Auf Leben und Tod!

Heute morgen bemerkte ich, dass das rückwärtige Schutzblech an meinem Fahrrad entzwei gebrochen war. Als ordentlicher Radfahrer und ADFC-Mitglied bin ich gleich auf dem Heimweg beim Zweirradhändler meines Vertrauens vorbei gefahren und habe mir Ersatz besorgt.

Die Probleme begannen bei der Demontage des alten Schutzblechs. Eine der Halteschrauben sitzt direkt hinter dem Rahmen und ist praktisch nicht zu erreichen. Intelligenterweise handelte es sich um eine Schlitzschraube mit extra-flachem Schlitz und aus extra-weichem Metall. Die Schutzblechseitige Sicherheitsmutter sitzt bombenfest und gegenhalten ist absolut unmöglich. Die Schraube dreht durch, und ich tue es ihr wenige Minuten später nach.

Sämtliche Schraubendreher, Bits, Zangen und sonstige Werkzeuge meines kleinen Haushalts kommen zum Einsatz aber wir erleiden erhebliche Verluste (eine Flachzange ist heftig verbogen) ohne zählbare Fortschritte.

Vom Aussehen ähnelte ich inzwischen Rambo III, natürlich mit kürzeren Haaren und weniger Muskeln dafür aber am ganzen Oberkörper mit schwarzem Kettenfett beschmiert. Nachdem inzwischen mehr als eine Stunde vergangen war, ging es nicht mehr darum, das Fahrrad zu reparieren, sondern es ging ums Prinzip. Ich musste diese Schraube erledigen, und wenn es das letzte war, was ich tue.

Leider waren mir die Ideen ausgegangen so dass mir nichts übrig blieb, als einem taktischen Rückzug anzuordnen. Zurück in meiner Wohnung, kam mir die entscheidende Idee: Ich musste nur das Sägeblatt aus meiner Metallsäge ausbauen, es durch die diversen Rahmenelemente einfädeln und die Schraube langsam und qualvoll zu zersägen.

Das festgeklemmte Sägeblatt konnte ich durch zusammendrücken des Griffs und gleichzeitiges Hebeln aus dem Griffstück befreien. Es verfehlte mein rechtes Ohr um gut 3 cm. Der Rest war einfach.

Das Sägeblatt zwischen Daumen und Zeigefinger einklemmen, den Schmerz ignorieren und geduldig sägen.

Und wenn es die ganze Nacht gedauert hätte! Von wegen ‚der Klügere gibt nach‘. Schließlich konnte ich den Kopf der Schraube mit meinem größten Schraubendreher abhebeln. Was für ein Triumph!
Ursprünglich hatte ich für den Abend andere Pläne gehabt, aber manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss!

In diesem Sinne: Gute Nacht!

3 thoughts on “Auf Leben und Tod!

  1. Höchstgradig unterhaltsam!

    Fast ebenso viel Spass macht das Einfädeln von am Ende ausgefransten Bowdenzügen. Danach sind mehr Löcher in den Fingern als in Bonnie und Clyde. Gut, die bei B&C waren durchgängig…

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