Designte Experimente

Als industrieller Entwicklungsingenieur bin ich angehalten der hohen Lehre des DOE (design of experiments) zu folgen.

Als Ahnungsloser Doktorand habe ich immer planlos an irgendwelchen Parametern rumgedreht, mal an dem einen dann am nächsten, und geschaut was passiert. Ein Wunder, dass ich irgendwelche reproduzierbaren zuverlässigen (unter Bauchschmerzen) vorzeigbaren Ergebnisse herausbekommen habe.

Jetzt weiß ich, dass man sich vorher ein paar Zahlen aus dem Ar… zieht, die sinnvolle Elemente des Parameteraums darstellen sollen und sich softwareunsterstüzt daraus eine große Versuchstabelle erstellen läßt, in der sämtliche Parameter systematisch variiert werden.

Diese Tabelle arbeitet man dann akribisch ab, trägt die Ergebnisse ein, trägt die Tabelle dann zu seinem Computer und macht eine Auswertung.

Ich muss zugeben, dass diese strenge Vorgehensweise mir sehr hilft. Dadurch, dass von Versuch zu Versuch immer mehrere Parameter gleichzeitig geändert werden, fällt es einem nämlich schwerer eine konkrete Erwartung an das Versuchsergebnis zu entwickeln.

Ich habe leider die gefährliche Neigung, von meinen Versuchsplänen abzuweichen, sobald Versuchsergebnisse nicht meinen Erwartungen entsprechen. Denn meistens ist die Zahl der Proben begrenzt und immer ist die Zeit knapp. Wenn also das Drehen an einem Parameter X nix zu bringen scheint, dann hört man doch lieber damit auf und dreht mehr woanders. Verzettelung ist damit vorprogrammiert.

Eine DOE Matrix muss vollständig ausgefüllt werden damit anschließend per Software das Gleichungssystem gelöst werden kann, so dass die Einflüsse der einzelnen Parameter offenbar werden.

Natürlich hat auch dieses System seine Tücken, aber bisher macht es großen Spaß.

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2 thoughts on “Designte Experimente

  1. „Diese Tabelle arbeitet man dann akribisch ab“ heißt dann aber im Gegensatz zur Doktorandenzeit nicht, dass man die vielen, vielen Proben alle selbst herstellt und vermisst, oder wie sieht das inzwischen bei Dir aus?

  2. Im Prinzip könnte ich das einem Assistenten aufdrücken. Aber da wir drei Ings und nur zwei Assis sind und mir eh vor allem praktische Plasmaerfahrung fehlt mache ich diesen lustigen Teil auch noch selbst.

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