Mac Trek – Die ultimative low budget Star Trek Persiflage

Ahaaaaaa ahahahaaaaa (irgendwie sphärische Chormusik)

Das Raumschiff

Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Deep-Space-Voyagerprise-9, das wenige Lichtjahre von der Erde entfernt unbekannte Welten erforscht, für die sich (zu recht) nie zuvor ein Mensch interessiert hat.

Von aussen sieht das Raumschiff, das leicht ruckelnd an einem lieblos mit gelblichen Farbklecksen betupften schwarzen Karton vorbeischwebt, aus, als wäre es eilig mit einer Heißklebepistole aus diversen Einwegverpackungen von Fertiggerichten zusammengeleimt worden. Aber das täuscht. Generationen von Wissenschaftlern und Ingenieuren haben sichergestellt, dass Deep-Space-Voyagerprise-9 sämtlichen aerodynamischen Erfordernissen des luftleeren Raums geügt, und Dank der extrem leichten Baumaterialien agil und wendig zu manövrieren ist, wenn man dabei sehr vorsichtig ist.

Das Herz von DSVP9 ist die Brücke. Dem aufmerksamen Beobachter fallen dazu drei Dinge ein: Ikea, viel Alufolie und bunte Leuchtdioden, die ohne Unterlass blinken und zuverlässig Epillepsie auslösen, wenn man zu lange hinsieht. Die technische Ausstattung erinnert an Fernseher, Bildschirme, alte Joysticks und Tastaturen ohne Windowstasten vom komunalen Wertstoffhof, oh, und natürlich ganz viel Alufolie.

Weiterer Ort von spannenden Handlungen ist der Maschinenraum. Er beschreibt sich am besten als großer Kabelsalat mit bunten LEDs (blink, blink) und dem gewaltigen Schnurps-Reaktor in der Mitte. Der Schnurpsreaktor versorgt das Schiff mit Strom für die vielen bunten Lämpchen und kann es innerhalb von nur 6,9 Sekunden auf Schnurpsgeschwindigkeit beschleunigen. Das Wichtigste aber ist der Schnurpskern, den man bei Gefahr oder sonstigem Bedarf natürlich abstoßen kann.

Wenn die Crew nach ihren aufregenden Abenteuern der Pflege und Erholung bedarf, begibt sie sich auf die Krankenstation. Es gibt eine mit Silberspray umdekorierte Sonnenliege, ein altes Fahrradergometer und, man staunt nicht schlecht, ein waschechtes Oszilloskop.

Die Crew

An Bord der DSVP9 befinden sich bis zu 800 Besatzungsmitglieder, aber nur 5 von ihnen sind der Rede wert und treten in der Serie auf.

Das Sagen hat natürlich Captain Tiberius J. Mac. Ich hätte ihn gerne als Kopf der Crew bezeichnet, aber das wäre Übertrieben. Captain Mac ist ein sehr energischer Mensch, was man unschwer daran erkennt, dass sein Gesicht praktisch nur aus Kinn besteht. Wenn es nach ihm ginge, würden sich alle Probleme durch Weglasern lösen lassen.
Falls etwas mehr Fingerspitzengefühl oder auch Verstand gefragt sind, hat der Wissenschaftsoffizier Mr. Spark seinen großen Auftritt. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um einen Außerirdischen, was man unschwer an der überaus spitzen, langen Nase erkennen kann. Eine spitze Nase ist billiger, als zwei spitze Ohren. Außerdem kann man ja nicht einfach so ALLES abkupfern.
Der Bordingenieur D. L. Bert ist unschwer als solcher zu erkennen, weil er eine gewaltige Brille vor seinen ständig feuchten Augen trägt. Seine Aufgabe ist das fachmännische Abstoßen des Schnurpskerns. Nebenbei trägt er die Frisur von Günther Netzer auf. Er ist etwas nervös und fängt meistens an zu weinen, wenn er von Captain Mac angeschrien wird.
Als Repräsentant ethnischer Minderheiten dient Lt. Charly, ein ehemaliger Obst- und Gemüsehändler aus Vietnam. Er redet nicht viel, lächelt dafür um so mehr und lenkt das Schiff.
Natürlich warten jetzt alle auf die Quotenfrau, und ich will sie nicht enttäuschen: Sie ist als solche unschwer zu erkennen, da sie überwiegend aus langen, blonden Haaren und tittenförmigem Silikon besteht. Bordschwester Stella di Luna war in einem anderen Leben Darstellerin in drittklassigen Pornofilmen. Ihre Uniform hat sie aus der Requisite von „Doktorspiele mit willigen Schwestern 17“ mitgehen lassen als sie endlich eine neue Herrausvorderung suchte. Die Herrausvorderung besteht jetzt vor allem darin, sich Text zu merken, der nicht ganz überwiegend aus sehr langgezogenen Vokalen besteht. Wie sie die Rolle gekriegt hat, kann man sich ja denken.

Folge 1

Brücke. Abgedunkeltes Licht, hektisch blinkende LEDs und ein virtueller Sternenhimmel, der von einem Beamer an die gegenüberliegende Wand projeziert wird.
Mr. Spark hält sich sichtlich gelangweilt an seiner Konsole fest und starrt vor sich hin. Charly kichert leise und lenkt. Es ist schon spät, oder eher früh und der 42. Take dieser Szene, weil die automatische Tür einfach nicht funktionieren will. Just in diesem Moment zischt sie leise und bewegt sich ein paar Zentimeter nach rechts. Es entsteht ein Spalt durch den sich ein energisches Kinn schiebt. Dem Kinn folgt ein Arm, der die Tür noch ein bisschen weiter zur Seite schiebt und Captain Mac betritt die Brücke.

Es ertönt eine Fanfare oder es klingelt irgendwo ein Handy. „Mr. Spark, informieren Sie mich!“ befiehlt eine energische Stimme, die keinen Widerspruch duldet. Die nasale Antwort folgt prompt:“Wir haben soeben einen unbewohnten Planetoiden gescannt, der absolut keine Bodenschätze enthält. Davon abgesehen ist in den letzten acht Stunden absolut nichts passiert, Captain – Sir!“

„Hmm, Planetoid, wie? – Unbewohnt… keine Bodenschätze. Also praktisch völlig überflüssig?“

„Sir, wir Nasianer glauben, dass alles im Universum seinen Platz hat!“

„Mag sein. Aber vielleicht stellt er eine Bedrohung dar.“
„Captian, ich glaube nicht…“

„Mister Spark, ich respektiere ihren Glauben, aber können sie mit 100%iger Sicherheit ausschließen, dass dieser Planetoid in irgendeiner Form für irgendwen eine Bedrohung darstellt?“

„Äh, nein, mit 100%iger Sicherheit natürlich nicht, aber“

„Weglasern!“

„Sir, ich bin mir sicher, dass das nicht nötig sein wird…“

„ICH WILL IHN WEGLASERN, VERSTANDEN?“

„Sir…“

„Alle Mann auf Gefechtstation. Das gilt auch für Schwester Luna!“

In diesem Moment werden in allen vier Ecken der Brücke Rote Lavalampen angeschaltet und es ertönt ein nervenzerfetzender auf und abschwellender Sirenenton.

„Luuutänant Charlie….. Den Panetoiden anvisieren und weglasern. Feuer. Na los.“

„Ho jaaa, Charlie lasern, Charlie lasern schnell, guuuut, jaaa.“

Die Kamera versucht einen Closeup auf Mr. Spark. Es ertönt ein undefinierbarer Hupton.

„Allmächtiger, der Planetoid wurde in 1000 Stücke gesprengt!!!“

Die Kamera schwenkt auf Cpt. Mac. Der Vater jedes selbstgefälligen Lächelns erscheint über dem Kinn.

„Ausgezeichnet. Mission erfüllt. Weitermachen. Ich werde mich umgehend zur Erholung in die Krankenstation begeben. Und stellt bitte die Sirene ab!“.

Mac verläßt die Brücke. Die Tür zischt, verharrt aber Bewegungslos. Irgendwie spährische Chormusik kündigt den Abspann an…

4 thoughts on “Mac Trek – Die ultimative low budget Star Trek Persiflage

  1. Also langsam wird er mir unheimlich… ich habe gedacht, dass ich Blödsinn verzapfe wenn ich versuche mich zu motivieren die Geheimnisse des Rußes zu lüften, aber sowas hier *schüttelt ungläubig den kopf*. Das muss ich mal der Donnerstagsrunde vorstellen… nach unserer letzten Exkursion in die moderne Kriegsführung zwischen Coca Cola und Pepsi wird das sicherlich gut eingordnet werden können.

    So… dabei fällt mir ein, ich muss weiter arbeiten…

  2. grins… nagut da will ich mal ein wenig urlaubserholungswohlwollen durchblitzen lassen, nachdem ich schon am ersten tag deine neue mikrowelle… ähm dein tolles kurzschlussdingsbums… ähm dein keithley beleidigt habe… diese geschichte ist seeeeeeeehr lustig und ich habe doll gekichert… über die quotenfrau bin ich leicht schockiert… obwohl ich noch nicht so recht sagen kann warum eigentlich…

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