Mein modernes Möbelmarkt Märchen Teil 3

Drittes Kapitel – Per Sören erzählt

Auf diesen Handel ging ich natürlich gerne ein und erfuhr so von dem großen Geheimnis hinter dem Erfolg der Möbelkette:

Ihr Gründer, damals ein junger Mann Namens Ingvar, war schon als Kind sehr geschäftstüchtig gewesen und hatte sich ein ganz erkleckliches Taschengeld verdient indem er die abgelegenen Höfe der Nachbarschaft mit Zündhölzern aus der nächsten Stadt belieferte.

Die älteren Leute, die damals seine Kunden waren, luden ihn oft auf ein Glas Limonade in ihre Küchen ein und erzählten ihm Geschichten von früher und aus dem Reich der Fabelwesen. Zunächst hatte er nur aus Höflichkeit zugehört doch bald war ihm aufgefallen, wie sehr sich die Geschichten ähnelten, so dass er zu der Überzeugung kam, dass an der Sache etwas wahres dran sein müsste.

Also begann er mit offenen Augen durch die Wälder zu streifen und die erste Begegnung mit einem der weitverbreiteten Gnomlingen ließ nicht lange auf sich warten. Dann entdeckte er immer mehr Fabelwesen die er bald ansprach und die den freundlichen Jungen sogleich ins Vertrauen zogen.

So erfuhr er vom König der Trolle, der seit ewigen Zeiten der Herrscher über alle Fabelwesen war und dem sie alle gehorchen mussten.

Einige Jahre später, als Ingvar groß ins Möbelgeschäft einsteigen wollte, stieß er zunehmend auf Schwierigkeiten. Seine Möbel waren, so wie er sie sich erdacht hatten, in der Herstellung zu teuer, um sich gut zu verkaufen.

Also nutzte er sein Wissen um die Fabelwesen um dem König der Trolle eine Falle zu stellen. Als er diesen in seiner Gewalt hatte, mussten alle Fabelwesen ihm dienen und mit ihrer Hilfe, konnte er nicht nur sein Möbelgeschäft vor dem Ruin bewahren, sondern so günstig produzieren, dass er bald Filialen im ganzen Königreich und schließlich auf der ganzen Welt gründen konnte.

Damit beendete Per-Sören der Wichtelflike seine Erzählung und leerte meinen Porzellanfingerhut, den ich ihm als Becher angeboten hatte.

„Soll das heißen ihr müsst Zwangsarbeit leisten?“ – „Nein, das war nur ganz am Anfang so. Jetzt haben wir längst Gewerkschaften und einen Betriebsrat. Die meisten von uns sind ganz zufrieden so. Die Arbeit ist nicht allzu schwer und die Bezahlung ist sehr gut.“ Mit leicht glasigen Augen blickte er mich an und fügte hinzu: „Wir sind wie eine große Familie, es ist schön dazu zugehören.“ Dann stand er auf und lud sich sein Tragegestell auf den Rücken. „Herzlichen Dank für das Getränk. Aber jetzt muss ich leider weiter, sonst schaff ich mein Pensum nicht.“

Ich brachte ihn noch zur Tür und verabschiedete ihn herzlich, indem ich ihm mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig die Hand schüttelte. Dann ging ich wieder Bett. Schlaf fand ich in dieser Nacht freilich keinen mehr.

3 thoughts on “Mein modernes Möbelmarkt Märchen Teil 3

  1. wie jetzt schon zu ende???… erklecklich gefällt mir, kommt auf die liste meiner lieblingsworte gleich neben hahnebambel…

  2. Hee, das war so mit das Längste, was ich bisher geschrieben habe…

    Abgesehen von langweiligen wissenschaftlichen Abhandlungen über winzige Kurzschlüsse zum Beispiel.

  3. frau a. streitet jegliches beschäftigungsverhältnis von wichtelflinken ab… ob sie nur nicht drüber reden darf bleibt offen…

    ja kurzschluss in drei zügen – eine lehrveranstaltung für anfänger 🙂

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