Archive for the ‘Sport’ Category

Plattleitenlauf

Sunday, May 21st, 2006

Ich habe heute mit zwei netten Kollegen am 1. Dresdner Plattleitenlauf teilgenommen. Die Strecke war 8,2 km lang und führte zunächst am nördlichen Elbufer entlang zum Blauen Wunder und dann ziemlich direkt den Elbhang hoch (100 hm, maximal 28%). Ich habe es nicht ganz geschafft, die ganze Steigung durchzulaufen, aber mit meiner Zeit von 46 min. bin ich trotzdem sehr zufrieden!

Gelegentliche Aufheiterungen

Monday, March 20th, 2006

Andernorts in Deutschland soll ja bereits der Frühling ausgebrochen sein, aber im Erzgebirge herrscht noch tiefster Winter. Also habe ich am Sonntag die vielleicht letzte Chance genutzt um nochmal ein bisschen Wintersport zu treiben.

Der Ort meiner Wahl heisst Geising und liegt ca. 600m hoch. Der Skilift geht vielleicht noch 100m höher. Die Wettervorhersage ging in etwas so wie: …Bedekt, überwiegend trocken, gelegentliche Aufheiterungen... In Dresden war alles grau in grau.

Also habe ich mich, spät dran, gegen Sonnencreme und Sonnenbrille entschieden, entgegen besseren Wissens aus langjähriger Erfahrung beim Skifahren. Die einzigen Ausreden, die ich habe sind die Wettervorhersage und die Einschätzung, dass das hier ja gar kein richtiges Gebirge ist.

Jedenfalls, angekommen auf dem Berg, war keine Wolke mehr am Himmel. Der freundliche Mann im Skiverleih belehrte mich, dass man Sonnencreme in der Drogerie kaufen kann (natürlich nicht sonntags) und so musste ich die schneeverstärkte Märzsonne ungeschützt ertragen.

Fünf Stunden später war das Ergebniss mein Sonnenbrand des Jahrhunderts.

Einige Kollegen titulieren mich als Tomate, die sensibleren gucken mich betroffen an und fragen, ob das sehr weh tut.

Es geht. Solange ich mein Gesicht in entspannter Gelassenheit verharren lasse, spüre ich nur ein dumpfes Glühen, das an einigen, besonders verstrahlten Stellen, in ein leichtes Brennen übergeht.

Besonderes masochistisches Vergnügen bereitet das morgendliche Rasieren. Dazwischen bade ich abwechselnd in Bepanthensalbe und Apresmilch. Hoffentlich kann man den Hautkrebs heilen, bis der Ausbricht.

Ich wünsche mir eine gute Besserung und euch einen fröhlichen Montag!

Die wahre Disziplin

Wednesday, February 22nd, 2006

Die Olympischen Spiele sind dafür gedacht, dass sich junge sportliche Menschen aus aller Welt begegnen und besser kennenlernen. Dabei sein ist alles!

LANGWEILIG! In Wirklichkeit geht es darum Medallien zu gewinnen. Und zwar viele. Und zwar vor allem goldene. Denn die ultimative Disziplin bei Olympia ist der Medallienspiegel. Hier gilt es den Amis, Chinesen und Russen zu beweisen, dass Größe nicht alles ist, den Ösis zu zeigen, dass Größe alles ist und überhaupt um den Beweis, dass WIR die größten, schönsten und besten sind und haben.

Und im Medallienspiegel zählen nunmal nur die Goldmedallien. Wo stünde man denn im mit sagen wir mal 100 Silbermedallien? Aktuell auf Platz 17!

Ich verstehe deshalb nicht warum unsere staatlichen Jubelmedien die Silber- und Bronzemedallienverlierer so scheinheilig beglückwünschen. Anstatt leicht pikiert im Interview zu fragen, ob man sich denn nicht noch ein kleines bisschen mehr hätte anstrengen können. Schließlich geht es um Deutschland und die Weltherrschaft über die Winterspiele!

Zweierbob

Monday, February 20th, 2006

Kürzlich habe ich über olympische Randsportarten wie Curling berichtet. Heute geht es um eine zu unrecht völlig unumstrittene Wintersportart, den Zweierbob. Das gleiche gilt sinngemäß auch für den Viererbob, aber der ist erst nächste Woche dran.

Gestern habe ich also Zweierbob geguckt. Es gab Gold für Deutschland und ich war begeistert. Allerdings muss ich bei genauerer Betrachtung zugeben, dass mir nicht ganz klar ist, warum eigentlich. Zum zugucken ist diese Sportart nämlich höchst ungeeignet. Man muss schon ein ausgesprochener Experte sein, um zu erkennen, dass der Bob aus Russland in Kurve 14 etwa 20 cm zu tief war und dabei die 5 Millisekunden verspielt hat, die für eine bessere Plazierung notwendig gewesen wären. Alle zehn Schlitten tut uns einer den Gefallen und lenkt so dämlich in die Bande, dass man das sogar als Gelegenheitsgucker mitkriegt. In Wirklichkeit ist das einzige, was beim Zweierbob für Spannung sorgt die Zeit, die unten mittläuft. Alle par Sekunden gibt es eine neue Zwischenzeit, die erkennen läßt, ob der aktuelle Schlitten schnell oder langsam unterwegs ist.

Die Fernsehübertragung der eigentlichen Fahrt könnte man sich tatsächlich schenken. Es würde reichen, als Vollbild die Zeit und die Landesfarben des aktuellen Bobs einzublenden, mit allen Zwischenzeiten. Das wäre genauso spannend und ironischerweise genauso spektakulär und die ganzen Kameramänner müssten nicht im Schee stehen und frieren. Wenn man sich aber das Filmen schenken kann, muss man darüber nachdenken, ob es denn überhaupt nötig ist, zu fahren. Ist ja nicht ganz ungefährlich, so schnell durch einen Eiskanal zu rasen.

Vieleicht könnte ja ein Zufallsgenerator die Zeiten liefern. Dann könnte man auch den Kommentator und die Presenter und Experten sparen und stattdessen Musik spielen. Ich glaube, dass würde völlig reichen: Dramatische Musik, laufende Zeiten mit mikrosekundengenauen Zwischenzeiten, neben animierten Flaggen, und am Ende Gold für Deutschland! Ich bin mir ziemlich sicher, ich würde einschalten!

Randsportarten im Test

Saturday, February 18th, 2006

Letzte Woche hat mich eine schwere Infektion der Atemwege ausser Gefecht gesetzt und ich habe viel Zeit im Bett verbringen müssen.

Das Timing war allerdings nicht schlecht, denn zu meiner Unterhaltung war ich nicht auf das Gehirnamputierten-Fernsehen angewiesen, dass inzwischen aus der guten alten Talkshow hervorgegangen ist, sondern konnte mich an den Olympischen Winterspielen delektieren. Leider gibt es nicht den ganzen Tag packende Enscheidungen in spektakulären Sportarten, sondern es geht auch für Vorrunden in Randsportarten einige Sendezeit drauf. Deshalb werde ich jetzt zwei dieser Randsportarten dem geneigten Leser näher bringen: Curling und Bordercross.

Curling

Dieser Sport stammt aus Schottland, also von den britischen Inseln, deswegen wird es niemanden überraschen, dass er mit wenigen, intuitiv zu erfassenden Regeln auskommt. Ziel ist es, die aus speziellem schottischem Granit gefertigten Curling-Steine (‘Stones’), möglichst in die Mitte einer auf’s Eis gemalten Zielscheibe (‘Home’) zu schubsen. Eine Mannschaft besteht aus vier Personen, und nachdem der Schubser den Stein losgelassen hat, haben die übrigen drei Mannschaftskammeraden die Möglichkeit, die Bahn und Geschwindigkeit des Steins durch lautes Schreien und heftiges Eisschrubben noch zu beeinflussen. Das ist schwer zu Beschreiben, das muss man gesehen haben! Zwei Mannschaften spielen gegeneinander, und die Mannschaft, die am Ende jeweils einer von 10 Runden (‘Ends’) näher an der Mitte des Homes liegt kriegt Punke. Einen für jeden Stein, der besser liegt, als der beste Stein der Gegner. Wenn eine Mannschaft punktet, hat die andere im nächsten End ‘Das Recht des letzten Steins’, und ist damit im Vorteil.
Das Spiel hat eine imense taktische Tiefe und selbst nach einigen Stunden zuschauen, gelingt es mir noch nicht, Spielzüge, oder gar den Spielverlauf vorherzusagen. Es gibt ab und zu wirklich sehenswerte Kunstschüsse und wer mal erleben will, wie hübsche Frauen wie verrückt einen Besen schwingen und dabei laute, begeisterte Schreie ausstoßen, dem kann ich Damencurling empfehlen. Aber unter’m Strich ist mein Tip: Curling wird Randsportart bleiben.

Bordercross

Bordercross ist das exakte Gegenteil von Curling. Es gibt eine Funpark- oder Motocross-ähnliche Hindernisstrecke, die von vier Snowbordern gleichzeitig in Angriff genommen wird. Wer zuerst im Ziel ist, gewinnt. Das ist eigentlich schon alles. Für sehr offensichtliche, krasse Fouls kann man zwar disqualifiziert werden, aber trotzdem kommt es zu spektakulären Überholmanövern, Kollisionen und Stürzen. Spaß pur. Und wenn dann im Finale die Kandidatin aus USA mit 100m Vorsprung übermütig wird und am vorletzten Sprung Kunstückchen vorführt und sich dabei ohne Not auf den Arsch setzt und doch noch überholt wird, ist das Schadenfreude pur! Mitleid? Das ist ein Wettbewerb für SNOWBORDER!
Bordercross ist einfach nur spektakulär und stiehlt den konventionellen alpinen Disziplinen ganz klar die Show. Bitte mehr davon!

Headbanger

Monday, January 23rd, 2006

Seit einem Jahr trage ich beim Skifahren einen Helm. Das ist in Anbetracht der Geschwindigkeiten mit denen man unterwegs ist auch durchaus sinnvoll (persönlicher Rekord: 101 km/h). Ich hatte allerdings erwartet, dass sich diese Kopfbedeckung in einer Extremsituation, wie einer Kollision mit einem Snowboarder oder einem anderen Hindernis als nützlich erweisen würde. Aber nun hat sie sich in einer scheinbar harmlosen Situation bezahlt gemacht: Auf der letzten Abfahrt des Tages habe ich bei schlechtem Licht highspeed-carvend ein unpräpariertes Stück Piste übersehen. Als erfahrener Skifahrer (PowerOfBalance) konnte ich das trotz der hohen Geschwindigkeit zwar zunächst ausbalancieren, aber leider ging wegen der Unebenheiten bei einem Ski die Bindung auf. Ich hatte noch Zeit, so etwas wie ‘Oh-Oh’ zu denken, bevor ich mich in einer Schneewolke auflöste (von außen betrachtet). Subjektiv gesehen verschwand der Horizont plötzlich Richtung Süden aus meinem Blickfeld, und ich knallte sehr heftig auf den Hinterkopf. Das war selbst mit Helm eine sehr unangenehme Erfahrung, die mir noch etwa 36 Stunden lang Kopfschmerzen bereitet hat. Ohne es genau zu wissen, möchte ich mal behaupten, dass diese Szene ohne Helm das Ende zumindest  meines Skiurlaubs gewesen wäre.

Verglichen mit der restlichen Skiausrüstung ist so ein Helm keine gewaltige Investition und Sicherheit geht vor. Also: Nie ohne!

Gefährliche Gedanken

Tuesday, December 13th, 2005

Neulich war ich mal wieder joggen, trabte gemütlich durch den Wald und dachte an alles mögliche. Da ich zur Zeit nur kürzere Distanzen trainiere bin ich selten länger als eine Dreiviertelstunde unterwegs. Ich habe mich gefragt, worüber die echten Langstreckler so nachdenken, die stundenlang unterwegs sind. Dann musste ich darüber nachdenken, worüber ich denn beim Joggen so nachdenke und die aktuellste Antwort war, dass ich beim Joggen darüber nachdenke, worüber ich beim Joggen nachdenke…..

Uh-Oh! Hätte sich in dem Moment noch jemand zwischen meinen Ohren befunden, hätte er ein leises ‚Plopp’ vernommen, als sich mein Bewusstsein ins Nirvana verabschiedete. Ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte auch eine Veränderung in meinem Blick wahrnehmen können. Mein Körper hatte vom Fehlen des Bewusstseins aber noch nichts bemerkt und setzte weiterhin tapfer einen Fuß vor den anderen. Einige Augenblicke später hätte aber auch der unaufmerksamste Beobachter bemerkt, dass etwas nicht stimmte, als mein leerer Körper eine Wegbiegung verpasste, mit einem lauten Klatschen gegen einen Baum rannte, rückwärts umfiel und zunächst reglos liegen blieb.
Immerhin wurde dadurch mein Bewusstsein aus seiner Endlosschleife gerissen und in eine schmerzvolle Realität zurückgeworfen.
Seitdem denke ich beim Joggen wieder nurnoch darüber nach, wie weit es noch ist, und was alles weh tut.