sofa und zapp(el)te unmotiviert durch alle Kanäle des Kabelfernsehens. Schließlich blieb ich an einem dieser unseriösen Wissenschaftsmagazine des unseligen Privatfernsehens hängen, die ich so gerne sehe, und lernte ein paar neue Sachen über Testosteron:

  1. Wieviel Testosteron man hat, sieht man an der Fingerlänge. Langer Ringfinger (länger als der Zeigefinger) heißt viel Testosteron. Kurzer Ringfinger = Sissi.
  2. Testosteron = Motivation.
  3. Mehr Bewegung, mehr Testosteron.

Da mein Ringfinger nur bei sehr günstigen Lichtverhältnissen länger als der Zeigefinger erscheint, und ich meistens lethargisch auf der Couch liegend dem Bildungsfernsehen zweiter Klasse fröhne, während sich meine Libido in einer dunklen Kellerecke versteckt (vielleicht wars auch ne Spinne; war jedenfalls nicht sehr groß das), muss ich wohl davon ausgehen, dass mein persönlicher Testosteronvorrat unmittelbar nach Ausbildung meiner prächtigen Körperbehaarung erschöpft war.

Dem Problem könnte man natürlich wieder abhelfen, durch mehr Sport. Dazu fehlt mir aber die Motivation (kann ich nix für, liegt am Testosteron, wie mein Ringfinger beweist!).

Ich werde mir jetzt also mal so ein Testosteronpflaster (gibts im Radsportfachgeschäft unter der Ladentheke) auf’n Sack kleben und drauf warten, dass ich Lust bekomme.

Auf Joggen zum Beispiel. Oder Radfahren…

Jungfrauen, Jungfrauen

Sunday, July 8th, 2007

Es gibt nur einen vernünftigen Grund, sich selbst mitten in einer Menschenmenge in die Luft zu sprengen: Als Märtyrer kommt man ins Paradies, ist der Oberheld und hat bis zu 72 Jungfrauen zur freien Verfügung.

Das ist natürlich ein dummes Klischee, in Wahrheit geht es nicht um die Jungfrauen sondern um die Religion, unerträgliche Lebensumstände und gekränkten Stolz, aber trotzdem ist es das Detail mit den Jungfrauen, das im Zusammenhang mit Tschihad (Gesundheit) und Terrorkrieg immer wieder die meiste Aufmerksamkeit erregt. Und ich liebe Klischees.

Warum sind eigentlich alle so scharf auf Jungfrauen? Mir fallen eigentlich nur zwei Gründe ein:

1. Es ist immer ein schönes Gefühl bei irgendwas der Erste zu sein.

2. Man kann mit einer Jungfrau das absurdeste Zeug anstellen und behaupten, dass das völlig normal ist (“Alle machen das so, wußtest du das echt nicht?”).

Das Problem mit Punkt eins ist, dass eine Jungfrau eben nur einmal als solche verwendet werden kann. Je nach Potenz und Selbstkontrolle würde ich mal schätzen reichen 72 Jungfrauen für 72 Stunden bis zu 72 Wochen. Und dann?

Punkt zwei kann, wenn man ein bisschen kreativ ist und nix durcheinander bringt, erheblich viel länger Spaß bereiten. Aber die Ewigkeit ist noch länger. Und wo steht geschrieben, dass die 72 Entjungferten nicht irgendwann zickig werden, wenn nicht jede die nötige Aufmerksamkeit genießen darf? Geschweige denn der Zirkus, wenn man mal einen Namen verwechselt, einen Geburtstag oder irgendein Jubiläum vergisst.

Wenn das stimmt, was die Prophezeihung sagt und wenn das im Paradies dann realistische Frauen sind und nicht die devoten Sklavinnen aus den übelsten Machofantasien, würde ich fast so weit gehen zu sagen, dass Selbstmordattentäter bekommen, was sie verdienen.

Fröhlichen Montag!

Umgerechnet 1 Liter Benzin

Tuesday, January 9th, 2007

Gestern beim Abendessen hab ich was im Radio gehört:

Unser Bundeshorst, Präsident Köhler, hat in Berlin mal wieder eine Runde Verdienstkreuze geschmissen. Einer der Ausgezeichneten war Student an der TU Chemnitz und wurde ihm vorgestellt als Vertreter eines Projektes, das ein hocheffizientes 1-Mann-Auto gebaut hat, welches mit wörtlich “…umgerechnte einem Liter Benzin…” über tausend Kilometer zurückgelegt hätte.

Umgerechntet 1 Liter Benzin? Was mag sich dahinter verbergen? Eine triviale Möglichkeit wäre natürlich, dass die verwendete Spritmenge in der englischsprachigen Originalveröffentlichung mit 0,26 Gallonen oder so angegeben war.

Wahrscheinlicher aber wurde das Fahrzeug gar nicht mit Benzin betrieben sondern mit Diesel oder Methanol oder Rapsöl oder Uran oder was weiß ich. Und weil sich der Horst nur mit Benzin auskennt, hat man das für ihn umgerechnet.

Aber auch diese Umrechnung kann man auf verschiedenen Wegen durchführen. Z. B. physikochemisch. Man bestimme, wieviel Energie bei der Verbrennung von einem Liter Benzin frei wird und finde heraus, wieviel Diesel man für die gleiche Energie braucht. Zusätzliche Strecke macht man so natürlich nicht.

Um eine möglichst große Strecke zurückzulegen empfehle ich deshalb eine ökonomische Umrechnung. Ein Liter Benzin enspricht aktuell 1,259€. Dafür bekomme ich 1 1/8 Liter Diesel. Diesel hat eine höhere chemische Energiedichte als Benzin (~10%) und schon hab ich durch geschicktes Rechnen meine Reichweite um fast 25% erhöht.

Ausgehend von der Masse-Energie-Equivalenz E=mc², kann man mit einem Liter Benzin im Prinzip sogar beliebig lange Strecken zurücklegen. Ein Liter wiegt ca 725 g und das entspricht 6e16 J. Physikochemisch umgerechnet ergibt das wiederum etwa zwei Milliarden Liter Sprit. Damit kommt man doch schon ne Strecke weit! Und falls das immer noch nicht reicht, kann man ja seinen letzten Liter nochmal umrechnen.

Und wann bekomme ich jetzt mein Bundesverdienstkreuz?

Mac Trek – Die ultimative low budget Star Trek Persiflage

Thursday, August 10th, 2006

Ahaaaaaa ahahahaaaaa (irgendwie sphärische Chormusik)

Das Raumschiff

Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Deep-Space-Voyagerprise-9, das wenige Lichtjahre von der Erde entfernt unbekannte Welten erforscht, für die sich (zu recht) nie zuvor ein Mensch interessiert hat.

Von aussen sieht das Raumschiff, das leicht ruckelnd an einem lieblos mit gelblichen Farbklecksen betupften schwarzen Karton vorbeischwebt, aus, als wäre es eilig mit einer Heißklebepistole aus diversen Einwegverpackungen von Fertiggerichten zusammengeleimt worden. Aber das täuscht. Generationen von Wissenschaftlern und Ingenieuren haben sichergestellt, dass Deep-Space-Voyagerprise-9 sämtlichen aerodynamischen Erfordernissen des luftleeren Raums geügt, und Dank der extrem leichten Baumaterialien agil und wendig zu manövrieren ist, wenn man dabei sehr vorsichtig ist.

Das Herz von DSVP9 ist die Brücke. Dem aufmerksamen Beobachter fallen dazu drei Dinge ein: Ikea, viel Alufolie und bunte Leuchtdioden, die ohne Unterlass blinken und zuverlässig Epillepsie auslösen, wenn man zu lange hinsieht. Die technische Ausstattung erinnert an Fernseher, Bildschirme, alte Joysticks und Tastaturen ohne Windowstasten vom komunalen Wertstoffhof, oh, und natürlich ganz viel Alufolie.

Weiterer Ort von spannenden Handlungen ist der Maschinenraum. Er beschreibt sich am besten als großer Kabelsalat mit bunten LEDs (blink, blink) und dem gewaltigen Schnurps-Reaktor in der Mitte. Der Schnurpsreaktor versorgt das Schiff mit Strom für die vielen bunten Lämpchen und kann es innerhalb von nur 6,9 Sekunden auf Schnurpsgeschwindigkeit beschleunigen. Das Wichtigste aber ist der Schnurpskern, den man bei Gefahr oder sonstigem Bedarf natürlich abstoßen kann.

Wenn die Crew nach ihren aufregenden Abenteuern der Pflege und Erholung bedarf, begibt sie sich auf die Krankenstation. Es gibt eine mit Silberspray umdekorierte Sonnenliege, ein altes Fahrradergometer und, man staunt nicht schlecht, ein waschechtes Oszilloskop.

Die Crew

An Bord der DSVP9 befinden sich bis zu 800 Besatzungsmitglieder, aber nur 5 von ihnen sind der Rede wert und treten in der Serie auf.

Das Sagen hat natürlich Captain Tiberius J. Mac. Ich hätte ihn gerne als Kopf der Crew bezeichnet, aber das wäre Übertrieben. Captain Mac ist ein sehr energischer Mensch, was man unschwer daran erkennt, dass sein Gesicht praktisch nur aus Kinn besteht. Wenn es nach ihm ginge, würden sich alle Probleme durch Weglasern lösen lassen.
Falls etwas mehr Fingerspitzengefühl oder auch Verstand gefragt sind, hat der Wissenschaftsoffizier Mr. Spark seinen großen Auftritt. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um einen Außerirdischen, was man unschwer an der überaus spitzen, langen Nase erkennen kann. Eine spitze Nase ist billiger, als zwei spitze Ohren. Außerdem kann man ja nicht einfach so ALLES abkupfern.
Der Bordingenieur D. L. Bert ist unschwer als solcher zu erkennen, weil er eine gewaltige Brille vor seinen ständig feuchten Augen trägt. Seine Aufgabe ist das fachmännische Abstoßen des Schnurpskerns. Nebenbei trägt er die Frisur von Günther Netzer auf. Er ist etwas nervös und fängt meistens an zu weinen, wenn er von Captain Mac angeschrien wird.
Als Repräsentant ethnischer Minderheiten dient Lt. Charly, ein ehemaliger Obst- und Gemüsehändler aus Vietnam. Er redet nicht viel, lächelt dafür um so mehr und lenkt das Schiff.
Natürlich warten jetzt alle auf die Quotenfrau, und ich will sie nicht enttäuschen: Sie ist als solche unschwer zu erkennen, da sie überwiegend aus langen, blonden Haaren und tittenförmigem Silikon besteht. Bordschwester Stella di Luna war in einem anderen Leben Darstellerin in drittklassigen Pornofilmen. Ihre Uniform hat sie aus der Requisite von “Doktorspiele mit willigen Schwestern 17″ mitgehen lassen als sie endlich eine neue Herrausvorderung suchte. Die Herrausvorderung besteht jetzt vor allem darin, sich Text zu merken, der nicht ganz überwiegend aus sehr langgezogenen Vokalen besteht. Wie sie die Rolle gekriegt hat, kann man sich ja denken.

Folge 1

Brücke. Abgedunkeltes Licht, hektisch blinkende LEDs und ein virtueller Sternenhimmel, der von einem Beamer an die gegenüberliegende Wand projeziert wird.
Mr. Spark hält sich sichtlich gelangweilt an seiner Konsole fest und starrt vor sich hin. Charly kichert leise und lenkt. Es ist schon spät, oder eher früh und der 42. Take dieser Szene, weil die automatische Tür einfach nicht funktionieren will. Just in diesem Moment zischt sie leise und bewegt sich ein paar Zentimeter nach rechts. Es entsteht ein Spalt durch den sich ein energisches Kinn schiebt. Dem Kinn folgt ein Arm, der die Tür noch ein bisschen weiter zur Seite schiebt und Captain Mac betritt die Brücke.

Es ertönt eine Fanfare oder es klingelt irgendwo ein Handy. “Mr. Spark, informieren Sie mich!” befiehlt eine energische Stimme, die keinen Widerspruch duldet. Die nasale Antwort folgt prompt:”Wir haben soeben einen unbewohnten Planetoiden gescannt, der absolut keine Bodenschätze enthält. Davon abgesehen ist in den letzten acht Stunden absolut nichts passiert, Captain – Sir!”

“Hmm, Planetoid, wie? – Unbewohnt… keine Bodenschätze. Also praktisch völlig überflüssig?”

“Sir, wir Nasianer glauben, dass alles im Universum seinen Platz hat!”

“Mag sein. Aber vielleicht stellt er eine Bedrohung dar.”
“Captian, ich glaube nicht…”

“Mister Spark, ich respektiere ihren Glauben, aber können sie mit 100%iger Sicherheit ausschließen, dass dieser Planetoid in irgendeiner Form für irgendwen eine Bedrohung darstellt?”

“Äh, nein, mit 100%iger Sicherheit natürlich nicht, aber”

“Weglasern!”

“Sir, ich bin mir sicher, dass das nicht nötig sein wird…”

“ICH WILL IHN WEGLASERN, VERSTANDEN?”

“Sir…”

“Alle Mann auf Gefechtstation. Das gilt auch für Schwester Luna!”

In diesem Moment werden in allen vier Ecken der Brücke Rote Lavalampen angeschaltet und es ertönt ein nervenzerfetzender auf und abschwellender Sirenenton.

“Luuutänant Charlie….. Den Panetoiden anvisieren und weglasern. Feuer. Na los.”

“Ho jaaa, Charlie lasern, Charlie lasern schnell, guuuut, jaaa.”

Die Kamera versucht einen Closeup auf Mr. Spark. Es ertönt ein undefinierbarer Hupton.

“Allmächtiger, der Planetoid wurde in 1000 Stücke gesprengt!!!”

Die Kamera schwenkt auf Cpt. Mac. Der Vater jedes selbstgefälligen Lächelns erscheint über dem Kinn.

“Ausgezeichnet. Mission erfüllt. Weitermachen. Ich werde mich umgehend zur Erholung in die Krankenstation begeben. Und stellt bitte die Sirene ab!”.

Mac verläßt die Brücke. Die Tür zischt, verharrt aber Bewegungslos. Irgendwie spährische Chormusik kündigt den Abspann an…