Mein Freund der Märchenprinz

December 5th, 2009

(Achtung, langer Text)

Heute möchte ich euch von einem Freund erzählen, der verschwunden ist. Die Geschichte ist wahr, aber sie steht im Begriff, sich aufzulösen. Wenn ihr das lest dürfte nichts mehr von ihr übrig sein, was sich beweisen ließe. Ihr werdet glauben, dass es sich um ein Märchen handelt.

Ich lernte ihn auf einer dieser fürchterlich scheinheiligen Wohltätigkeitsveranstaltungen für Prominente kennen auf die mich mein Agent immer wieder mitschleppte um Kontakte zu knüpfen.

Er wurde mir als Prinz Maximilian von Feuchtenfelde vorgestellt. Er ist, war, ein Mann der unglaublich gut aussah. Sein Gesicht war von klaren markanten Zügen geprägt, und strahlte trotzdem eine gewisse Sanftheit und Sensibilität aus, die auf jeden sehr anziehend wirkte. Es wurde eingerahmt von kinnlangem goldenen Haar (und ihr meint jetzt sicher, dass es ‘blondes Haar’ heißen sollte, aber das wäre unzutreffend). Der Körper wirkte durchtrainiert und athletisch, ohne dass seine Art sich zu kleiden darauf angelegt war das zu unterstreichen. Man konnte sich ohne weiteres vorstellen, wie dieser Mann in glänzender Rüstung auf einem prächtigen Schimmel los ritt um einen Drachen zu erschlagen, wenn ihr versteht worauf ich hinaus will. Der einzige kleine Makel an seiner Erscheinung, wenn man so möchte, waren die Augen, die im Vergleich zum Rest etwas kalt und ausdruckslos wirkten, geradezu distanziert. Zu diesen Augen passte der etwas schwache Händedruck, der sich unerwartet kühl anfühlte.

In dem kurzen, inhaltlich belanglosen Gespräch das der Vorstellung folgte, spürten wir gleich, dass wir uns sympathisch waren. Wohl weil wir uns beide etwas fremd und deplaziert auf solchen Veranstaltungen fühlten.

Im Verlauf des Abends fiel mir auf, dass sich der Prinz ständig mitten in einer Traube von jungen Frauen zu befinden schien, die alle versuchten möglichst nahe bei ihm zu stehen und möglichst laut über seine Scherze zu lachen. Bei genauerer Beobachtung gewann ich den überraschenden Eindruck, dass ihm diese Situation unangenehm zu sein schien.

Schwul – dachte ich mir. Ich erkannte jedoch bald, dass ich damit falsch lag, als ich beobachtete wie ein junger aufstrebender Maler, an dessen Orientierung es keinen Zweifel geben konnte, sein Glück versuchte, ohne auch nur die geringste Reaktion hervor zu rufen.

Meine Neugierde war geweckt und als ich sah, wie der unglückliche Prinz, mit dem ich in dieser Situation nicht ungern getauscht hätte, von den ihn bedrängenden Frauen beinahe schon in eine Ecke gedrängt wurde, sprang ich ihm helfend zur Seite. Indem ich das Gespräch geschickt von der zeitgenössischen Fotografie zur Sportfotografie lenkte und dann über Fußball, Motorsport und Getriebetechnik zur Verkehrspolitik steuerte, konnte ich eine Grazie nach der anderen zum Aufgeben bewegen. Mit jeder, die sich entnervt einer andern Gesprächsgruppe zu wandte, wurde Max, wie ich ihn bald schon nennen durfte, entspannter. Als wir am Ende des Abends nur noch mit zwei anderen Männern zusammenstanden, mit denen wir eine harmlose Diskussion über den Sinn und Unsinn der Autobahnprivatisierung führten, sah er mich direkt an und sein sonst so ausdrucksloser Blick strahlte eine tiefe, intensive Dankbarkeit aus. Von diesem Moment an waren wir Freunde.

Wir verbrachten viel Zeit zusammen. Wir spielten Tennis oder Golf und verbrachten gemeinsame Wochenenden auf seiner Yacht oder in einer der zahlreichen Ferienanlagen der Familie. In der Öffentlichkeit bildeten wir fast eine symbiotische Gemeinschaft. Mein Talent Frauen in die Flucht zu schlagen kompensierte seine nahezu magische Anziehungskraft auf das sanfte Geschlecht soweit, dass es ihm nicht zu viel wurde. Dafür konnte ich mich über das eine oder andere leidenschaftliche Abenteuer freuen, dass ich ohne meine enge Freundschaft zu ihm nicht mal im Traum hätte erleben können. Mir war natürlich klar, dass es diesen Damen nicht wirklich um mich ging. Die meisten versuchten über mich an Max heranzukommen. Aber ich kann euch sagen, hin und wieder gibt es schlimmeres, als einfach nur benutzt zu werden. Max hingegen zeigte an dergleichen weiterhin keinerlei Interesse. Sämtliche Annährungversuche ließ er stets höflich aber unmissverständlich ins Leere laufen.

Eines Tages aber kam ich durch einen Zufall dahinter, dass er doch hin und wieder die Gesellschaft gewisser Frauen suchte. Für diese Treffen gab es strenge Regeln und die Damen wurden sehr gut dafür bezahlt, dass sie diese exakt befolgten. Die wichtigste Regel von allen lautet: Der Prinz durfte niemals, unter keinen Umständen, auf den Mund geküsst werden.

Ein paar Abende später, als wir Rotwein trinkend dem Kaminfeuer zusahen, fühlte ich mich mutig genug das Thema anzusprechen. Maximilian antwortete lange nichts, sondern starrte nur auf den Wein, den er in seinem Glas kreisen ließ. Schließlich fing er an zu erzählen: Hexen, sagte er, die gibt es wirklich. Und ich, ich bin nicht immer ein Prinz gewesen.

Du kennst doch das Märchen vom Froschkönig, oder? – Ich nickte. – Nun die Hexen, es waren zwei, kannten es wohl auch. Über ihr Motiv kann ich nur spekulieren.

Jedenfalls erinnere ich mich daran, dass ich ein Frosch war und mich an ein Seerosenblatt klammerte. Einen Moment später stehe ich als nackter Mann am Ufer und zwei Frauen mit langen Mänteln und spitzen Hüten lachen mich aus.

Vielleicht war es ein Spiel, eine Wette oder eine Art Wettbewerb. Sie erklärten mir nur, ich sei jetzt ein Prinz, wohnte in diesem Schloss, das gerade in dem Augenblick aus dem Nichts erschien, und könne von nun an ein schönes Leben führen. – An dieser Stelle machte er eine kurze Pause.

- Aber, sagten die Hexen, ein Kuss würde den Zauber brechen und alles wäre wie vorher und ich würde den Rest meiner Tage als Frosch verbringen, bis ein Storch, eine Schlange oder ein Geländewagen mir ein unrühmliches Ende bereiten würde.

Die Hexen lachten weiterhin sehr viel während sie mir das ausmalten.- Wieder gab es eine Pause.-

Du hälst mich für völlig verrückt, nicht wahr? -

Naja, antwortete ich. Es ist schon eine merkwürdige Geschichte. Was ist mit deiner Familie? Dein Stammbaum reicht hunderte von Jahren zurück. Du hast Verwandtschaft in allen Teilen Europas. Es gibt überall Unterlagen darüber. – Max stieß ein kurzes sarkastisches Lachen aus. – Ja, die Einträge gibt es. Urkunden, Kirchenbücher, alles was du sagst. Die Einträge mögen Jahrhunderte alt sein, aber sie stehen erst seit ein paar Jahren in diesen Büchern! Meine Eltern und Großeltern sind angeblich schon gestorben. Geschwister habe ich nicht. Für die Adelsgeschlechter Europas kommt es auf einen Cousin mehr oder weniger wirklich nicht an.

Ich kann nicht sagen, dass ich seine Geschichte für wahr hielt. Aber er konnte mich davon überzeugen, absolut und vollkommen überzeugen, dass er es glaubte was er mir gerade erzählt hatte. Und ich konnte das respektieren.

Nach unserem Gespräch ging das Leben weiter wie davor. Wenn sich überhaupt etwas geändert hatte, dann war unser Vertrauen zueinander noch tiefer geworden. Die Veränderung kam, als ich die Gelegenheit bekam für eine Auftragsarbeit in Südamerika zu recherchieren. Wir hatten davon geredet zusammen zu fahren, aber gewisse Verpflichtungen verhinderten das.

In den ersten Tagen nach meiner Abreise telefonierten wir noch häufig miteinander, aber dann wurde es ruhiger bis wir schließlich nur noch ab und zu kurze Emails tauschten.

Als ich drei Monate später wieder zurück war, rief ich ihn an. Er freute sich sichtlich von mir zu hören und sagte dass er mich unbedingt treffen müsste.

- Ich glaube, ich bin verliebt! – sagte er mir, noch ehe ich ihn richtig begrüßen konnte. Die nächste halbe Stunde lang schwärmte er in so ungehmmter Kitschigkeit, dass ich euch die Einzelheiten hier ersparen möchte. Dererlei ist schon oft genug geschrieben worden. Am Ende jedenfalls fragte er mich um Rat.

Ich dachte eine Weile nach. – Ich denke, du hast drei Möglichkeiten – sagte ich ihm. – Wenn du wirklich glaubst, ein verzauberter Frosch zu sein, dann solltest du verschwinden. Liebe ist ein sehr starkes Gefühl, aber sie geht von alleine wieder weg, wenn man ihrer Flamme die Nahrung entzieht.

Stattdessen könntest du sie aber auch ins Vertrauen ziehen. So wie du es mir gesagt hast. Wenn ihr nur auf das Küssen verzichten müsst um zusammen zu sein, habt ihr vielleicht eine Chance. Aber das kann natürlich leicht daneben gehen.

Falls es aber einen irgendeinen Zweifel an der Geschichte mit der Verwünschung gibt, eine Möglichkeit, dass du dir das ganze doch nur einredest, dann solltest du es vielleicht einfach drauf ankommen lassen. – Er dankte mir für meine, wie er es ausdrückte, profunde Analyse und sagte – Ich will nicht wieder zum Frosch werden. Nicht nach dem ich ein Mensch war. Ich hasse nichts so sehr wie kaltes Wasser!

Aber ich kann sie auch nicht einfach aufgeben. Ich muss nachdenken. Ich melde mich bei dir, wenn ich zu einer Entscheidung gekommen bin. -

Er brachte mich noch zur Tür und zum Abschied umarmten wir uns lange. Als ich in meinen Wagen stieg, blickte ich mich noch einmal um und er winkte mir zu. Und danach sah ich ihn nie wieder.

Zunächst hoffte ich, dass alles gut war. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass zwei Menschen aus dem Leben verschwinden, weil sie sich gefunden haben. Vielleicht, dachte ich, ist er auch meinem Rat gefolgt und fortgefahren um alleine zu trauern. Aber schnell wurde mir klar, das etwas Entscheidendes nicht mehr stimmte. Ein Artikel über Prinz Maximilian von Feuchtenfelde, den ich aus einem Boulevardmagazin ausgeschnitten und neben meinem Schreibtisch aufgehängt hatte, handelte plötzlich nicht mehr von ihm sondern von einem Vergleich zwischen Kate Middleton und Daniel Westling nach dem Motto ‘welches Königshaus bekommt das bessere Schwiergerkind’. Auch meine Erinnerung an ihn schien immer vager und verschwommener zu werden.

Da wurde meine Sorge so groß, dass ich mich unverzüglich auf den Weg zu seinem Schloss machte. Aber der Weg, an den ich mich als asphaltierte Straße zu erinnern glaubte, endete in einer sumpfigen Wiese. Max verschwand nicht einfach nur, er hat nicht nur aufgehört zu existieren, sondern nach und nach schien es als ob er niemals existiert hatte.

Gerade jetzt, in dem Augenblick indem ich das hier aufschreibe und immer wieder durchlese, beginne ich selbst zu zweifeln, ob ich das Geschriebene wirklich aus meiner Erinnerung oder meiner Fantasie wiedergegeben habe. Doch macht das überhaupt einen Unterschied?

Homing

November 26th, 2009

Heute hab ich im Radio von einem neuen Trend gehört: Homing . Damit ist wohl ‘zuhause bleiben und vielleicht mal was mit Freunden kochen’ gemeint.

Hat mich jedenfalls an den alten Trend erinnert, Sachen die eigentlich ein alter Hut sind mit anglizismen aufzupeppen und dann wieder cool zu finden.

Ich mach jetzt noch ne Runde Powercouching.

Volksbegehren

November 19th, 2009

Grade war ich im Bürgerbüro und hab einen auf direkte Demokratie gemacht.
Zur Zeit läuft hier in Bayern ein Volksbegehren zur Wiedereinführung eines konsequenten Rauchverbots und da hab ich natürlich unterschrieben.
Ob die Sache durchgeht ist schwer einzuschätzen. Es werden ca. 900 000 Unterschriften gebraucht, um einen Volksentscheid zu ermöglichen.
Aber auch wenn es nicht reicht, kommen hoffentlich genug Stimmen zusammen um ein kleines Ausrufezeichen zu setzen.

Neue Ski

October 29th, 2009

Urlaub zu hause ist nix für mich, da geb ich einfach zuviel Geld aus. Heute wollte ich ein von unserer Betriebssportgruppe vermitteltes Skiservice-Sonderangebot wahrnehmen. Als ich die Ski aus dem Keller holte, sahen sie aber noch viel schlimmer aus, als ich es in Erinnerung hatte. Deshalb hab ich ersmal nur die Snowblades, die ich als Dauerleihgabe für meine Schwester aufhebe, zum Service gebracht und mir erstmal das Angebot des Skiladens angeschaut.

Tja, was soll ich sagen? Head Supershape in der Magnum Version mit signifikantem Rabatt. Da konnte ich nicht nein sagen.

:-)

So besitze ich zum ersten Mal im Leben wirklich richtig richtig gute Ski und hoffe, dass die Magnum-Variante fast so schnell ist wie der Superspeed, den ich letztes Jahr in Meran hatte, und vielleicht noch ein bisschen besser für’s Gelände taugt.

Diss

October 28th, 2009

I’m a Titan

But you’re just titanic

I’ll float like an Iceberg

But you sink down into panic

Conil 2009

October 27th, 2009

Irgendwie war ich mal wieder zu Rücksichtsvoll und habe allen Kollegen und sonstigen Arbeitsangelegenheiten beim Urlaubeintragen den Vortritt gelassen. Und so kam es, dass erst Mitte Oktober die Zeit günstig war.

Wenn man zu so einer komischen Zeit Urlaub macht und dann noch relativ spontan, tut man sich schwer jemanden zu finden, der mitfährt. Also musste ein Plan B her.

Deshalb war ich letzte Woche mit Frosch Sportreisen in Conil de la Frontera in Andalusien/Spanien. Das ganze war ein erster Versuch in Sachen Gruppenreise und ich muss sagen, ein gelungener.

Unser Hotel Diufain ist sehr schick, großzügig gebaut mit vielen kleinen frei zugänglichen Balkonen und einer riesigen Dachterasse (ist wohl etwas besser als der Frosch-Standard). Die Leute waren gut drauf und im passenden Alter (wohl normal bei Frosch). Das Wetter war, abgesehen von zwei Vormittagen, genial und selbst ich Frostbeule konnte es im Atlantik noch gut aushalten.

Als Garantie gegen die Langeweile gabs ein abwechslungsreiches Programm. Die Highlights waren eine 13km Strandwanderung mit Durchquerung einer Flussmündung (Wasser bis zum Hals, Rucksack auf dem Kopf, spannend das…), mehrere geführte MTB-Touren (Sportlich gesehen eher harmlos, aber trotzdem sehr schön), ein Tagesausflug nach Sevilla und eine Wanderung duch einen Korkeichenwald (leider im Regen).

Dazu gab es individuelles Sportprogramm am Strand (Beachballrekord mit 85 Ballwechseln!!) oder am Pool und die Möglichkeit in weiteren Sportarten Kurse zu belegen. Ich hatte einen Schnupperkurs im Wellenreiten und stand sogar schon mal kurz auf dem Brett. Andere haben sich im Kitesurfen versucht oder waren Reiten.

Oh und ich habe meine neu erworbene Lenkmatte im Levante geflogen. Macht eigentlich genauso viel Spaß wie ein Deltadrache, passt aber  in jeden Koffer!

Und zwischendrin konnte ich immer wieder ein bisschen Spanisch üben. Das klappte relativ gut, aber nicht immer. Zum Beispiel kam eine Fanta-Vodka obwohl ich einen Zumo de Naranja bestellt hatte. Aber egal, lustig wars!

War also alles in allem ein prima Urlaub und falls ich mal wieder nichts besseres vorhabe, werde ich wieder schaun was Frosch so anbietet.

Winter im Oktober

October 16th, 2009

Gestern wehte es grosse Schneeflocken an meinem Buerofenster vorbei. Es war saukalt.

Heute bin ich um 02:30 aufgestanden, ohne Winterreifen zum Flughafen geeiert, in ein Flugzeug gestiegen und nach Andalusien gejettet.

Hier hatte es weit ueber 20 Grad, sogar im Atlantik, Und die Sonne knallt nur so runter.

Das Hotel ist chiq, die Leute sind nett und vielleicht mache ich die Tage noch nen Surfkurs.

Aber ein bisschen hab ich auch ein schlechtes Gewissen: Am Montag Abend verpasse ich die Skigymnastik…

Skigymnastik – oder das Dämlichste was ich seit langem getan habe

October 13th, 2009

Gute Vorbereitung ist alles. Und da ich das Thema Projekt 20 sehr ernst nehme, bin ich auf das Angebot meiner Betriebssportskigruppe eingegangen und habe mich zur Skigymnastik angemeldet.

Nach zwei Trainingseinheiten ist es nun an der Zeit eine erste Bilanz zu ziehen:

Zunächstmal muss ich darauf hinweisen, dass das Ski in Skigymnastik etwas irreführend ist. Die Betonung liegt eigentlich auf Gymnastik. Nun ja, der Zweck heiligt die Mittel und die Idee bei der Skigymnastik liegt darin, seinen Körper auf die Beanspruchung durch die bevorstehende Skisaison vorzubereiten.

Zum Skifahren braucht man Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht – und Beweglichkeit schadet auch nicht. Also im Endeffekt läuft es auf stinknormale Gymnastik raus.

Apropos stink. Da ich leider der wahrscheinlich einzige Mensch bin, der beim Sport nach Rosen mit Honig und einem kleinen Schuß Vanille riecht bin, ist die Luft in der kleinen Turnhalle und in der Umkleide (Angstschweiß) nicht so ganz erfrischend.

Aber zurück zur Gymnastik: Die meiste Zeit muss man da komische Bewegungen machen. Manchmal mit Armen und Beinen gleichzeitig. Zur Musik. Und im Rhythmus.

Aus meiner ganz eigenen Perspektive spielt sich das ungefähr so ab:

Vorturner bewegt irgendwie die Arme und Beine. Im Rhythmus. Ich schau kurz wie ein Bus und versuche dann das nachzumachen. Klappt nicht. Nochmal gucken. Geht der Arm nach rechts, wenn das Bein nach links geht, oder anders? Klappt wieder nicht. Ah, so ungefähr. Mist, ich mach’s genau andersrum, wie alle anderen. Kurz Pause und dann richtig wieder reinkommen. Mist, wieder falsch. Fast hingefallen. Ogott. Zum Glück kennt mich hier fast keiner. Hat keinen Zweck das. Vielleicht ist mein Schuh offen? Nee, leider nicht. Mach ich halt was anderes. Irgendwie Hopsen und mit Armen und Beinen wackeln. Merkt bestimmt keiner. Oh, strenger Blick vom Vorturner. Nagut einen Versuch noch. Ups, Nachbarn getreten. Sorry. Ich gucke konzentriert auf den Boden und hopse einfach nur hoch und runter. Pfiff, nächste Übung…

Ach ja, zu meiner intuitiven Entscheidung damals in der achten Klasse die Tanzschule zu verweigern gratuliere ich mir hiermit nochmal ganz herzlich.

Jedenfalls ist Skigymnastik eine super Sache, ich werde total fit und wahnsinnig beweglich sein und deshalb werde ich nicht aufgeben. Die eine oder andere kleine Demütigung am Montag abend hat ja schließlich noch keinem geschadet.

Killerspiele endlich verbieten!

September 30th, 2009

Neulich bei dem Amoklauf in Ansbach gab es zum Glück keine Toten sondern ‘nur’ ein paar Verletzte. Und was fällt auf: Auf dem Computer des Täters wurden _keine_ Killerspiele gefunden!

Das beweist eindeutig, dass Killerspiele an allem schuld sind. Amokläufer, die sich mit Killerspielen vorher auf das Amoklaufen vorbereiten, richten erheblich mehr Schaden an als andere, die es nur ‘mal im Fernsehen gesehen haben’.

Damit ist klar, es gibt absolut keinen Grund den sportlichen Sportschützen das Trainieren mit großkalibrigen, automatischen Waffen zu verleiden, sondern es ist viel wichtiger die Killerspiele, vor allem dieses brutale Paintball zu verbieten.

Auf der anderen Seite

September 27th, 2009

Inzwischen kann man wohl sagen, dass ich auf gutem Weg vom Sportradler zum Radsportler bin. Und so habe ich inzwischen an einigen Radsportveranstaltungen teilgenommen. Deshalb wurde es mal Zeit, die Seite zu wechseln und mich mal als Helfer nützlich zu machen.
Die von meinem Verein ausgerichtete Welt-Kult-Tour im Südwesten von Regensburg bot dafür die richtige Gelegenheit.

Ich war an der ersten Verpflegungsstation beim Kloster Weltenburg im Einsatz. Das bedeutete leider aufstehen um fünf Uhr früh.

Gegen halb sieben hatte ich den Einsatzort im nächtlichen Nebel gefunden und traf dort unsern Einsatzleiter mit seiner Familie.

Die Aufbauarbeiten erstreckten sich über ein riesiges Buffet, mehrere provisorische Radständer, und diverse Elektrische Kochgelegenheiten für Suppe, Tee und Wasser. Danach ging es ans Brote schmieren, Kuchen aufschneiden und Obstzerkleinern.

Rechtzeitig, bevor die ersten Radler mit der Fähre übersetzten, waren wir mit allem fertig.

Die Fähre an sich ist eigentlich schon ein Ausflugsziel für sich: Sie wird nur mit Wasser- und Muskelkraft betrieben.

Leider bildet sie so auch ein echtes Nadelöhr und die ca. 800 Teilnehmer brauche viel Geduld, bis sie da durch sind. Ausserdem wird es ziemlich kühl, wenn man länger im Donaufrühnebel steht.

Jedenfalls konnten wir die ersten Ankömmlinge mit einer großartigen Verkostung über die Fahrtunterbrechung hinwegtrösten. Leider war die Logistik etwas optimistisch gewesen und gegen zehn wurden die Lebensmittel knapp. Einer der Mithelfer begab sich auf die Suche nach Nachschub, aber am Sonntag war das keine leichte Aufgabe und das Ergebnis brachte nur kurz Entspannung.

Die meisten Sportler kamen aber gut auf ihre Kosten und von denen, die etwas zu kurz (bzw. zu spät) kamen nahmen es fast alle sportlich.

Am Ende stand dann das Aufräumen, bevor sich eine kleine Karavane aus mit Müll beladenen Autos wieder auf den Rückweg nach Regensburg machte.

Dort war die große Party im Zielbereich schon voll im Gange. Und als Helfer hatte ich dort zum ersten mal im Leben VIP-Status.

Fazit: Auch als Helfer hat man auf solchen Veranstaltungen seinen Spaß, aber es ist fast so anstrengend wie selberfahren :-) .

Zum Schluß ein paar Impressionen: