Fliegen (mit Rad)

Und wenn es noch so sehr die Umwelt schädigt und fossile Energie verbraucht, Fliegen ist ab einer Entfernung von, sagen wir mal 600km, das einzig Wahre! Die Strecke von Frankfurt nach Bologna bedeutet im Auto mehr als 10h mühsahme Fahrt über zugestaute Alpen, während die 1,25 h Flugzeit grade genug sind, um seinen frischgeschubsten Orangensaft in Ruhe zu genießen. Aber wie kriegt man sein Fahrrad mitgenommen?
Man findet in einschlägigen Foren etwa 3 Meinungen zum Thema:

  1. Das Rad wird sorgfältig in einer professionellen Transportbox, am liebsten aus Metall, verpackt.
  2. Das Rad wird in einen Fahrradkarton gesteckt, den man beim Radladen schnorren kann.
  3. Das Rad wird praktisch gar nicht verpackt.

Wenn man sein Rad wirklich über alles liebt, kommt natürlich nur die Transportbox in Frage. Aber so eine Box ist recht teuer. Der Karton ist die preiswerte Alternative, schützt aber nach Erfahrungsberichten nicht vollständig vor Beschädigungen, vor allem, weil man dem Karton nicht mehr unbedingt ansieht, dass da ein wertvolles Rad drinsteckt. Das ist das Argument der Nichtverpacker: Das Rad wird als Rad erkannt und (toi toi toi) als solches vorsichtig behandelt. Das zweite Argument: Es macht einem das Leben einfacher, wenn das Rad noch zu schieben ist. Die Nachteile der unverpackten Methode sind, dass man die totale Zerstörung des Fahrrads riskiert, wenn die Packer ein bisschen unvorsichtig sind und dass man sieht, dass es sich um ein wertvolles Fahrrad handelt, was gewisse Begehrlichkeiten auslösen könnte…
Ich habe lange überlegt und mir auch einen passenden Karton besorgt, aber mich dann doch für die unverpackte Variante entschieden. Der Karton ist sehr groß und das Rad im Karton ist extrem unhandlich. So konnte ich das Rad in die Straßenbahn schieben und gemütlich zum Flughafen fahren. Und ich hatte in Bologna kein Problem mit dem Karton, der nicht auch noch in das sehr volle Auto meiner Eltern gepasst hätte.

Man muss den Lenker längs stellen und die Pedale abschrauben. Zusätzlich habe ich das Schaltwerk rausgeschraubt, um kein verbogenes Schaltauge zu riskieren. Außerdem hab ich die Kette in Luftblasenfolie eingepackt, um keine anderen Gepäckstücke schmutzig zu machen.
Was kostet das ganze? Hier hat sich die gute alte Lufthansa nicht mit Ruhm bekleckert: Beim ersten Anruf hieß es, Räder kosten pauschal 15€ pro Strecke. Beim zweiten Anruf hieß es, das Rad muss innerhalb der 40kg Gepäckgrenze liegen, pro Kilo Übergewicht 15€!!! Am Flughafen hieß es, das Rad müsste eigentlich innerhalb der 20kg liegen… Aber die freundliche Frau von Bodenpersonal hat es bei einem bösen Blick belassen und meine 5kg Übergewicht übersehen.
Insgesamt hat das ganze gut geklappt, wenn auch ein paar Kratzer dazugekommen sind.

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