Weiß (Fortsetzung)

Ein ferne Stimme weckt mich aus meinen Betrachtungen. ‚Weiß‘ – wie bin ich bloß darauf gekommen? Mein Blick fokussiert sich wieder auf das Weiß meines leer gegessenen Tellers. Er wandert über Karls halb leeres Glas zu seinem Gesicht.

Da ihm meine geistige Abwesenheit nicht entgangen ist, wiederholt er mit Nachdruk, was er eben gesagt hat: „Hat doch alles keinen Zweck.“ Und Karl meint das Ernst.

Er ist Pessimist. Durch und durch. Das hört man in jedem seiner Worte und sieht es in jedem seiner Blicke. Seine herabhängenden Mundwinkel sind umgeben von einem Netzwerk aus tiefen Sorgenfalten.

Ich lasse den Blick lieber wieder auf meinen Teller sinken. Für Karl ist weiß nur die Farbe der Leere.

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