Flirten beim Fliegen

Eigentlich könnte alles so schön sein:

Ein netter Blick, ein freundliches Hallo, anregende Gespräche vom Start bis zur Landung und schließlich der Austausch von Telefonnummern. And they lived happily ever after….

In der Realität könnte es natürlich daran scheitern, dass es bei einem vorsichtigem Blick aus dem Augenwinkel und einem schüchtern „…’llo…“ bleiben würde, bevor ich bis zur Landung versuchen würde ein Buch zu lesen, ohne zu atmen oder mich dabei sonst irgendwie zu bemerkbar zu machen.

Aber soweit kommt es ja gar nicht:

Im Wartebereich am Gate kann man vielleicht noch die eine oder andere nett aussehende, alleinreisende Dame ausmachen. Aber dann sitzt man auf seinem Platz  im Flieger und schaut was da kommt:

Hmm, die wär doch was…. Schade, drei Reihen zu früh.

Oder die? Sie kommt näher… Oh ja, bitte die! – Vorbei.

Ui. Oh nein. Nicht der. NICHT DER! Och nö!

Es ist nie die junge hübsche Frau sondern immer der dicke, alte, häßliche Mann, der sich in den Sitz neben einen wuchtet. Oder der Asiate, der zwei Minuten nach dem Start einschläft und sich zutraulich an deine Schulter kuschelt.

Okay, ich gebe zu, die Statistik spricht gegen mich. Das Angebot an alleine reisenden, gutaussehenden Frauen im passenden Alter ist begrenzt. Die Wahrscheinlichkeit zufällig neben einer solchen zu sitzen liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich (ja, ich habe das nachgerechnet, na und?).

Vielleicht sollte man nachhelfen. Wenn beim Einchecken die Frage kommt: „Gang oder Fenster?“ einfach antworten: „Mir egal, setzten Sie mich doch neben irgendeine nette junge Frau, die allein reist.“

Für mich ist das natürlich keine Option, denn wenn die nette Bodenstewardes mich aus ihrer adretten Uniform anlächelt und fragt, kann ich meistens nur mit „gng“ antworten.

Aber vielleicht liest das ja jemand, der etwas unschüchterner ist und die Idee ausprobieren kann. Wenn dem so wäre würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.

17 thoughts on “Flirten beim Fliegen

  1. Sebastian, ich mache genau dasselbe durch, obwohl ich manchmal ganz unschüchtern drauf bin. Aber was bringt das, wenn sich die nette türkische Großfamilie aus Süddrei in der Straßenbahn neben einen quetscht…!?

  2. (-: Nö, denn für dein Experiment braucht man nicht Heldenmut, sondern Naivität…ähm, entschuldige, aber du musst schon realistischere Mutproben, die Aussicht auf Erfolg haben, bloggen! Nur Alleinreisen sagt gar nichts, denn wie du ja selbst schreibst, ist er/ sie 100% verheiratet, glücklich liiert oder überzeugter Singel und reist eben nur zufällig alleine. Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg ist ebenfalls zu gering.

  3. Hmm, da spricht ausnahmsweise mal was für Ryanair – da herrscht freie Platzwahl. Das heißt, Du musst Dich nicht auf die Statistik verlassen und darauf hoffen, daß eine der drei hübschen, jungen, alleinreisenden Damen zufällig den Platz neben Dir hat. Stattdessen könntest Du durch unauffällig-geschickte Platzwahl nachhelfen.

  4. Also ich habe gerade eingecheckt, 19A. Mal sehen was dabei rauskommt. Immer habe ich das Gefühl die Dinge in der Hand zu haben, wenn ich den Platz selber auswähle.

  5. @Arne,
    Das gefällt mir. Allerdings unauffällig geschickt könnte schwierig werden, wenn noch 20 andere allein reisende Männer die selbe Idee haben. Aber wenn es trotzdem klappt, weiß sie gleich, dass sie ein starkes, durchsetzungsfähiges Männchen neben sich hat.

    @Felix,
    Inzwischen werden die hübschen Bodenstewardessen leider immer mehr wegrationalisiert. In Helsinki musste ich auch am Automaten einchecken und dann nur noch den Koffer abgeben. Leider fehlen bei der Platzauswahl die entscheidenden Informationen (Geschlecht, Alter, Gewicht und Familienstand)

  6. Okay, neben ein freier Platz. Mehr kann man wohl nicht erwarten – insbesondere in einer kuscheligen CRJ900 ist man ja dann doch auch sehr dankbar und die Flugbegleiterin war reizend.

  7. yrks, ich habe gerade ein deja-vu der übelsten sorte… sagmal entweder dieses problem beschäftigt dich schon seit jahren oder du hast diesen text schonmal gebloggt… mir ist, als hätt ich das schonmal von dir gelesen…

    zum problem selbst: meine güte, geh einkaufen und analysiere das kaufgut des opfers, die chancen da erscheinen mir wirklich größer (nicht, dass ichs nachgerechnet hätte)…

    btw ich weiß nicht, wie oft ich nun schon alleine gereist bin, sowohl im singlestatus, als auch liiert, aber ich wollte einfach IMMER meine ruhe – nix weiter… deshalb wäre mir der freie platz nebenan IMMER das liebste 🙂

    und außerdem, was willst du mit ner trulla, die so offensiv *ähm mir fehlt ein wort* rummacht oder sowas, dass sie mit jedem x-beliebigen aus nem flieger mitgeht????

    ok, ok ich oute mich wohl gerade als kurzstreckenflieger 🙂

  8. Also ganz neu ist die Idee nicht. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich das schonmal irgendwo geschrieben habe. Eine kurze Stichwortsuche im Blogarchiv hat aber nix ergeben…

    Und von Rummachen oder Mitgehen war ja gar nicht die Rede. Lediglich Nummer austauschen und dann schauen was passiert.

    Oh und _ich_ bin ja wohl kein x-beliebiger. *empört guckt*

  9. Doros Argumentation ist zwar sehr plakativ, aber Sebastians Einwand ist ganz berechtigt, vor allem wenn man bedenkt, dass man seine zukünftigen Partner immer irgendwann und auch irgendwo zum ersten Mal treffen muss.

    Obwohl dieser Tage ja auch immer öfter berichtet wird, man habe sich im Internet kennengelernt. Also meine Sitznachbarinnen kann ich dann doch besser einschätzen als „random strangers from the internet“.

  10. für die dame im flieger bist du natürlich kein x-beliebiger, sondern der, der auf dem sitz nebenan sitzt *grins*… und vielleicht ist es manchmal gar nicht so verkehrt, wenn man keine stunden zeit hat, um mut für den ersten satz zu sammeln…

    dennoch finde ich, dass das rausgeben der telefonnummer schon ein ganz schön großer schritt ist, da müsste ich schon sehr weit fliegen und der typ mich wirklich überzeugen… vielleicht bin ich aber auch nur sehr misstrauisch…

    @felix: das mit dem netz kann durchaus funktionieren 😉 … und beim ersten treffen zum kaffee kannst du die dame ja immernoch ein- bzw. abschätzen… du musst also auch da keine katze im sack kaufen… und falls die dame dann doch eine serienkillerin ist, würde sies dir sicher auch im flieger nicht verraten 😉 … alles was du im flieger besser abschätzen kannst, sind äußerlichkeiten und diesbezüglich kann man schon mal ein risiko eingehen (es lebe photoshop)… es gibt außerdem keine vorauswahl seitens einer fluggesellschaft und du musst dich niemals mit dem dicken, übel riechenden mann stundenlang auf engstem raum zusammenfinden, wenn du das nicht willst…

  11. Ich halte Äußerlichkeiten für ziemlich interessant, denn sie sagen natürlich auch was über Innerlichkeiten. Handy am Gürtel befestigt? Bundfalten? Damit kommt man nicht auf die Welt! Außerdem kann man natürlich sehen, wie die Leute sich benehmen, wie sie sprechen, was sie lesen.

    Allerdings hält man auf Flügen, wegen der großen räumlichen Nähe, als zivilisierter Mensch natürlich etwas Distanz. Ich glaube, ich habe noch nie auf einem Flug mit einem/ einer Unbekannten Konversation geführt…

  12. @Felix:
    So gar nicht? Nie? *erstaunt*
    Also ich schon. Nicht ewig lange, aber die ein oder andere kleine Unterhaltung mit Unbekannten habe ich in Flugzeugen schon geführt im Laufe der Jahre.

  13. Ich schließe mich da Arne an … ich fliege zwar selten, habe es aber beim Alleine fliegen bis jetzt immer geschafft, interessante Gespräche zu führen. Die meisten Leute muss man halt aus der Reserve locken, weil der Mensch auf engem Raum dazu tendiert, schüchtern zu sein (wie z.B. im Fahrstuhl).

  14. hm, mir fiel gerade ein, dass selbst ich schon mal ein gespräch im flieger hatte, jenseits von: `kaffee bitte mit milch`… auf dem flug von paris nach berlin hat mich son ami angeschwatzt… er hat mich schnell gelangweilt, weil er mir unermüdlich auflistete, mit welch bedeutenden leuten er in seiner freizeit so golft… ich habe ihm dann meinen freund quasi zum fraß vorgeworfen, indem ich das gespräch auf maschinenbau lenkte, mich dann ans fenster durchwurschtelte und die beiden sich selbst überließ… irgendwann beugte der herr sich dann über lars und meinte, ich hätte eine gewisse ähnlichkeit mit einer person, deren namen ich hier nicht zum besten geben will (es sollte wohl ein kompliment sein)… ein wenig kaffee tropfte mir aus der nase, als ich mich verschluckte… fazit: lieber ausm fenster glotzen und ideen schmieden, wie man die weltherrschaft an sich reißen kann…
    oha fast genauso cool war der pakistani (schätze ich mal), der mich auf dem flug paris-algier mit vollem mund fragte, ob ich dieses zeug, was man da serviert bekam wirklich nicht essen möchte und dann tatsächlich mein fliegeressen da verzehrte…
    das alles ist so viel schlimmer als bundfaltenhosen 😀 … obwohl… vielleicht… wenn man so drüber nachdenkt…

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