Genial, der Schäuble!

Das muss man ihm lassen, jetzt hat er’s fast gepackt. Mit seiner sicherlich wohlüberlegten Provokation, dass ein Anschlag mit nuklearem Material nicht zu verhindern sei und man die Tage bis dahin am besten in Ruhe genießen sollte hat er heute im Bundestag einiges Entsetzen ausgelöst.

Vor allem die Koalitions-Genossen gingen ordentlich auf ihn los. Leider haben sie ihn nur fast dazu aufgefordert alles zu tun, was nötig ist um diese Anschläge zu verhindern. Onlinedurchsuchungen und Bundeswehrstreifen in deutschen Innenstädten wären doch gute Maßnahmen für den Anfang.

Da gegen ist der Verteidigunsminister doch ganz harmlos, der sich vom Verfassungsgericht nur nicht verbieten lassen will, entführte Passagierflugzeuge abschießen zu lassen. Das schöne an der Situation ist, dass es garantiert niemals zu so einem Szenario kommen wird.

  • Die Terroristen werden uns nicht auf die Nase binden, dass sie auf Selbstmord aus sind.
  • Sie werden die Zeit zwischen Übernahme des Flugzeugs und dem Absturz kurz halten, schon um einen organisierten Widerstand der Passagiere zu verhindern.

Die Alarmrotte wird also niemals rechtzeitig in die Position kommen, dass eine Abschussentscheidung getroffen werden könnte.

Warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, wahrscheinliche Ziele für solche Anschläge zu identifizieren und deren schnelle Evakuierung im Ernstfall vorzubereiten?

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10 thoughts on “Genial, der Schäuble!

  1. grins ich wäre für einen selbstzerstörungsknopf für wahrscheinliche ziele… fände es sehr cool, wenn sich das ziel selbst in die luft sprengt, bevor zum beispiel ein flugzeug reinrast und dann fährt so ne flagge aus dem schutthaufen wo in 10 sprachen drauf steht „Eher, eher!“…

    totale kontrolle finde ich auch super schick… ich weiß nicht, ob es mir auf deutschen bahnhöfen bisher nur entgangen ist, aber es ist ein sehr erhebendes gefühl mit dem koffer zum zug zu hasten und sich mit einem schlag drei fies aussehenden typen mit MG in der kralle gegenüberstehen zu sehen… (so passiert in paris, da scheint das so üblich zu sein)… da überlegt man sich schon, ob man den zug jetzt wirklich unbedingt noch kriegen muss, oder lieber noch 10 min als salzsäule dasteht…

    ich überlege gerade, ob es lukrativ wäre ein geschäft mit schutzausrüstung gegen nuklearangriffe aufzuziehen… vom radioaktiv schutzanzug (ja blei kann durchaus modisch schick sein) bis zum bunker hin für uns gar kein problem: alles machbar, alles drin – vertrauen sie dem fachmann, schließlich baut er auch die dazugehörigen waffen *ups*… es gibt sicher trottel, die glauben einen umfassenden nuklearkrieg auf heutigem standard überleben zu können, sonst würde ja keiner erst nur auf die idee kommen, mit solchem zeug zu spielen…

  2. Gute Idee das von dem Schäuble: Flugzeuge abschießen, bevor die Terris sie kaputtmachen. „Also liebe Terris, wenn hier einer unsere Bürger terrorisiert, dann immer noch wir.“ Dann aber bitte auch die diversen Schrottmaschinen von obskuren Billigfluglinien ins Visier nehmen, bevor die von allein auf jemanden drauffallen.

    Warum hat die Bundesregierung eigentlich was gegen CS-Zocker? Das wird demnächst eine lebensnahe Ausbildung. Fragt sich bloß, wer die Terroristen sind…

  3. Neulich erschrak ich fast zu Tode, als ich unerwarteterweise gute Sprache hörte. (…) Die Hauptdarstellerin hatte die Formulierung »etwas ergibt Sinn« gebraucht. Ich dachte: »Wow, Wahnsinn. Wann preist mal endlich einer die fantastische deutsche Synchronarbeit?« Man hört im wirklichen Leben ja fast nur noch den primitiven Anglizismus »etwas macht Sinn«, so daß es einen richtig umhaut, wenn man mal wieder mit dem korrekten Ausdruck konfrontiert wird. (…) Gewiß, gewiß: Was sich einbürgert, wird irgendwann als korrekt gelten. So entwickelt sich Sprache. (…) Doch es war schade um das »Sinn ergeben«. Das Wort »machen« kommt schon häufig genug vor in unserer Sprache. Liebe machen, die Wäsche machen, Essen machen, sauber machen, Abwasch machen, Frau Heinrich machen – »Ich mach mal Frau Heinrich«, sagt die Friseurin zu ihrer Kollegin, wenn sie ihr mitteilen möchte, daß sie nun der Kundin Heinrich die Haare zu machen sich anschickt – Betten machen, Feuer machen, Internet machen – nein, Internet machen wir noch nicht.

    Aus „Kühn ist vermutlich, wer die Internet-Ehrfurcht dämpft“ von Max Goldt.

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  5. @Arne
    Ich hatte den Artikel auch gelesen. Was mich aber besonders fasziniert hat war die quasi-Kehrtwende von Schäuble. Bisher ist er ja immer durch hartnäckigen Aktivismus wider den freiheitlichen Grundrechten aufgefallen und die Opposition inkl. SPD stemmte sich tapfer dagegen.
    Jetzt sagt er, man kann eh nix machen und hat plötzlich Rückenwind:“ Da kann man nix machen? Wie kann er sowas sagen, der spinnt doch, man muss doch etwas machen können!“
    Jetzt muss er dem Druck nur noch nachgeben (na gut, dann stellen wir halt noch ein paar Kameras auf und packen den genetischen Fingerabdruck auch gleich noch mit in den Reisepass) und er ist genau da wo er hinwollte und _alle_ sind zufrieden.

  6. „alle“? Ganz Deutschland? Nein, ein von unbeugsamen Bloggern bevölkertes Internet hört nicht auf, dem Grundrechteabbau Widerstand zu leisten. 😉

    Aber im Ernst. Ich weiß was Du meinst – würde sich schon als ein erschreckend guter Schachzug herausstellen, wenn jetzt tatsächlich alle kommen und „Bitte, Schäuble, sichere uns!“ rufen.

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