Archive for the ‘Politik’ Category

Düstere Prognose

Wednesday, March 18th, 2009

Auf die Gefahr hin, mich öffentlich bis auf die Knochen zu blamieren, versuche ich heute mal die Zukunft vorauszusagen:

Unser nagelneuer Wirtschaftsminister hat ja eine Mission: Die Rettung von Opel. Deswegen ist er bis nach USA gereist und verhandelt was das Zeug hält.

Meine Prognose: Er wird Erfolg haben und zwar auf eine spektakuläre Art und Weise. Opel wird gerettet werden an allen Standorten und es wird kein Zweifel aufkommen, wem wir das zu verdanken haben.

Leider wird die Freude nicht lange anhalten und ca. 3-6 Monate nach der Wahl wird doch alles in sich zusammenfallen. Aber dann ist es ja nicht mehr so wichtig.

Ich hoffe sehr, dass ich mich irre, weil wirklich viele Existenzen dran hängen, aber es passt einfach alles zu schön zusammen.

PPP zur Finanzkriese

Sunday, March 1st, 2009

Die Krise greift um sich, die Hoffnung schwindet, die Verzweiflung wächst und niemand scheint zu wissen wo es lang geht. Höchste Zeit für populistische Maßnahmen. Die können die Krise vielleicht nicht lösen, aber mit Sicherheit würden sie die Stimmung verbessern:

  1. Schluss mit mit den gigantischen Finanzhilfen für Banken. Denen immer mehr Geld zu geben obwohl sie gerade bewiesen haben, dass sie damit nicht umgehen können ist verantwortungslos und fahrlässig.
    Statt die plötzlich aufgetauchten Milliarden in bodenlose Bilanzlöcher der Banken zu schaufeln sollte man das Geld besser in günstige Immobilien investieren. Da zahlreiche Länder mit schönen Landschaften in finanziellen Schwierigkeiten sein sollen, läßt sich da bestimmt einiges machen. Italien hat ja ein paar sehr nette Gegenden.  Und Griechenland hat vielleicht die eine oder andere hübsche Insel im Angebot. Ebenso wie Spanien: Deutschland sollte Mallorca kaufen! Oder Island.
  2. Neue Einnahmequellen erschließen: Die Bundesmarine jagt Piraten am Horn von Afrika. Welcher große reiche Junge träumt nicht davon mal selbst ein Priatenschiff zu versenken? Analog zum Weltraumtourismus – Kriegstourismus. 5 Mio. € pro Woche inklusive Abschussgarantie und Erinnerungsvideo, aufgenommen vom Bordhubschrauber der Fregatte.
  3. Wiedereinführung drastischer Strafen zur Abschreckung: Pro 100 Mio. verzockter € muss der verantwortliche Vorstand einen Tag an den Pranger.
    Die PPP fordert drei Tage Pranger für jeden Anlageberater, der einer ahnungslosen Oma windige Derivate verkauft hat.
  4. Boni-Steuer: Leistungsabhängige Bonuszahlungen werden bis zu 50% vom Grundgehalt mit den normalen Steuersatz belegt. Für alles darüber gilt 75% Bonus-Steuer.
  5. Good news days: Die Pressefreiheit wird eingeschränkt. Dienstags, Donnerstags und am Wochenende wird die Verbreitung von schlechten oder beunruhigenden Nachrichten streng verboten.

Rauchverbot

Monday, December 1st, 2008

In Bayern soll das Rauchverbot jetzt wieder gelockert werden. (Jetzt, wo sich alle quasi dran gewöhnt haben und sich schon gar keiner mehr aufregt…)

Der Hit ist aber die neue Regelung: Rauchen darf man wieder in kleinen Einraumkneipen und in separaten Nebenräumen. Kinder und Jugendliche dürfen diese Raucherräume bzw. Raucherkneipen nicht mehr betreten.

Kinderverbot statt Rauchverbot?!? Das ist ein Witz, oder?

Also liebe Kinder: Rauchen ist total cool und ein bisschen gefährlich. Auf jeden Fall ist es nur was für Erwachsene. Macht das bloß nicht!

Was bedeutet eigentlich ‘Gümbel’?

Sunday, November 9th, 2008

Y. gibt auf und verzichtet auf ihre Kandidatur. Sogar bei Spiegel Online wird dieser Unsinn verbreitet. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall.

Anstatt die Suppe selbst auszulöffeln, holt sie diesen Gümbel aus der Versenkung (ich nehme an, das Wort bedeutet sowas ähnliches wie Dummy) und schickt ihn als Kanonenfutter in einen Wahlkampf, der nicht mehr zu gewinnen ist. Gleichzeitig behält sie den Vorsitz in Partei und Fraktion oder mit anderen Worten ihre Macht.

Wenn der Plan aufgeht wird ihr Gümbel heldenhaft kämpfen und kollosal untergehen und dafür die volle Verantwortung übernehmen, bevor er wieder dahin verschwindet, wo er jetzt hergekommen ist.

Die Verantwortung für das Desaster wird Frau Y. damit elegant los. Sie kann in der nächsten Legislaturperiode Oppositionsführerin bleiben und bei der übernächsten Wahl wieder ihre Chance suchen.

Irgendwie kommt mir das unfair vor. Ich schlage deshalb allen Hessen die das lesen vor, im Januar SPD zu wählen. Nicht aus Mitleid, sondern um zu gucken, was die Y. für ne Fresse zieht, wenn es ihr komischer Gümbel tatsächlich schafft Ministerpräsidentin zu weden.

Sie müsste jede Menge Interviews geben und dabei immer so tun, als ob sie sich total für ihn freuen würde. Allein die Vorstellung finde ich unbezahlbar.

Raus aus den Schulden

Friday, October 10th, 2008

Lieber Herr Finanzminister,

ich finde es ja ganz großzügig von Ihnen, dass Sie der armen verarmten HypoRealBank mit meinen zukünftigen Steuern aus der Klemme geholfen haben. Die können ja nichts dafür, dass sie sich völlig verspekuliert haben. Und außerdem geht ja auch die Welt unter, wenn so eine große Bank, die ja auch im Dax ist, einfach pleite geht.

Leider sind die ganzen anderen Banken ja auch nicht mehr ganz flüssig und ich mache mir ein bisschen Sorgen, das die ganzen Steuern, die ich noch zahlen muss am Ende womöglich gar nicht reichen werden (ich darf ja eigentlich nur bis 67 arbeiten).

Da hatte ich die Idee, es gibt nämlich da im Fernsehn so einen netten Mann, den Herrn Zwegat, der Leuten hilft, die mit dem Geld nicht so ganz gut umgehen können. Der Herr Zwegat ist staatlich und in Berlin.

Da dachte ich, vielleicht kann der Herr Zwegat mal mit den Banken reden und denen das mal erklären, wie das geht mit den Schulden.

Nicht dass uns am Ende noch alles die Wupper runtergeht. Wer doch auch schade, ne?

Herzlichst, ihr ehrlichster Steuerzahler.

+X=-7

Monday, September 29th, 2008

Lange ist es her, seit ich zum letzten mal einen so unterhaltsamen Wahlabend genießen durfte. Nicht nur das historische Ergebnis hatte eine großartigen Unterhaltungswert, auch was die versammelten Kanditaten danach so von sich gaben macht hauptberufliche Kabbaretisten eigentlich überflüssig.

Wo fange ich an? Am besten ganz unten. Bei der SPD.

Da war nichts als Schadenfreude. Oder das Triumphgeheul darüber, nicht alleine untergehen zu müssen: “Die CSU hat verloren, die CSU hat verloren…” – “Aber ihr doch auch, Genossen!” – “Aber wir sind schon dran gewöhönt und die CSU noch nihicht, nänänänänäääänääääää!”

Ja und dann die CSU. Da könnte man fast Mitleid bekommen. Aber nur fast, denn Einsicht geht anders. Der dumme Wähler hat noch gar nicht begriffen, was er da angerichtet hat. Koalieren, das klingt doch wie irgendsowas unanständiges…

Aber der weise Landesvater findet Trost: Die Stimmen der CSU (jaha, die Stimmen der CSU!) sind im Bürgerlichen Lager geblieben und könnten ja daher irgendwann zurückgewonnen werden.

Oder andersherum gesehen: Ein ehemaliger CSU-Wähler, der die SPD wählt oder die Grünen oder, Herr bewahre, gar die bösen Kommunisten, ist für immer verloren und soll in der Hölle schmoren bis zum jüngsten Gericht.

Die Grünen freuen sich zurecht über ein schönes Ergebnis, verfallen aber dabei in leichten Größenwahn wenn sie ankündigen, eine große bunte Koalition gegen die CSU schmieden zu wollen.

Da steht nämlich die FDP dagegen, die sich schon hingebungsvoll anbietet, als Stütze für die strauchelnde Instanz.

Wirklich sympatisch kamen eigentlich nur die Freien Wähler daher, die sich einfach nur freuten und ein sachorientiertes, pragmatisches Vorgehen angekündigt haben.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wünsche allen Politikern trotz allem einen fröhlichen Montag!

Die rettende Idee

Sunday, July 6th, 2008

Momentan hat die Welt zwei große Probleme:

  1. Das Klima geht gaga.
  2. Das Öl geht alle.

Und beides geht schneller als gut ist.

Während Problem 2 noch weitgehend verdrängt wird (Schuld an den hohen Preisen sind angeblich irgendwelche bösen Spekulanten und nicht das dramatische Auseinanderlaufen von Angebot und Nachfrage), löst Problem 2 schon seit einiger Zeit nervösen Aktivismus aus. Viel ändern wird das nicht, denn zu glauben, dass man durch ‘CO2-Einsparungen’ alleine noch irgendetwas reißen kann, ist reichlich naiv.

Selbst wenn wir Europäer es schaffen, die Emissionen auf das immer noch viel zu hohe Niveau von 1990 zurückzufahren, werden die eingesparten fossilen Brennstoffe dankbar von den aufstrebenden Schwellenländern verheitzt.

Lange Rede, kurzer Sinn, die einzige Möglichkeit, genug CO2 aus der Atmosphäre zu bekommen, um einen Unterschied zu machen, ist das Zeug aktiv zu entfernen.

Natürlich könnte man das Zeug einfach irgendwo wegpacken. Noch besser wäre es, das CO2 zu spalten und wieder in Energieträger umzuwandeln.

Der sogenannte ‘Biosprit’ ist die natürliche Variante davon. Aber das kostet Flächen, die man für den Anbau von Lebensmitteln, oder den Schutz von Regenwäldern braucht.

Stattessen möchte ich eine technische Alternative: Eine Maschine, die Sonnenenergie nutzt um CO2 zu spalten und in Methan oder Alkohol umzuwandeln. Die Geräte müssen möglichst robust konstruiert werden, damit sie, einmal aufgestellt, sehr lange wartungsfrei arbeiten können.

Von den Dingern müssen dann Tausende gebaut werden und Überall aufgestellt werde, wo die Sonne scheint. In allen Wüsten oder auf dem Meer. Auf lange Sicht ließen sich so beide Probleme lösen.

Es müsste halt nur gemacht werden.

Neo-Kommunisten

Tuesday, April 29th, 2008

Heute habe ich ein Flugblatt von einem Arbeiterbund für den Wideraufbau der KPD im Briefkasten gefunden. Ich frage mich gerade ob Neokommunisten genau so Matsch in der Birne sind wie Neonazis. Klar, die Linken sind im allgemeinen harmloser, weil sie mehr auf die Gewalt ihrer Worte als auf die Gewalt ihrer Schlagringe setzten und böse Kapitalisten nicht so schutzlos durch die Gegend tapern wie wehrlose Ausländer. Aber eine massiv gestörte Wahrnehmung der Realität haben beide Seiten gemeinsam.

War ja nicht alles schlecht damals. Klar, die ganzen Juden gleich alle vergasen zu wollen, war vielleicht ein bisschen krass. Und der zweite Weltkrieg war eventuell auch nicht die allerbeste Idee. Hey, aber Deutschland (äh, ich meine natürrrrrlich Toitschlant) gehörte den Deutschen und es wurden Autobahnen gebaut. AUTOBAHNEN, Jawoll!!

Und dann das andere Damals wo ja bekanntlich erst recht nicht alles schlecht war (was unter Eingeweihten soviel bedeutet wie alles war eigentlich besser). Ich zitiere:

Die Kombinate
waren keine Monopole. Sie funktionierten nicht,
indem sie Rohstoffe und Arbeitskräfte und Elend in der
ganzen Welt ausbeuteten.

Die Kombinate funtionierten nicht. Punkt!

Sie gehörten den Arbeitern,
also brauchten sie alle Hände und hatten davon noch viel
zu wenig. Ihre Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften
kannten keine Stillegungsprämien und
schlachteten keine neugeborenen Kälber. Denn sie
brauchten jedes Pfund Fleisch, jeden Quadratmeter
Boden und jedes zeugungsfähige Stück Vieh für das Volk.

Und trotz Einsatz aller verfügbaren Arbeitskräfte, Quadratmeter und Kälber waren jeden Samstagmorgen um acht die Brötchen alle? Da sag ich ma nix zu.

Auch sehr schön:

Gegen den Notstand der Berliner Einverleiber-Republik:
Die Annektierer, der deutsche Imperialismus und
seine Monopole, schaffen sich eine ihnen 1945 verbotene
Polizei, zentral organisiert als Bundespolizei.

Aber Stasi war schon okay, oder?

Kapitalismus (Marktwirtschaft) und Demokratie sind sicher nicht perfekt. Es gibt Schwächen und manchmal sogar große Ungerechtigkeiten. Aber unterm Strich muss man weit reisen, um Länder oder Gesellschaften zu finden in denen es den Menschen besser geht als bei uns. (Und wenn ich weit reisen sage, meine ich sicher nicht Nordkorea oder Kuba).

Fazit: Wiederaufbau der KPD braucht kein Mensch. Und die NPD gehört verboten. Aber richtig!

Komunalwahlkonsequenzen

Tuesday, March 4th, 2008

Man muss die CSU nicht unbedingt mögen. Es gibt sogar einige gute Gründe sie nicht zu mögen. Allerdings hat Bayern, dank der CSU, das konsequenteste Rauchverbot von ganz Deutschland.  Das finde ich gut.

Jetzt haben die Weicheier von der CSU bei der Kommunalwahl ein paar Stimmen verloren und schon fangen sie an rückwärts zu rudern! Da ich am Sonntag auch ein paar meiner 50 Sitmmen an CSU-Kandidaten verteilt habe, fühle ich mich natürlich berufen den Gurken gehörig die Meinung zu geigen:

In den Medien wurde heute verbreitet, dass die CSU-Führung erwägt als Konsequenz aus den Ergebnissen der Komunalwahl vom vergangenen Sonntag die Regelungen zum Nichtraucherschutz wieder zu lockern.

Ich finde es sehr gut, dass Bayern deutschlandweit den Nichtraucherschutz am konsequentesten geregelt hat und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt!
Die zunächst verärgerten Raucher werden die neue Situation bald verstehen und akzeptieren. (Es sei denn, sie werden durch fortgesetzte Diskussionen fortwährend an den Verlust ihres Privilegs zur Luftverunreinigung erinnert.) Eine Lockerung der Gesetze würde aber viele Nichtraucher verärgern.
Die Entscheidung für einen wirklich umfassenden Nichtraucherschutz war richtig, bitte bleiben Sie dabei!

Kommunalwahlqual

Sunday, March 2nd, 2008

Monatelang haben die verschiedenen Parteien meinen Briefkasten mit Wahlwerbung geflutet. Einige Kandidaten standen sogar persölich vor der Tür. Heute war es dann soweit: Wahltag.

Als mündiger, verantwortungsvoller Bürger hätte ich die Zeit natürlich nutzen sollen, mich über die Parteien und Kandidaten zu informieren. Hab ich aber nicht gemacht.

So stand ich also völlig unvoreingenommen vor dem Wahllokal und musste mit Entsetzen feststellen, das ich bis zu 50 (in Worten: FÜNFZIG) Stimmen verteilen durfte.

Leider bin ich ideologisch nicht besonders festgelegt, sonst hätte ich einfach eine der Listen ankreuzen können und wäre fertig gewesen. Aber ich hatte natürlich schon den Ehrgeiz das Wahlrecht voll auszukosten und meine Stimmen über mindestens 5 der 8 Wahllisten zu verteilen.

Die erste Herausvorderung war schon der überdimensionale Wahlzettel an sich. Der musste nämlich in geeigneter Weise umgefaltet werden, bis er überhaupt in die Wahlkabine passte.

Dann ging ich die Listen der Kandidaten durch und machte mehr oder weniger zufällig meine Kreuzchen, wenn mir ein Name oder ein Beruf sympathisch vorkam.

Das ist sicher noch nicht die hohe Schule der demokratischen Willensfindung, aber vielleicht habe ich einen kleinen Beitrag gegen die Extremisten geleistet.

Und vielleicht hab ich beim nächsten Mal etwas mehr Ahnung und kann eine qualifiziertere Entscheidung treffen. Denn auch wenn das Wahlrecht uns manchmal quält, sollten wir nie vergessen froh zu sein, dass wir es haben!