Die beste Einleitung der Welt

Ich bin inzwischen über den ersten Satz meiner Einleitung hinausgekommen. Ich kann schon soviel sagen: Sie muß großartig werden.

Eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit braucht vor allem drei Dinge: Eine großartige Einleitung (beim Paper reicht ein großartiges Abstract, die Einleitung kann auch bla sein), eine schöne Zusammenfassung (beim Paper als Conclusions getarnt) und dazwischen ein paar spektakuläre Bilder.

Ich glaube, die Einleitung ist entscheidend. Sie muss den Leser dazu bringen, sich wenigstens die Bilder anzugucken. Sie muss dem Leser etwas sagen, was er schon weiß, ohne ihn zu langweilen, sie muss dann etwas bringen, was der Leser noch nicht weiß, um ihn zu überraschen und neugierig zu machen, und am Ende den Eindruck erwecken, dass dieses Werk DIE Antwort enthält, oder zumindest enthalten könnte: Das Tor zur Glückseeligkeit, den neuen Klettverschluss oder wenigstens die Krebsheilung. Wenn der eine oder andere Leser bei der Einleitung schon ein bisschen weinen muss, kann das nicht schaden.

Mein aktueller Entwurf ist schon nicht schlecht, enthält vielversprechende Ansätze, ist aber noch nicht ganz da, wo er hin muss. Vor allem ist er noch zu kurz. Also beende ich diesen Ausflug in die Theorie des Schreibens, und wende mich wieder der Praxis zu (Dummerweise hab ich das Gefühl, dass dieser Blogeintrag von mehr Menschen gelesen werden wird, als meine mühevoll erstelle Doktorarbeit…).

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3 thoughts on “Die beste Einleitung der Welt

  1. Dummerweise hab ich das Gefühl, dass dieser Blogeintrag von mehr Menschen gelesen werden wird, als meine mühevoll erstelle Doktorarbeit…

    LOL! 🙂
    Wunderbar, genauso wird es sein.

    Aber, tröste Dich:
    – Ich fürchte, diesen Kommentar werden mehr Leute lesen als mein mühsam erstelltes Paper (obwohl es natürlich die Antwort enthält… oder so)
    – Mein Blog wurde schon “unendlichmal öfter” zitiert als mein Paper.
    – Für Deinen Blogeintrag bekommst Du keine zwei Buchstaben vor den Namen, für Deine Dissertation schon.

  2. Ein Freund von mir meinte mal, dass die Promotion im wesentlichen dazu da ist, die Frustrationstoleranz auf ein akzeptables Niveau zu heben.

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