Gefährliche Gedanken

Neulich war ich mal wieder joggen, trabte gemütlich durch den Wald und dachte an alles mögliche. Da ich zur Zeit nur kürzere Distanzen trainiere bin ich selten länger als eine Dreiviertelstunde unterwegs. Ich habe mich gefragt, worüber die echten Langstreckler so nachdenken, die stundenlang unterwegs sind. Dann musste ich darüber nachdenken, worüber ich denn beim Joggen so nachdenke und die aktuellste Antwort war, dass ich beim Joggen darüber nachdenke, worüber ich beim Joggen nachdenke…..

Uh-Oh! Hätte sich in dem Moment noch jemand zwischen meinen Ohren befunden, hätte er ein leises ‚Plopp’ vernommen, als sich mein Bewusstsein ins Nirvana verabschiedete. Ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte auch eine Veränderung in meinem Blick wahrnehmen können. Mein Körper hatte vom Fehlen des Bewusstseins aber noch nichts bemerkt und setzte weiterhin tapfer einen Fuß vor den anderen. Einige Augenblicke später hätte aber auch der unaufmerksamste Beobachter bemerkt, dass etwas nicht stimmte, als mein leerer Körper eine Wegbiegung verpasste, mit einem lauten Klatschen gegen einen Baum rannte, rückwärts umfiel und zunächst reglos liegen blieb.
Immerhin wurde dadurch mein Bewusstsein aus seiner Endlosschleife gerissen und in eine schmerzvolle Realität zurückgeworfen.
Seitdem denke ich beim Joggen wieder nurnoch darüber nach, wie weit es noch ist, und was alles weh tut.

3 thoughts on “Gefährliche Gedanken

  1. „Joggen ist nicht langweilig. Das Wissen, dass man jeden Moment tot umfallen kann macht es ungeheuer spannend.“ -Snoopy (beim Joggen)

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