Zeit- und Selbstmanagement Teil 1

Die Beichte zuerst: Ich bin ein bisschen schlampig, vor allem mit Terminen (Sorry für alle Geburtstage, die ich vergessen habe), und neige zu heftigster Verzettelung, sobald ich mit mehr als einer Aufgabe gleichzeitig konfrontiert bin.

Da meine großartige Firma dankenswerterweise Weiterbildungen anbietet, hielt ich es also für eine gute Idee, an einem Seminar ‚Selbst- und Zeitmanagement‘ teilzunehmen.

Heute war Tag eins und habe bisher gelernt: Gutes Zeitmanagement heißt, seine Zeit nicht auf irgendwelchen SozPäd-Seminaren zu vertrödeln.

Ich bin natürlich ungerecht, denn Selbsterkenntnis ist ja der erste Schritt zur Besserung. Also war heute der große Selbstfindungstag mit lustigen Spielchen. Zum Beispiel saß ich irgendwann mit ‚Liebe‘, ‚Familie‘ und ‚Veränderung‘ in einem Rettungsboot und musste traurigen Blickes zusehen, wie ‚Ehrlichkeit‘, ‚Loyalität‘ und andere mir werte Werte mit der Titanic den Bach runter gingen.

Höhepunkt war eindeutig das Mittagessen, bei dem die Dozentin unvermittelt anfing uns Details der gerade vollzogenen Trennung von ihrem Mann zu erzählen und dabei den Tränen recht nahe kam.

Den Tag durften wir mit einem zehnminütigen Aufsatz zum Thema ‚ICH‘ beenden.

Ich bin sehr gespannt auf morgen und hoffe, dass das nicht wieder so unergiebig wird.

Okay, etwas haben wir ja doch gelernt: Ziele positiv und im Präsens formulieren:

Ich lerne mich besser zu organisieren! In diesem Sinne Tschakkka!!!

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5 thoughts on “Zeit- und Selbstmanagement Teil 1

  1. was soll man dazu noch sagen außer: du bist anscheinend nicht bereit für solch ergiebige gruppenspielchen mit seelenstrip… du musst deinen geist öffnen und dabei tief ausatmen… oder sowas ähnliches 😀

    aber so unterm strich finde ich solche geschichten eigentlich recht positiv, zumal man sehr viel über sich selbst lernen kann… allerdings weiß ich nicht, ob das nun unbedingt mit dem ergebnis sich besser zu organisieren einhergehen muss… ergo: wenn du dem ganzen nicht ganz so negativ gegenüber eingestellt bist, kannst du vielleicht das eine oder andere aha erlebnis mitnehmen, was vielleicht nicht für den beruf, aber evtl. für dich ganz persönlich taugt… das einzige, was ich bezweifle ist, dass so ein workshop dafür ausreicht, weil die aha erlebnisse dann doch immer ein bissel länger dauern… aber für nen guten impuls kann man solche sachen schon nutzen…

    ich nehme an, du willst nicht näher darauf eingehen, wieso du liebe, veränderung und familie mit ehrlichkeit und loyalität bezahlen sollst…
    achso du solltest prioritäten setzen… veränderung ist dir wichtiger, als ehrlichkeit???? wow!

  2. oh man sebastian, du solltest diesen post glaub ich nochmal genau lesen und danach besser mit einem passwort schützen 😉 … bzw. ich wusste gar nicht, dass du so offenherzig bist…

  3. Bin ich? Naja, dieser Blog dient in erster Linie meinem und eurem Vergnügen. Ich verwende durchaus das Stilmittel der Übertreibung. Soviel schonmal zur Ehrlichkeit. Vielleicht denke ich mir das alles ja auch bloß aus.

    Meinst du wegen der Werte oder was? Naja, ich war selbst etwas schockiert, wie wenig wichtig mir Ehrlichkeit wirklich ist. Aber wenn man es anders formuliert und fragt „Wäre ich bereit zu lügen um mein Leben zu retten“ ist die Antwort ein einfaches, klares (wenn auch nicht völlig uneingeschränktes) ja.

    Liebe und Familie stehen für mich sehr dicht zusammen. So stand ‚Familie‘ als Wert durchaus zur Disposition, bzw. war von Anfang an schlecht gewählt. Allgemein ‚Menschen die ich liebe‘ wäre der bessere Wert gewesen, denn das schließt Familie und Freunde ein. „Wäre ich bereit einen Menschen, den ich liebe zu opfern, um mein Leben zu retten?“ – eher nicht.

    Veränderung als Wert ist für mich sogar entscheidend. Ohne Veränderungen um mich herum wäre ich nicht zufrieden. Und glücklich schon gar nicht. Somit wäre Veränderung sogar der letzte Wert den ich aufgegeben hätte, denn nur in der Veränderung lebt die Hoffnung auf Verbesserung. Äh – oder so.

  4. hm ich hatte diese bootsgeschichte eher im übertragenen sinn gesehen… quasi eine wichtung der werte in deinem leben (das rettungsboot stand für mich in diesem zusammenhang als metapher)… sprich was liegt dir am herzen bzw. womit identifizierst du dich…

    oder anders formuliert – welchen preis würdest du bei der organisation deines lebens (und darum gehts ja wohl im weitesten sinne) für eine veränderung bezahlen?… und ehrlichkeit ist ebenfalls ein dehnbarer begriff… man kann andere belügen, was aber noch viel schlimmer ist (wie ich finde) man kann sich selbst belügen…

    bekommt ihr denn auch eine auswertung? also quasi ne einzeltherapie 😉 … weil wie gesagt solche dinge können recht schnell auch sehr persönlich werden und ob man sich vor wildfremden personen so ausbreiten will, wage ich zu bezweifeln…

  5. Nein, wir bekommen keine Auswertung. Für eine echte individuelle Psychoanalyse war die Zeit viel zu knapp. Da wurden nur ein paar Ansätze vermittelt und an den Oberflächen rumgekratzt.
    (Naja, unser Coach hat vielleicht ausversehen doch ein paar echte Abgründe preisgegeben).

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