Jungfrauen, Jungfrauen

Es gibt nur einen vernünftigen Grund, sich selbst mitten in einer Menschenmenge in die Luft zu sprengen: Als Märtyrer kommt man ins Paradies, ist der Oberheld und hat bis zu 72 Jungfrauen zur freien Verfügung.

Das ist natürlich ein dummes Klischee, in Wahrheit geht es nicht um die Jungfrauen sondern um die Religion, unerträgliche Lebensumstände und gekränkten Stolz, aber trotzdem ist es das Detail mit den Jungfrauen, das im Zusammenhang mit Tschihad (Gesundheit) und Terrorkrieg immer wieder die meiste Aufmerksamkeit erregt. Und ich liebe Klischees.

Warum sind eigentlich alle so scharf auf Jungfrauen? Mir fallen eigentlich nur zwei Gründe ein:

1. Es ist immer ein schönes Gefühl bei irgendwas der Erste zu sein.

2. Man kann mit einer Jungfrau das absurdeste Zeug anstellen und behaupten, dass das völlig normal ist („Alle machen das so, wußtest du das echt nicht?“).

Das Problem mit Punkt eins ist, dass eine Jungfrau eben nur einmal als solche verwendet werden kann. Je nach Potenz und Selbstkontrolle würde ich mal schätzen reichen 72 Jungfrauen für 72 Stunden bis zu 72 Wochen. Und dann?

Punkt zwei kann, wenn man ein bisschen kreativ ist und nix durcheinander bringt, erheblich viel länger Spaß bereiten. Aber die Ewigkeit ist noch länger. Und wo steht geschrieben, dass die 72 Entjungferten nicht irgendwann zickig werden, wenn nicht jede die nötige Aufmerksamkeit genießen darf? Geschweige denn der Zirkus, wenn man mal einen Namen verwechselt, einen Geburtstag oder irgendein Jubiläum vergisst.

Wenn das stimmt, was die Prophezeihung sagt und wenn das im Paradies dann realistische Frauen sind und nicht die devoten Sklavinnen aus den übelsten Machofantasien, würde ich fast so weit gehen zu sagen, dass Selbstmordattentäter bekommen, was sie verdienen.

Fröhlichen Montag!

11 thoughts on “Jungfrauen, Jungfrauen

  1. *sehr gelacht*… mich würde mal interessieren, was mit den jungfrauen, welche eigentlich trauben sind, nach der entjungferung passiert… werden die recycled? wie ich gehört habe, ist das durchaus üblich… vielleicht verpuffen die auch einfach und es sind deshalb 72, weil es eben immer problematisch ist mit nachwachsenden rohstoffen… das braucht halt seine zeit…

    deinen punkt2 will ich mal gaaaaar nicht hinterfragen… nur soviel bezüglich des spaßfaktors: still halten ist nicht gleich mitmachen!

  2. Gibt das da eigentlich nur Jung-Frauen oder (je nach Vorliebe) auch Jung-Männer? Muss man am Himmelstor aufpassen. Da klingeln einem noch die Ohren vom Knall und wenn man dann die entscheidende Frage nicht richtig mitbekommt, wird das eine laaaange Ewigkeit. „Na was ist? Willst du’s nicht doch mal probieren?“ „Ach, lass mich in Ruhe.“

    Ein anständiges Paradies braucht übrigens kein Recycling, sondern nur einen „Refresh“-Button.

  3. *lach* Wieder mal wunderbar, Sebastian.
    Ich habe mir auch schon öfters gedacht, dass ’ne Ewigkeit eigentlich ganz schön lang ist, und 72

  4. Übrigens was das „bekommen, was sie verdienen“ angeht: Wenn nur die in den Himmel kommen, die nach den sich für zuständig erklärten Autoritäten in den Himmel kommen, will ich lieber in die Hölle. Also, wir sehen uns.

  5. Pingback: Random Thoughts » Strategiewechsel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.